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Thema des Tages |
(Quelle: CDU/CSU-Bundestagsfraktion)
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Gegen islamistischen Terror

Kauder bei Trauerfeier für in Libyen ermordete Kopten

Die Terrorgruppe „Islamischer Staat“ (IS) hat mit einer Massenhinrichtung ägyptischer Kopten erstmals das Christentum direkt angegriffen. Der CDU/CSU-Fraktionsvorsitzende Volker Kauder sprach auf dem ökumenischen Trauergottesdienst in der koptisch-orthodoxen Kirche in Berlin-Lichtenberg von einer neuen Entwicklung. Der „IS“ mache mit seiner Gewaltorgie gegen Menschen, die nicht seine religiös-fundamentalistische Ideologie teilen, vor nichts Halt.

Terroristen des IS hatten vor mehr als einer Woche in Libyen 21 ägyptische Kopten enthauptet und ein Video der Bluttat ins Netz gestellt. Kauder reagierte darauf mit Entsetzen und Empörung. „Besonders abstoßend ist, dass die Terroristen ihre Tat auch noch gefilmt und im Netz veröffentlicht haben“, erklärte er unmittelbar nach Bekanntwerden der Tat. Mit dem Titel des Films ‚Eine in Blut geschriebene Nachricht an die Nation des Kreuzes‘ machte der IS deutlich, dass die Kopten nur deshalb ermordet wurden, weil sie dem christlichen Glauben angehören.

Die Terroristen zeigen mit ihren Bluttaten immer wieder, dass sie die freie Welt einschüchtern und die Meinungsfreiheit abschaffen wollen. Sie bedrohen vor allem die traditionelle religiöse Vielfalt im Nahen Osten, wo sie ein Kalifat errichten wollen. Gleichzeitig führt der „IS“ einen Vernichtungsfeldzug gegen Muslime, die das radikale Gedankengut der Islamisten nicht teilen. Mit den Enthauptungen in Libyen, auf die Ägypten mit Luftangriffen reagierte, richtete der „IS“ seine Terrordrohung erstmals ausdrücklich gegen das Christentum. In dieser Woche verschleppten „IS“-Kämpfer im Nordosten Syriens nach Angaben von Beobachtern 220 assyrische Christen aus ihren Dörfern, nachdem sie diese zuvor erobert hatten. 

Muslime müssen gegen islamistischen Terror kämpfen

Kauder äußerte beim Gottesdienst die Auffassung, der islamistische Terrorismus sei nicht nur militärisch zu besiegen. „Wir müssen natürlich Waffengewalt einsetzen, aber dies allein wird nicht ausreichen. Wir müssen die Herzen der Menschen gewinnen“, sagte er. Vor allem müssten aber die Muslime selbst den Kampf gegen diejenigen führen, die ihren Glauben diskreditierten.

Im internationalen Kampf gegen den „IS“ hatte Kauder sich bereits kurz nach den Hinrichtungen dafür ausgesprochen, den neuen ägyptischen Präsidenten zu unterstützen, auch wenn es in Ägypten noch Demokratiedefizite gebe. Deutschland unterstützt bereits die kurdischen Peschmerga im Nordirak in ihrem Kampf gegen den „Islamischen Staat“ mit Waffen und Ausbildern.

Bei der Gruppe der 21 Kopten, die in Libyen getötet wurden, handelt es sich um Gastarbeiter. Sie sollen auf dem Heimweg nach Ägypten gewesen sein. 

Die Kopten sind die größte christliche Gemeinschaft in Ägypten. Sie führen ihre Anfänge auf den Evangelisten Markus zurück. Es wird geschätzt, dass zwischen sieben und zehn Millionen der rund 80 Millionen Ägypter Kopten sind. Etwa eine weitere halbe Million Kopten lebt in anderen Ländern, davon schätzungsweise 6.000 in Deutschland.

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