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(Quelle: picture alliance/ dpa)
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Gemeinsam christliche Werte verteidigen

Am Karfreitag und am folgenden Osterfest betrauern Christen weltweit den Tod Jesu und feiern den Glauben an die Auferstehung und das ewige Leben. Den höchsten christlichen Feiertagen liegt vor dem Hintergrund der menschenverachtenden Terroranschläge in Brüssel in diesem Jahr eine besondere Schwere, aber auch eine besondere Botschaft inne.

„Karfreitag als Erinnerung an das Leiden und Sterben Jesu für uns Menschen erinnert uns an die eigene Endlichkeit, aber auch an Themen wie Verrat und Vergebung. Die Auferstehung am dritten Tage verheißt das ewige Leben und symbolisiert traditionell Neuanfang und Hoffnung“, sagt der Kirchenbeauftragte der Unionsfraktion, Franz Josef Jung. Die Besinnung auf diese Wurzeln und die darin liegende Kraft gewinne in diesen Tagen besondere Bedeutung.

Millionen Christen können Ostern nicht offen feiern

Das unterstreicht auch der Vorsitzende des Stephanuskreises der Unions-Bundestagsfraktion, Heribert Hirte. „Millionen Menschen könnten das Osterfest nicht offen feiern, weil sie aufgrund ihres Glaubens mit Übergriffen rechnen müssten. Mehr als 70 Prozent der Weltbevölkerung lebt in Ländern, in denen die Religionsfreiheit eingeschränkt ist. Christen und Muslime gehören zu den zwei am stärksten von Bedrängung und Diskriminierung betroffenen Glaubensgemeinschaften“, sagte Hirte dem Online-Magazin kath.net.

Zorn nicht pauschal gegen Muslime richten

Und mit Blick auf die Trauer und die Anteilnahme nach den Anschlägen von Brüssel mahnt Hirte: „Der Zorn auf der Suche nach einem Schuldigen darf sich nicht pauschal gegen Muslime richten. Damit werden wir zu Handlangern der Terroristen, die zwischen den Religionen Hass und Gewalt streuen wollen.“

Stattdessen, so Hirte, sollten Christen die Feiertage zum Anlass nehmen, um ihren Glauben auch tatsächlich in „ihren Taten und Worten sichtbar zu machen“.

Gemeinsam christliche Werte verteidigen

Hier ist auch für den Kirchenbeauftragten Jung klar: „Wenn religiöse Fanatiker und Menschenfeinde versuchen, die Oberhand über unser Leben und unsere Freiheit zu gewinnen – und das inzwischen nahezu weltweit – bedeutet dies nicht nur eine konkrete Aufgabe für Sicherheitsbehörden. Es ist vielmehr gemeinsame gesellschaftliche Pflicht, ein stärkeres Bewusstsein für die den christlichen Werten entsprungenen Grund- und Freiheitsrechte zu entwickeln und diese zu verteidigen.“

Solidarität mit allen, die unter Terror leiden

Für Jung gehört dazu auch die Gabe der Differenzierung und die gemeinsame Solidarität mit allen, die unter dem Terror leiden – ob Christen, Juden oder Muslime.  Es gelte stets, frühzeitig zu reagieren, wenn sich religiöse Intoleranz abzeichnet und beispielsweise ein Grundrecht wie Religionsfreiheit bedroht wird.

Das gilt auch für die Diskriminierung von Christen in deutschen Flüchtlingseinrichtungen. Hier stünde außer Frage, dass diese Akte „in keinem Fall hinnehmbar sind.“