Zum Osterfest fordert Unionsfraktionschef Volker Kauder von Muslimen weltweit mehr religiöse Toleranz. Religionsfreiheit sei ein Gradmesser auch für andere Freiheitsrechte.

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(Quelle: picture alliance/dpa)
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Muslime sollten Christen tolerant begegnen

Zum Osterfest fordert Unionsfraktionschef Volker Kauder von Muslimen weltweit mehr religiöse Toleranz. Religionsfreiheit sei ein Gradmesser auch für andere Freiheitsrechte. „Im Islam gibt es da leider Defizite“, sagt er. Und auch die Unionsfraktion fordert von den Kirchen, zu Ostern an bedrängte und verfolgte Christen zu erinnern.

Für gläubige Christen in aller Welt ist das Osterfest eines der höchsten kirchlichen Feste. Gerade deshalb sind Anschläge gegen Kirchen, wie zuletzt in Ägypten, feige Taten gegen die Menschlichkeit. Die fürchterlichen Anschlägen auf koptische Christen in Ägypten in der heiligen Woche vor Ostern zeigten einmal mehr, wie sehr das Recht auf Religionsfreiheit weltweit bedroht ist, betont der religionspolitische Sprecher der Unionsfraktion, Franz Josef Jung, und macht deutlich: „Feiertage wie Ostern gehören zum Fundament christlicher Kultur. Wenn dieses verletzt wird, verletzt man alle Christen weltweit. Es wäre zu wünschen, dass die Kirchen in Deutschland ein Zeichen der Solidarität setzten und in ihren österlichen Fürbitten an bedrängte und verfolgte Christen weltweit erinnerten.“

"Wir stehen fest an der Seite unserer Glaubensbrüder und Schwestern"

Gemeinsam, so auch der Sprecher des Stephanuskreises in der Union, Heribert Hirte, stehe man jetzt fest an der Seite der Glaubensbrüder und Schwestern, die in diesen Tagen nicht ohne Angst in eine Kirche gehen könnten. „Das geht nicht nur koptischen Christen in Ägypten so, sondern vielen, die in ihrer Heimat einer religiösen Minderheit angehören“, so Hirte.

Religionsfreiheit ist fundamental wichtig

Ebenso wie Unionsfraktionschef Volker Kauder unterstreicht Franz Josef Jung außerdem die nicht zu unterschätzende Rolle der Religionsfreiheit: „Wir fühlen in diesen Tagen mit den Kopten, den Angehörigen der Opfer und allen Menschen in Ägypten, die sich gegen religiösen Terrorismus stellen. Es ist wichtig, dass die Regierungen der betroffenen Länder begreifen, dass die Religionsfreiheit ein Schlüssel für ein friedliches Zusammenleben ist und entsprechende Signale in die Bevölkerung senden.“

Fanatiker des IS berufen sich auf Lehren des Koran

Auch Volker Kauder hatte zuvor in einem Beitrag für die Deutsche Presseagentur in Berlin klar gemacht, dass man gemeinsam konsequent gegen Extremisten vorgehen müsse. „Gerade die Fanatiker der Terrormiliz Islamischer Staat berufen sich leider auch auf die Lehren des Koran“, sagte er. Diesen offenkundigen Irrlehren müsse, so Kauder, von den geistigen Autoritäten des Islam noch stärker widersprochen werden. Diese müssten „doch selbst ein hohes Interesse haben, dass ihre Religion nicht von Fanatikern diskreditiert wird.“

Muslime sollten Fanatikern selbst entschiedener entgegentreten

Weiter fordert Kauder, dass jenen, die Gläubige radikalisieren wollten, „aus der islamischen Lehre heraus entgegen getreten“ wird. Der Großscheich der Al-Azahar-Moschee in Kairo, Ahmed al-Tajib, mit dem er in regelmäßigem Kontakt sei, mache das beispielsweise. „Aber es müssen noch mehr sein.“ Er kritisierte, auch die Lage der Christen insbesondere in Syrien und dem Irak habe sich in den vergangenen Jahren dramatisch verschlechtert. In Ägypten wollten islamistische Fanatiker die Gesellschaft spalten, warnt Kauder vor dem Hintergrund der jüngsten Anschläge auf Christen mit zahlreichen Toten.

"Lage der Christen in der Türkei ist nicht akzeptabel"

Der Fraktionschef kritisiert außerdem die Entwicklung in der Türkei unter Präsident Recep Tayyip Erdogan. So sei "die Lage der Christen in der Türkei bereits seit Jahren nicht akzeptabel". Wie Erdogan heute mit der Presse- und Meinungsfreiheit umgehe, "ist er schon zuvor mit den Rechten der Christen verfahren", betont Kauder. Christen würden in der Türkei "seit Langem mehr oder weniger offen diskriminiert". So dürften die Kirchen keine Priester ausbilden, der Staat stelle zudem den Besitz der Kirchen infrage.

Deshalb könne die Türkei  "allein schon wegen der Behandlung der christlichen Minderheit momentan überhaupt nicht damit rechnen, EU-Mitglied zu werden". Zudem habe sich das Land in den vergangenen Monaten auch auf anderen Gebieten immer weiter von der EU entfernt, so Kauder.