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Landwirtschaft ist eine Zukunftsbranche

Glückliche Kühe an Melkcomputern, selbstfahrende Hightech-Traktoren, saftiges Obst und Gemüse aus dem Hofladen: Die Internationale Grüne Woche zeigt aktuell in Berlin wieder die neuesten Trends aus Landwirtschaft, Ernährung und Gartenbau. Unsere Abgeordneten machten sich ein Bild, aber sie wissen auch: Viele Landwirte stehen vor dem Aus, die Politik muss mit Millionen-Hilfspaketen einspringen.

Wenn Gitta Connemann in diesem Jahr über die Grüne Woche in Berlin geht, Erzeuger trifft und Produkte testet, weiß die stellvertretende Fraktionsvorsitzende: Der Messe-Eindruck einer heilen Welt trügt. Den deutschen Landwirten ist derzeit nicht zum Lachen zumute. Sie haben ein schlechtes Jahr hinter sich. So schlecht, dass die Politik mit Millionen-Hilfspaketen einspringen musste. Und trotzdem müssen viele Bauern aufgeben.

Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe sinkt

Arbeiteten Anfang der Neunzigerjahre noch knapp 1,2 Millionen Menschen in einem landwirtschaftlichen Betrieb, sind es heute nur noch 650.000. Die Zahl der Höfe ist von gut 540.000 auf 280.000 gesunken. Im vergangenen Jahr hat sich das Höfesterben deutlich beschleunigt. Gab es in der Vergangenheit pro Jahr 1,6 Prozent weniger Betriebe, schrumpfte die Zahl von Milchvieh- und Schweinehaltern zuletzt um fünf Prozent. „Mit jedem Hof, der aufgeben muss, verliert nicht nur eine Familie ihre Existenz. Es stirbt ein Stück unserer Kultur. Deshalb geht es am Ende um die Struktur unseres ganzen Landes“, warnt Gitta Connemann.

In dieser Krise ist die Politik den Bauern beigesprungen. EU-Kommission, Bundesregierung und CDU/CSU-Bundestagsfraktion haben ein Hilfspaket geschnürt, aus dem den deutschen Bauern bis Ende 2017 eine Gesamtsumme von 581 Millionen Euro zugutekommt.

Unionsfraktion setzt sich besonders für Bauern ein

Den Betrieben soll vor allem Liquidität verschafft werden. Schon 2015 standen Deutschland dafür 70 Millionen EU-Gelder zur Verfügung. Die Mittel aus dem zweiten EU-Hilfspaket verdoppelt die Bundesregierung sogar auf 116 Millionen Euro. Um zusätzlich Geld auf die Höfe zu bringen, hat sich die Unionsfraktion für weitere Zuschüsse bei der Unfallversicherung der Landwirte über 2016 hinaus eingesetzt. Mit Erfolg: Im Landwirtschaftsetat des Bundeshaushalts 2017 sind dafür erneut 178 Millionen Euro veranschlagt. Die Unionsfraktion hat zudem steuerliche Erleichterungen und ein Bürgschaftsprogramm für Betriebe durchgesetzt. Die ohnehin geplante Änderung des Gesetzes gegen Wettbewerbsbeschränkungen soll dazu genutzt werden, die Position  der landwirtschaftlichen Erzeuger gegenüber dem Lebensmitteleinzelhandel zu stärken.

Brücken bauen zwischen Landwirten und Verbrauchern

Nicht nur der finanzielle Druck, auch die fehlende gesellschaftliche Anerkennung belastet die Bauernfamilien in Deutschland. „Zu viel Dünger, zu viele Pflanzenschutzmittel, zu wenig Tierwohl – die negativen Assoziationen vieler Menschen nerven die Bauern, denn sie haben mit der Realität auf dem Acker oder im Stall nicht zu tun“, sagt die CSU-Landwirtschaftsexpertin Marlene Mortler. „Die Landwirtschaft ist vielmehr eine Zukunftsbranche.“ Aus Sicht der Unionsfraktion unterstreicht gerade die Grüne Woche dies mit ihrer Präsentation von Melkcomputern, digitalen Landmaschinen oder Düngedrohnen.

Grünbuch als Brücke zwischen Landwirt und Verbraucher

Auf der Grünen Woche wurde auch über das Grünbuch von Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt diskutiert. Das Grünbuch umfasst die Leitlinien der künftigen Landwirtschafts- und Ernährungspolitik. Mit den Vorschlägen will er Brücken bauen zwischen Landwirten und Verbrauchern – und für ein besseres Verständnis, für eine größere Akzeptanz und für mehr Transparenz werben. So soll zum Beispiel ein neues staatliches Tierwohl-Siegel den Verbrauchern beim Einkaufen helfen, Fleisch aus artgerechter Haltung ausfindig zu machen. Spätestens 2018 soll das Label an den Start gehen.

Unser Positionspapier zum Thema Smart Farming finden Sie außerdem hier.