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(Quelle: picture alliance / ZB)
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Transparenz verringert das Gehaltsgefälle

Große Koalition findet Lösungen zum Kampf gegen Lohnungerechtigkeit

In Deutschland gibt es einen Unterschied zwischen dem, was Männer und Frauen verdienen. Bei gleicher formaler Qualifikation und ansonsten gleichen Merkmalen beträgt der Entgeltunterschied laut Statistischem Bundesamt rund sechs Prozent. Der Bundestag hat ein Gesetz beschlossen, das die Transparenz von Entgeltstrukturen erhöht.

„Das Entgelttransparenzgesetz bringt mit dem Auskunftsanspruch für etwa 14 Millionen Beschäftigte in Deutschland Licht ins Dunkel bei den Gehaltsstrukturen“, freut sich Nadine Schön, stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, über das Mehr an Transparenz, das mit dem Gesetz kommen wird. Das sei ein wichtiger Schritt, um das Gehaltsgefälle zwischen Frauen und Männern zu verringern. „Damit schaffen wir neben den Maßnahmen zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf und den Maßnahmen für mehr Frauen in Führungspositionen einen weiteren Baustein auf dem zugegebenermaßen beschwerlichen Weg zur Schließung der Lohnlücke in unserem Land“, so Schön.

Beruflichen Aufstieg und Gleichberechtigung fördern

Auch der frauenpolitische Sprecher der Unionsfraktion, Marcus Weinberg, ist sich sicher, dass mit dem neuen Gesetz ein Schritt für mehr Lohngerechtigkeit gegangen wird: „Unsere Töchter sollen bei gleicher Arbeit so viel verdienen wie unsere Söhne! Diese Selbstverständlichkeit ist uns wichtig.“ Nach den Gesetzen zu Elterngeld, Kitaplatz-Ausbau und Frauenquote sei damit eine weitere Maßnahme ergriffen worden, um beruflichen Aufstieg von Frauen und Gleichberechtigung zu fördern. Gleichzeitig plädiert Weinberg für Augenmaß: „Nicht so viel regulieren wie möglich, sondern so viel wie nötig.“

Gesetz mit Augenmaß

Dass die bürokratischen Belastungen für die Wirtschaft mit dem neuen Gesetz so gering wie möglich gehalten werden, ist für Karin Maag, Vorsitzende der Gruppe der Frauen, eine Selbstverständlichkeit. Sie hält das Gesetz für einen guten Kompromiss zwischen den berechtigten Anliegen der Frauen und denen der Unternehmen. Sie macht deutlich: „Nur wenn sie wissen, wo sie im Gehaltsgefüge stehen, können sie gezielt auf Augenhöhe verhandeln. Nicht mehr und nicht weniger. Das sind wir den Frauen schuldig.“