Rede


Bernd Heynemann (Quelle: )
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Der Sport ist ein unverzichtbares Element aktiver Gesundheitsvorsorge geworden

Rede zur Sportpolitik

5.a) Beratung BeschlEmpf u Ber (5.A)
zum Antrag CDU/CSU, SPD
Sport fördert Integration
- Drs 16/13177, 16/13578 -
5.b) Beratung BeschlEmpf u Ber (5.a)
zum Antrag CDU/CSU, SPD, FDP
Unterstützung der Bewerbung der Landeshauptstadt München zur Ausrichtung der XXIII. Olympischen und XII. Paralympischen Winterspiele 2018
- Drs 16/13481, 16/13649 -
5.c) Beratung BeschlEmpf u Ber (5.A)
zum Antrag CDU/CSU, SPD
Duale Karrieren im Spitzensport fördern und den Hochschulsport strategisch weiterentwickeln
- Drs 16/10882, 16/13057 -
5.d) Beratung BeschlEmpf u Ber (5.A)
zum Antrag CDU/CSU, SPD
Gesellschaftliche Bedeutung des Sports
-Drs 16/1121716/13058 -
5.e) Beratung BeschlEmpf u Bericht des Sportausschusses (5.A) zum Bericht des Ausschusses für Bildung, Forschung und Technikfolgenabschätzung (18.A.)
gemäß § 56a der GO
Technikfolgenabschätzung (TA) TA-Projekt: Gendoping
- Drs 16/9552, 16/13059 -
Sehr verehrte Frau Präsidentin!
Meine sehr verehrten Damen und Herren!
 
Zu unserem Antrag „Gesellschaftliche Bedeutung des Sports“ dürfte es eigentlich keine andere Auffassung geben, aber es ist schon manchmal bemerkenswert, welche Werte sich eine Gesellschaft sucht. Wir sind uns im Sportausschuss fraktionsübergreifend einig, dass der Sport eine sehr zentrale Rolle im gesellschaftlichen Leben spielt. Ein jeder kann bei sich selbst überprüfen, wie der Sport täglich in sein Leben eingreift bzw. wie jeder Einzelne seinen Tag mit Sport organisiert. Ob Freizeitsport, Vereinssport oder die Funktionärstätigkeit: Der Sport ist der rote Faden in der Gesellschaft.
 
   Wir haben es so beschrieben: Wer Sport treibt, lernt, Regeln zu akzeptieren und den Gegner zu achten. Dabei werden auch Werte vermittelt. Aber wir wissen, dass in unserer heutigen Gesellschaft gerade der Sport im frühkindlichen Alter - du hast es bereits angesprochen, Detlef -, im Vorschulalter und auch in den ersten Schuljahren zum Teil vernachlässigt wird. Die Sprint-Studie und andere Untersuchungen haben ergeben, dass es dadurch zu motorischen Defiziten kommt, die uns als Gesellschaft in Form von Krankheiten oder anderen Behinderungen in späteren Jahren wieder auf die Füße fallen.
 
   Es geht also nicht nur um den Sport an sich, sondern auch um eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung, Gesundheitsvorsorge und auch um die Organisation von Erfolgserlebnissen. Es ist schon angesprochen worden, dass die deutsche U-21-Mannschaft soeben den Europameistertitel errungen hat. Man kann Matthias Sammer nur gratulieren, der immer wieder eine Siegermentalität eingefordert hat. Der Sport prägt, egal ob in der Kreisklasse, im Verbandsmaßstab oder im internationalen Maßstab.
 
   Der Sport ist ein unverzichtbares Element aktiver Gesundheitsvorsorge geworden. Gerade in einer Gesellschaft, die heute nur noch auf kurzfristigen Erfolg, egoistisches Denken und Ellenbogenmentalität ausgerichtet ist, bringt der Sport die Menschen wieder zusammen, lässt sie gemeinsame Zeiten erleben und schafft damit Bindungen.
 
   Sport - ich sagte es bereits - ist aber nicht nur aktive Teilnahme an der Bewegung, sondern Sport ist auch, als Funktionär oder Betreuer zu wirken. Wir können feststellen, dass viele Funktionäre - ob Übungsleiter, Begleiter oder Betreuer - nicht nur gebraucht werden, sondern manchmal diejenigen sind, die den ganzen Laden am Laufen halten. Viele Sportler und auch Eltern haben mir gesagt, dass sie für diese ehrenamtliche Tätigkeit sehr dankbar sind und auch wissen, dass dann, wenn diese Betreuung und Anleitung fehlen, häufig in Problemgebieten die Sportschuhe mit den Springerstiefeln getauscht werden.
 
   Es ist ein sehr wichtiger gesellschaftspolitischer Ansatz, den Sport und damit auch das Ehrenamt in ihrer Bedeutung aufzuwerten.
 
(Beifall bei der CDU/CSU sowie bei Abgeordneten der SPD und der FDP)
 
Ich glaube, man kann sagen: so wie der Sport, so die Gesellschaft. Sie sollte aktiv, motivierend, selbstbewusst, zielstrebig, kreativ und erfolgreich sein.
 
Der Sport hat auch eine nicht zu unterschätzende Vorbildwirkung. Die sportlichen Vorbilder resultieren aus der Leistungspyramide, von der Breite bis hin zur Spitze. Das beste Beispiel, wie motivierend für alle die Helden des Sports sind - das wurde schon angesprochen -, haben wir 2006 mit unserem Fußballsommermärchen und 2008 mit dem Handballwintermärchen in Deutschland erleben können - Begeisterung, Patriotismus, Euphorie -, ein gemeinschaftliches Erfolgserlebnis, das weit über den sportlichen Wert hinausging. Die Helden des Sports sind die Helden des Alltags. Sie motivieren Millionen, es ihnen gleichzutun, und setzen Akzente. Was wären wir ohne unsere Idole wie Becker,
 
(Ute Kumpf (SPD): Ob Becker das richtige Idol ist?)
 
Graf, Beckenbauer, Weißflog und viele andere mehr? Sie repräsentieren die Werte des Sports und sind damit auch ein Spiegel der Gesellschaft.
 
   Wir, der Deutsche Bundestag, speziell der Sportausschuss, setzen uns weiterhin für die Stärkung des Sports ein und wissen, dass die finanziellen Mittel, die von uns bereitgestellt werden, nicht nur der Spitze, sondern auch der Breite zugutekommen. Die technische Basis als Voraussetzung für das Sporttreiben aller Bürger zu schaffen, ist eine Gemeinschaftsaufgabe von Bund, Land und Kommune. Wir sind auf einem guten Weg. Die Gesellschaft, die diesen Sport will und die den Sport braucht, muss umfassend Hilfe - auch zur Selbsthilfe - geben und sich ihre Erfolge organisieren.
 
   Ich bitte Sie, unserem Antrag zuzustimmen.
 
(Beifall bei der CDU/CSU sowie bei Abgeordneten der SPD)