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(Quelle: picture alliance / dpa)
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Härtere Strafen für Einbrecher

Die Zahl der Wohnungseinbrüche ist so hoch, wie seit 16 Jahren nicht.

152 000 Fälle hat die Polizei im vergangenen Jahr erfasst. Das berichtet die dpa. Der Unionsfraktionsvorsitzende Volker Kauder, fordert Konsequenzen: bis zu zehn Jahre Haft für Einbrecher.

Haftstrafen von bis zu zehn Jahren

Einbruchsdiebstahl müsse „in den Katalog der Straftaten aufgenommen werden, zu deren Verfolgung die Telekommunikation überwacht werden kann“, verlangt Volker Kauder. So sieht das auch der stellvertretende Unionsfraktionsvorsitzende, Thomas Strobl. „Dieses Mittel kann helfen, die immer professionelleren internationalen Einbrecherbanden zu fassen. Je mehr der Einbruchsdiebstahl Teil der organisierten Kriminalität wird, umso wichtiger sind Verschärfungen im Strafprozessrecht. Nur so lassen sich Täter und Hintermänner fassen. Wer Einbruchsdiebstahl wirksam bekämpfen will, muss der Polizei auch die entsprechenden Instrumente geben.“

Außerdem soll das Strafrecht bei Wohnungseinbruch verschärft werden. Volker Kauder plädiert für eine Freiheitsstrafe zwischen sechs Monaten und zehn Jahren. Thomas Strobl ergänzt: „Künftig sollte ein bandenmäßig begangener Einbruch nicht mehr als minder schwerer Fall geahndet werden, sondern generell die Mindeststrafe von 6 Monaten gelten.“ Die Union will sich mit der SPD darauf verständigen. Am Donnerstag treffen die Fraktionsvorstände von Union und SPD in Göttingen zusammen. Volker Kauder rechnet damit, dass es dort einen ersten Beschluss geben wird.

Alarmierende Zahlen

Alle dreieinhalb Minuten wird in Deutschland in eine Wohnung oder ein Haus eingebrochen. Volker Kauder spricht von alarmierenden Zahlen. Zum achten Mal in Folge ist die Zahl der Wohnungseinbrüche gestiegen. Berechnungen der Deutschen Presse-Agentur ergeben für das vergangene Jahr 152 000 erfasste Fälle. Das ist der höchste Wert seit 16 Jahren. Die Kriminalstatistiken der einzelnen Bundesländer zeigen, dass Bayern ein Plus von fast 30 Prozent verzeichnet. In Baden-Württemberg und im Saarland registrierte die Polizei einen Anstieg von beinahe 20 Prozent. In Thüringen dagegen hat sich die Lage ein wenig entspannt, hier gingen die Zahlen zurück, minus 17,2 Prozent. Auch in Niedersachsen gab es 6,9 Prozent weniger Einbrüche. Der Unionsfraktionsvorsitzende macht deutlich: Die psychologischen Folgen der Einbruchsopfer, die sich „daheim nicht mehr sicher fühlen“, seien oftmals schlimmer als der entstandene Sachschaden. Thomas Strobl spricht von „Gift für das Sicherheitsgefühl der Bürger.“

Bürger besser gegen Einbruch schützen

„Wer seine Wohnung und sein Haus einbruchssicherer macht, sollte vom Staat gefördert werden“, bekräftigt der Unionsfraktionsvorsitzende. Steuerliche Anreize sollen dabei helfen. „Ausgaben für die Einbruchssicherung sollen besser steuerlich absetzbar sein, denn gerade gesicherte Türen und Fenster, lassen Einbrecher von ihrer Tat absehen.“ Volker Kauder stellt sich vor, dass nicht nur die Handwerkerkosten steuerlich abgesetzt werden sollten, sondern auch die Rechnungen für Materialkosten, beispielsweise für sicherere Schlösser. Thomas Strobl macht deutlich, wie wichtig Prävention ist: „Für diese Maßnahme spricht auch, dass über 40 Prozent der Wohnungseinbrüche nicht über das Versuchsstadium hinausgehen.“ 

Bundesländer in der Pflicht
Volker Kauder will sich nicht damit abfinden, dass die Einbruchszahlen weiter steigen und Bürger damit anfingen, private Sicherheitsdienste zu beauftragen. Für ihn steht fest: „Primär zuständig“ sind beim Thema Innere Sicherheit die Bundesländer und die sollten sich „finanziell bewegen“. Er forderte die Länder auf, „effektiver mit den Polizeimitteln gegen Einbruchsdiebstahl vorzugehen.

 

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