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Kirchentag im Reformationsjahr bringt Menschen zusammen

Am Mittwoch begann in Berlin der 36. Evangelische Kirchentag mit einem großen Eröffnungsgottesdienst. Im Jahr des 500. Reformationsjubiläums erhält dieser Kirchentag eine ganz besondere Festlichkeit für die Gläubigen der evangelischen Kirche. Die Unionsfraktion freut sich auf ein friedliches und gesegnetes Glaubensfest.

Auch für Nicht-Gläubige, für die Politik und für unsere heutige Demokratie habe die Reformation Martin Luthers – bei allen Schattenseiten – zentrale Grundsteine für unser heutiges Zusammenleben gelegt, erklärt Unions-Fraktionsvize Franz Josef Jung zum Auftakt des Kirchentages.

Luther habe es gewagt, so Jung, untragbare Verhältnisse in seiner damaligen Kirche anzuprangern. „Er pochte auf die individuelle Gewissens- und Meinungsfreiheit jedes einzelnen Menschen auf der Basis christlichen Glaubens. Hier offenbaren sich die Vorboten einer Zivilgesellschaft auf Basis christlicher Werte, wie wir sie heute in Deutschland kennen und wie sie die Unions-Bundestagsfraktion vertritt“, sagte Jung in Berlin.

Luthers Einfluss reicht bis heute

Neben der Bibelübersetzung nennt Jung den Zugang zur Bildung für alle – für Jungen und Mädchen – als eine der wichtigsten Errungenschaften nach Luthers Überzeugung. Außerdem spiegelt sich bis heute im Grundgesetz das Menschenbild und der Freiheitsgedanke Luthers auf den Grundlagen des christlichen Glaubens in den Artikeln 1 bis 19 wider. Damit ist die Reformation ganz zentraler Teil der Vorgeschichte unserer modernen Demokratie.

Auch die USA beriefen sich auf Wurzeln der Reformation

Die Strahlkraft Luthers reichte jedoch auch weit über Zentraleuropa hinaus. „Als die amerikanischen Gründerväter mit den Vereinigten Staaten von Amerika die erste unabhängige Demokratie im 18. Jahrhundert schufen, beriefen sie sich unter anderem auch auf die Wurzeln der Reformation“, erläutert Franz Josef Jung.

Barack Obama und Angela Merkel beim Kirchentag in Berlin

In dieser Tradition stehe nun auch der gemeinsame Besuch des ehemaligen Präsidenten der USA, Barack Obama, mit Bundeskanzlerin Angela Merkel auf dem Kirchentag.

Neben Merkel beteiligen sich auch zahlreiche andere Abgeordnete der Unions-Bundestagsfraktion auf zahlreichen Podien an der Diskussion mit den Kirchentagsbesuchern.