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(Quelle: Picture Alliance/Arco Images Gmbh)
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Besserer Schutz vor Wohnungseinbruch

KfW fördert jetzt auch kleinere Investitionen für Einbruchsschutz

Wer Wohnung oder Haus besser vor Einbrechern schützen will, kann künftig schon ab einer Investitionssumme von 500 Euro einen Zuschuss bei der KfW beantragen. Dafür hat die Bundesregierung jetzt den Weg frei gemacht. Ein wichtiger Schritt beim Kampf gegen die steigende Zahl von Einbruchsdelikten, betont der Fraktionsvorsitzende Volker Kauder.

Ihm ist das Gesamtpaket aus härteren Strafen für Einbrecher und Förderung privater Prävention besonders wichtig. "Der Kampf gegen den Wohnungseinbruch muss mit aller Entschiedenheit weitergeführt werden“, sagte er in Berlin und macht auch deutlich, dass die Union weiter an einer Mindeststrafe von einem Jahr Haft bei Wohnungseinbruch festhält. Das würde die Abschreckung erhöhen, so Kauder.

Förderung ab Investition von 500 Euro

Nach dem Beschluss der Bundesregierung werden seit 21. März 2017 auch kleinere Sicherungsmaßnahmen an den eigenen vier Wänden von Bundesinnenministerium, Bundesbauministerium und der KfW gefördert. Zuschüsse können somit schon ab einer Investition von 500 Euro bei der KfW beantragt werden. Bisher lag die Mindestinvestitionssumme noch bei 2.000 Euro. Die Höhe des Zuschusses liegt bei 10 % der investierten Mittel, künftig dann also mindestens 50 Euro. Weiter wie bisher schon sind bei aufwendigen Einbruchschutzmaßnahmen bis zu 1.500 Euro KfW-Zuschuss möglich.

Prävention allein reicht nicht - Polizei muss stärkere Präsenz zeigen

Unionsfraktionschef Kauder nennt diese Entwicklung wichtig, da nun auch Mieter und Wohnungseigentümer finanziell unterstützt werden können, die ihre Wohnungen und Häuser durch bessere Schlösser sicherer machen wollen. 

Dass parallel dazu jedoch auch die Polizei deutschlandweit noch mehr tun muss, um Einbrecherbanden das Handwerk zu legen , das betont auch der innenpolitische Sprecher der Unionsfraktion, Stephan Mayer. Ein Wohnungseinbruch, so Mayer, ist für die Betroffenen oft ein erheblicher Eingriff in ihre Privatsphäre und ihr Eigentum. Präventive Maßnahmen allein können daher nicht ausreichen, um Bürger vor Einbrechern zu schützen. „Der Staat muss hier für die Sicherheit seiner Bürgerinnen und Bürger sorgen“, so Mayer. Wesentlich sei dabei eine ausreichende Präsenz der Polizei vor Ort.

Bundespolizei wird personell aufgestockt

„Der Bund wird in den nächsten Jahren noch einmal massiv die Zahl der Bundespolizisten erhöhen. Hieran müssen sich zahlreiche Länder ein Beispiel nehmen. Denn sie sind in erster Linie verantwortlich, wenn es um den Schutz der Bürgerinnen und Bürger vor Diebesbanden geht“. Außerdem macht Mayer noch einmal auf die von der Union schon seit langem geforderte Gesetzesverschärfung aufmerksam. „Wir setzen uns weiterhin dafür ein, die rechtlichen Vorschriften endlich anzupassen, indem der Wohnungseinbruchsdiebstahl als Verbrechen mit einer Mindeststrafe von einem Jahr eingestuft wird. Hierdurch ermöglichen wir die Telekommunikationsüberwachung der Täter und tragen der Schwere des Delikts für die Betroffenen Rechnung, indem die Verfahren nicht so leicht wie bisher eingestellt werden können“, sagte der Innenpolitiker in Berlin.

Den Forderungen habe sich Bundesjustizminister Maas jedoch bislang verweigert.

Hintergrund: Im vergangenen Jahr hat die KfW mehr als 40.000 Förderzuschüsse für Einbruchschutz ausgereicht, mittels derer in rund 50.000 Wohneinheiten verschiedene einbruchhemmende Maßnahmen realisiert wurden. Seit 1.4.2016 können nicht nur Zuschüsse, sondern auch Förderkredite mit günstigen Zinssätzen für Investitionen in den Einbruchschutz beantragt werden. Hauptsächlich wurden einbruchhemmende Haus- und Wohnungstüren sowie Nachrüstsysteme für Fenster eingebaut. Seit November 2016 können private Bauherren und Mieter online ihren Förderantrag bei der KfW stellen und erhalten in wenigen Augenblicken ihre Förderzusage.

Einen Fünf-Punkte-Plan zum effektiven Schutz gegen Wohnungseinbrüche hatte die Unionsfraktion bereits im Sommer 2016 vorgelegt.