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(Quelle: picture alliance / Bildagentur-Online)
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"Autofasten" realistisch betrachten

Verkehrspolitischer Sprecher Lange: Mobilität für den ländlichen Raum erhalten

Die Initiatoren der Aktion „Autofasten“ fordern Autofahrer dazu auf, ihr Fahrzeug möglichst oft stehen zu lassen. Der verkehrspolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Ulrich Lange, hingegen verlangt, die zahlreichen Appelle zur Auto-Abstinenz in der Fastenzeit mit einer gehörigen Portion Realismus zu betrachten.

Schaut man sich die Verkehrssituation in deutschen Städten an, so ist klar: „In den Ballungszentren bietet der öffentliche Nahverkehr den Menschen kurze Taktfrequenzen und einen zügigen, zuverlässigen Transport von A nach B, womit er eine unschlagbare Alternative zum Auto darstellt“, beschreibt Lange die gute Infrastruktur.

Mobilität für den ländlichen Raum erhalten

Richtet man seinen Blick auf ländliche Regionen, müsse man jedoch feststellen, dass die Bürger „schnell an Grenzen stoßen, wenn sie auf das Auto verzichten und auf den öffentlichen Nahverkehr umsteigen wollen.“ Verkehrsexperte Lange betont: „Gleichzeitig fällt es vielen Kommunen schwer, noch mehr Geld in den öffentlichen Nahverkehr zu stecken.“ Auf deren Finanzen müsse man daher auch Rücksicht nehmen.

Rolle des Automobils verändert sich

Wer Autoverzicht fordere, müsse zudem bedenken, dass sich für die junge Generation die Bedeutung des Autos ohnehin gewandelt habe. So fragten junge Menschen pragmatisch und flexibel nach dem konkreten Nutzen der einzelnen Fortbewegungsmöglichkeiten. „Und dort, wo es für sie Sinn macht, nutzen Menschen Angebote wie Carsharing als echte Alternative“, beschreibt Lange die veränderten Rahmenbedigungen und resümiert: „Angesichts von Entwicklungen wie dem autonomen Fahren wird sich die Rolle des Automobils in unserer Gesellschaft mittel- bis langfristig grundlegend ändern.“

Wirkung verpufft

Die Initiatoren der Aktion „Autofasten“ fordern Autofahrer dazu auf, ihr Fahrzeug möglichst oft stehen zu lassen. Zahlreiche Experten bezweifeln allerdings, dass die Kampagne, die auch von Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) unterstützt wird, eine nachhaltige Wirkung erziele.

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