Junge Leute bei der Arbeit

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Lockdown: Herausforderung für Arbeitnehmer und Arbeitgeber

Fachgespräch zu „Entwicklungen am Arbeitsmarkt“

Unternehmen halten überwiegend an ihrem Personal fest, um nach der Krise schnell wieder auf den Wachstumspfad zurückzukehren.

Die Folgen der Pandemie stellen Arbeitnehmer und Arbeitgeber gleichermaßen vor enorme Herausforderungen. Der erneute Lockdown über den Jahreswechsel und die Ungewissheit, ob das öffentliche Leben nach dem 10. Januar wieder hochgefahren werden kann, haben unterschiedlichste Auswirkungen auf die Firmen. Eine umso größere Bedeutung kommt in dieser Lage den Arbeitsmarktinstrumenten wie das Kurzarbeitergeld zu. „So schwer sich die Bekämpfung der Pandemie auch auf die Unternehmen auswirken, zeigt sich gerade in der Krise deren Wirksamkeit“, betont Peter Weiß, Vorsitzender der Arbeitsgruppe Arbeit und Soziales der CDU/CSU-Bundestagfraktion.

Große Herausforderungen

Die Unionsfraktion habe in den vergangenen Monaten viel dafür getan, diese negativen Auswirkungen wirkungsvoll zu bekämpfen. „Auch wenn sich der Arbeitsmarkt aktuell robust zeigt, ist die Krise noch längst nicht überstanden“, so Weiß. „Wir stehen vor großen Herausforderungen. Deshalb ist es notwendig, dass wir klar und zielgerichtet handeln.“ So sei es „gut und richtig“ gewesen, die Regelungen zum Kurzarbeitergeld abermals zu verlängern – und zwar bis Ende 2021. Tatsächlich würde die breite Mehrheit der Unternehmen an ihren Mitarbeitern festhalten, um nach den schwierigen Monaten schnell wieder auf den Wachstumspfad zurückzukehren. Nichtsdestotrotz dürfe der Anpassungsbedarf bei Unternehmen nicht aus dem Blick geraten. 

In einer unerwartet schwierigen Lage sehen sich auch junge Menschen, die gerade erst mit der beruflichen Orientierung beginnen: „Wir müssen aufpassen, dass die jungen Leute genügend Möglichkeiten behalten, in verschiedene Bereiche hineinzuschnuppern, um sich für ihren eigenen Weg zu entscheiden.“ 

Umbruch in der Arbeitswelt

Mit einem besonderen Anliegen meldete sich auch Wilfried Oellers, Behindertenbeauftragter der Unionsfraktion zu Wort: „Viele Menschen mit Behinderung leben in der speziellen Situation, dass sie nur schwer eine neue Beschäftigung finden, wenn sie erst einmal aus dem Arbeitsprozess herausgefallen sind.“ Aus diesem Grund müsse die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt genau beobachtet werden, um im Zweifelsfall schnell gegenzusteuern. 

Mit Blick auf die Zeit nach der Krise treibt viele Arbeitgeber noch eine weitere Sorge um: Der Umbruch in der Arbeitswelt, der vor allem durch die Digitalisierung vorangetrieben wird, verlange nach besser ausgebildeten Fachkräften. Allein mit inländischen Arbeitnehmern, so die Einschätzung vieler Arbeitsmarktexperten, sei dieser Bedarf nicht zu decken. Hier gelte es, mit Augenmaß an einigen Stellschrauben zu drehen.