Michael Fuchs spricht auf dem fraktionsinternen Gespräch zum Thema Fracking

Thema des Tages


(Quelle: CDU/CSU-Bundestagsfraktion)
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Erdgasförderung – Von Risiken und Chancen

Fraktionsgespräch zum Thema „Fracking“ – Heimische Rohstoffversorgung sichern

„Fracking“ ist nach wie vor umstritten. Vielen Menschen ist das Aufbrechen – das sogenannte Fracken – tief liegender Gesteinsschichten mit einem Gemisch aus Sand und Wasser zur Gewinnung von Erdgas nicht geheuer. Sie haben Angst vor Umweltschäden und würden die Technologie am liebsten verbieten. Auf der anderen Seite stehen die Befürworter. Sie sehen im Fracking eine Chance, technologische Kompetenz in Deutschland weiterzuentwickeln und die Abhängigkeit von Gasimporten zu verringern.

Angesichts der mitunter sehr emotional geführten Debatte ist Versachlichung das Gebot der Stunde. Diesem Ziel diente die fraktionsoffene Sitzung, die auf Einladung der beiden stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden Michael Fuchs und Georg Nüßlein am Mittwoch im Reichstag stattfand. Unter dem Titel „Erdgasförderung in Deutschland: Risiken ausschließen – heimische Rohstoffversorgung sichern“ diskutierten Experten aus Politik, Wissenschaft und Wirtschaft über die geologischen, technischen und wirtschaftlichen Fragen der Fracking-Technologie. Der Präsident der Bundesanstalt für Geowissenschaften und Rohstoffe (GBR), Hans-Joachim Kümpel, sah wenige Risiken: „Alle 16 geologischen Dienste der Bundesländer und mein eigener haben Mühe, Gründe zu finden, die gegen Fracking sprechen.“ Nach vorsichtigen Berechnungen der BGR könnte Deutschland auf diese Weise etwa zehn bis 15 Prozent seines jährlichen Erdgasbedarfs für ca. 60 Jahre aus heimischen Lagerstätten decken.

 

Gewässerschutz hat Vorrang

In der Podiumsdiskussion mit weiteren Experten bezeichneten alle Teilnehmer den Gewässerschutz als oberste Priorität. Wichtig sei eine enge Verzahnung von Bergrecht und Wasserrecht, eine verpflichtende, umfassende Umweltverträglichkeitsprüfung sowie größtmögliche Transparenz für die Bürger. Der Präsident des Wirtschaftsverbandes Erdöl- und Erdgasgewinnung, Gernot Kalkoffen, berichtete, dass durch die Diskussion um das Fracking auch die herkömmliche Förderung von Erdgas bereits massiv beeinträchtigt werde. Er erinnerte an das grundsätzliche Problem: „Wenn wir Erdgas für unseren Energiemix brauchen, müssen wir auch die Frage beantworten, wo es herkommt.“

Der CDU-Abgeordnete Reinhard Grindel berichtete von einem „unglaublichen Druck“ vor Ort und brachte die Fracking-Diskussion in Verbindung mit dem Verlust der Niedersachsen-Wahl: „Es sind unsere Wähler, die kein Fracking wollen.“ So sei es schwer, mit Sachargumenten durchzudringen. Im Gegenzug warnte der Abgeordnete Philipp Lengsfeld vor „Angstmache“: „Die Leute haben uns auch gewählt, damit wir Erdgas gewinnen.“ Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Georg Nüßlein begrüßte den Ansatz des Gesetzentwurfs der Bundesregierung, der vergangene Woche vorgelegt worden war. Danach sei Fracking oberhalb von 3.000 Metern grundsätzlich verboten. Es gebe aber eine Forschungsoption und somit die Chance, dass Fracking auch oberhalb dieser Grenze zur Anwendung komme: „Dies steht dem Hightech-Land Deutschland gut an, denn ohne Umsetzungschance wird auch nicht geforscht.“ Im Gesetzentwurf würden beim Umweltschutz keine Kompromisse gemacht. Gleichzeitig werde die Tür für Innovation und Fortschritt offen gehalten. „Dies ist der richtige Weg“, sagte Nüßlein.