Drei Fahrradfahrer überqueren eine innerstädtische Kreuzung

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(Quelle: picture alliance / dpa Themendienst )
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Radfahren in der Stadt

Möglichkeiten urbaner Verkehrspolitik

Zum 200. Geburtstag des Fahrrads diskutierte die CDU/CSU Bundestagsfraktion mit Experten über die Möglichkeiten urbanen Radverkehrs.

Zunehmende Bedeutung des Radverkehrs
Mit 73 Millionen Fahrrädern in deutschen Haushalten gibt es hierzulande mehr Fahrräder als Autos. Mehr als jeder dritte Deutsche nutzt das Fahrrad mindestens einmal pro Woche. Der Radverkehr bahnt sich seinen Weg in die politische Agenda. Vor allem im urbanen Raum handelt es sich um ein bedeutendes Thema, stellte Volker Kauder fest. „Rad fahren ist modern und kein Nischenthema!“, so Kauder. Dennoch gäbe es viele offene Fragen, die im Kern die Themen der Infrastruktur, Sicherheitsaspekte oder auch das Zusammenspiel mit anderen Verkehrsmitteln beträfen.

Alle Verkehrsteilnehmer integrieren
Norbert Barthle, der parlamentarische Staatssekretär beim Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur stellte klar, dass die Union es sich zum Ziel macht, ein Mobilitätssystem zu entwickeln, in das alle Verkehrsteilnehmer optimal integriert werden können. „Das Fahrrad ist nicht der Feind des Autos – oder umgekehrt.“

In der vergangenen Legislaturperiode wurde mit einer Summe von 130 Millionen Euro pro Jahr mehr Geld für den Radverkehr zur Verfügung gestellt als jemals zuvor. Die Investitionen flossen beispielsweise in die Förderung von Radschnellwegen oder den Radwegebau. Jährlich wurden 200 - 300 Kilometer an neuen Radwegen gebaut.

Darüber hinaus stellte der Bund 3,2 Millionen Euro im Jahr für Forschungsprojekte bereit. Barthle zeigte sich beeindruckt von den Innovationssprüngen, die sich am Fahrrad beobachten ließen. „Das Elektrofahrrad hat sich etabliert, allein im letzten Jahr wurden 605.000 Elektrofahrräder verkauft.“

Forschung und Infrastruktur verbessern
Barthle zeigte zudem auf, welche Themen in der kommenden Wahlperiode von Bedeutung seien. Die Fördermittel in der Forschung müssten aufgestockt und die Infrastruktur im Interesse aller Verkehrsteilnehmer aufgebaut werden. Nach seinem Ablauf 2020 müsse man den Radwegeverkehrsplan erneut auf den Weg bringen.

Ulrich Lange, der verkehrspolitische Sprecher der CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag stellte aber auch klar, dass es nicht nur darum ginge, mehr Geld ins System zu geben. Man müsse durch Veränderungen in Sachen Forschung und an Hochschulen dem Radverkehr zu der Position in der Politik zu verhelfen, die er aufgrund der vielen Millionen Radfahrer in Deutschland verdient habe. Es müsse eine „gemeinsame Kultur des Miteinander zwischen den einzelnen Mobilitätsträgern“ gefunden werden. „Wir sind Autoland. Aber Deutschland kann heute auch stolz sein und sagen, wir sind Fahrradland!“, betonte Lange zum Abschluss.