Ausstieg der USA aus Klimaabkommen ist großer Rückschlag

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(Quelle: picture alliance/ dpa)
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Ausstieg der USA aus Klimaabkommen ist großer Rückschlag

Merkel: "Nichts kann und wird uns dabei aufhalten."

US-Präsident Trump hat für die Vereinigten Staaten von Amerika das Klimaabkommen von Paris aufgekündigt. Ein großer Rückschlag für den globalen Klimaschutz, meint Unionsfraktionsvize Georg Nüßlein. Bundeskanzlerin Angela Merkel macht klar, dass das Abkommen gebraucht würde, um die Schöpfung zu bewahren: "Nichts kann und wird uns dabei aufhalten".

Bundeskanzlerin Angela Merkel will den globalen Klimaschutz trotz des Ausstiegs der USA aus dem Abkommen entschieden vorantreiben. In Berlin stellte sie klar: "Allen, denen die Zukunft unseres Planeten wichtig ist, sage ich: Lassen Sie uns gemeinsam den Weg weitergehen, damit wir erfolgreich sind für unsere Mutter Erde". Merkel betonte, dass es jetzt gelte, die Kräfte entschlossen zu bündeln: "Deutschland wird seine Verpflichtungen erfüllen". Darüber hinaus seien auch finanzielle Hilfen für die ärmsten und verwundbarsten Länder wichtig, so Merkel.

Alle müssen mitziehen

Globaler Klimaschutz könne nur funktionieren, wenn sich auch alle daran beteiligen, darauf verweist auch Fraktionsvize Nüßlein: „Mit den USA als zweitgrößtem Treibhausgas-Verursacher verlässt ein äußerst wichtiger Akteur ein Regelwerk, das alle Staaten zu ambitionierten und auch überprüfbaren nationalen Zielen zur Minderung der Treibhausgase verpflichtet hat“, sagte der Umweltpolitiker.

Aufkündigung des Klimaabkommens ist "große Enttäuschung"

Auch die umweltpolitische Sprecherin der Unionsfraktion, Marie-Luise Dött, nannte die Aufkündigung des Klimaabkommens durch die USA „eine große Enttäuschung“. Deutschland selbst werde laut Dött nicht an seinen internationalen Verpflichtungen oder an den nationalen Klimazielen rütteln.

US-Wirtschaft hatte sich für Verbleib ausgesprochen

Georg Nüßlein bezeichnete die Entscheidung der USA darüber hinaus als umso bedauerlicher, da sich auch weite Teile der US-Wirtschaft für einen Verbleib im Klimaabkommen ausgesprochen hatten.

„Der Vertrag will einen effektiven globalen Rahmen zur Begrenzung des Klimawandels und zum Umgang mit dessen Folgen setzen, was nur mit Markt, Wettbewerb und Innovation gelingen kann“, erläutert Nüßlein und macht deutlich: „Wir werden uns dafür einsetzen, dass es nun zu keinem Abbruch der globalen Klimaschutzbemühungen kommt – ganz im Gegenteil. Gerade mit Blick auf die nächste UN-Klimakonferenz im November in Bonn geht es jetzt umso mehr darum, ein faires und detailliertes Regelwerk für die Umsetzung der Klimaziele zu entwickeln.“

Klima schützen, Deutschlands Wettbewerbsposition wahren

Dabei seien die US-Entscheidung und deren Auswirkungen für die deutsche Wirtschaft zu berücksichtigen. Man wolle, so Nüßlein weiter, das Klima schützen, aber auch die globale Wettbewerbsposition Deutschlands wahren und den Wohlstand sichern.