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(Quelle: picture alliance/ photoshot)
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Klimakonferenz in Marrakesch

Ende der Woche geht in Marrakesch die 22. Weltklimakonferenz zu Ende. Dort sollte das im Dezember 2015 in Paris unterzeichnete Klimaschutz-Abkommen mit Leben gefüllt werden. Alle Staaten hatten sich in Paris völkerrechtlich verpflichtet, einen nationalen Klimaschutzbeitrag zu erarbeiten. In Marrakesch waren unsere zuständigen Abgeordneten vor Ort: Berichterstatterin Dr. Anja Weisgerber sowie die Co-Berichterstatter Dr. Thomas Gebhart, Josef Göppel und Matern von Marschall durften als Teil der Deutschen Delegation an der Klimakonferenz teilnehmen.

Die 22. Weltklimakonferenz war damit eine besondere Konferenz. Sie war die erste Klimakonferenz nach Inkrafttreten des neuen Klimaabkommens, mit dem sich knapp 200 Staaten der Welt auf ein verbindliches Klimaabkommen geeinigt hatten. Ziel: Die Erderwärmung auf unter zwei Grad Celsius zu begrenzen, wenn möglich sogar auf 1,5 Grad Celsius. Um dieses Ziel zu erreichen, sollen die Staaten alle fünf Jahre immer ambitioniertere Klimabeiträge vorlegen.

Weltklimavertrag umsetzen

In diesem Jahr drehte sich auf der Klimakonferenz in Marrakesch deshalb alles um die Umsetzung des Klimaabkommens. Im Vordergrund standen dabei Fragen, wie die Klimaschutzbeiträge der einzelnen Staaten gemessen und überprüft werden können, aber auch Fragen der Klimafinanzierung und wie den ärmeren Ländern dabei geholfen werden kann, ihre selbstgesteckten Klimaschutzziele zu erreichen. „Nach Unterzeichnung des Weltklimavertrages geht es jetzt an die überprüfbare Umsetzung der nationalen Ziele. Dazu müssen gerade arme Länder erstmal Instrumente entwickeln: hier kann Deutschland helfen. Gastgeber Marokko ist übrigens bei Erneuerbaren Energien an der Spitze. Hier steht auch Dank KfW-Unterstützung das größte thermische Solarkraftwerk der Welt in Ouarzazate. Eindrucksvoll!“, kommentiert Martern von Marschall.

Globale Klima-Partnerschaft auf den Weg gebracht

In Marrakesch brachte die Bundesregierung mit dem Gastgeber Marokko eine globale Klima-Partnerschaft auf den Weg, die Entwicklungsländer bei der Umsetzung des Pariser Klimaabkommens unterstützen soll. Die von Bundesentwicklungshilfeminister Dr. Gerd Müller vorgestellte deutsche Initiative hat in Marrakesch breite Zustimmung gefunden. Viele neue Partner sind bereits zur Klima-Partnerschaft dazugekommen und es gilt nun weitere Industrieländer dafür zu gewinnen.

Deutschland mit Klimaschutzplan 2050 im Fokus

Deutschland stand auch wegen des Klimaschutzplans 2050, den das Kabinett am Montag beschlossen hatte, im Fokus. Der Klimaschutzplan 2050 zeigt den Weg hin zu einer weitgehenden Treibhausgasneutralität im Jahr 2050 auf und legt ein neues nationales Klimaziel von 55 Prozent Treibhausgasminderung bis 2030 fest. Zum ersten Mal werden Minderungsziele für die einzelnen Sektoren festgesetzt. In Marrakesch fand der Klimaschutzplan breite Zustimmung. Der Union war es in den ganzen Debatten in den letzten Wochen um den Klimaschutzplan wichtig, dass Technologie- und Innovationsoffenheit, Kosten-Nutzeneffekt der Maßnahmen und Kompatibilität mit europäischen Vorgaben gewährleistet sind. 

Klimaschutz kann mittels Innovationen Chance für die Wirtschaft sein

„Mir war es wichtig, dass der Klimaschutzplan ambitioniert, gleichzeitig aber auch erreichbar ist. Bei unseren klimapolitischen Beschlüssen und Entscheidungen müssen wir immer die Auswirkungen auf Wirtschaft und Arbeitsplätze beachten. Klimaschutz kann auch durch die Entwicklung von Umweltinnovationen und neuen Technologien eine Chance für die Wirtschaft sein“, so Dr. Anja Weisgerber. Nun sind die anderen Staaten am Zug, die Vorgaben aus dem Paris Abkommen zu erfüllen und ihre Klimaschutzpläne bis 2020 vorzulegen, den Deutschland alleine kann das Klima nicht retten.

Ankündigung Trumps findet keine Nachahmer

Der Beginn der Konferenz wurde vom Wahlsieg Donald Trumps überschattet. Die Absicht des neuen US-Präsidenten, den Klimaschutz zurückzudrehen, war auf der Klimakonferenz selbstverständlich großes Thema. „Erfreulicherweise hat die Ankündigung Trumps, aus dem Klimavertrag auszusteigen, keine Nachahmer gefunden“, kommentiert Dr. Thomas Gebhart.