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Social Freezing ist unmoralisches Angebot

Unionspolitiker setzen auf familienfreundliche Arbeitswelt

Facebook und Apple wollen laut Medienberichten die Kosten für das Einfrieren der Eizellen ihrer Mitarbeiterinnen übernehmen. Das sei keine Option für Deutschland, erklären Familienpolitiker der CDU/CSU-Fraktion.

„Social Freezing“ als karrierefördernde Maßnahme für Frauen. Bis zu 20000 US Dollar zahlen amerikanische Unternehmen ihren Mitarbeiterinnen für das Verschieben der Familienplanung. Hier sei eine ethisch-moralische Grenze überschritten, findet der  familienpolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Marcus Weinberg:  „Das Angebot von Facebook und Apple, für ihre Mitarbeiterinnen die Kosten für das Einfrieren von Eizellen zu übernehmen, ist unmoralisch, gesellschaftspolitisch ein fatales Zeichen und familienpolitisch untragbar.“ Auch Karin Maag, Gruppe der Frauen in der Fraktion, findet "Social Freezing" absurd. "Es kommt für uns unter keinen Umständen in Frage." Medizinische Indikationen seien da allerdings "außen vor".   

Vielmehr sehen beide Politiker als Ziel aller Bemühungen eine familienfreundliche Arbeitswelt. Die Rahmenbedingungen für die Vereinbarkeit von Beruf und Familie positiv zu verändern, sei wichtiger als die künstliche Aufschiebung des Kinderwunsches, betont Weinberg.

Durch „Social Freezing“ verleiten US-Unternehmen Frauen dazu, ihren Kinderwunsch hinauszuschieben. Mitarbeiterinnen lassen ihre Eizellen einfrieren und konzentrieren sich auf ihre Tätigkeit beim Arbeitgeber, im Gegenzug kommt der wiederum das Einlagerung der Eizellen auf.

Verschoben werde damit nicht nur der Kinderwunsch, sondern auch die vermeintliche Lösung des Vereinbarkeitsproblems von Beruf und Familie, findet Weinberg. „Die Botschaft an die Mitarbeiterinnen ist: Jetzt nicht. Später. Das Später kann tatsächlich aber nur ein Vielleicht sein. Denn die Frauen, die das Einfrieren von Eizellen in Anspruch nehmen, laufen Gefahr, einer Illusion aufzusitzen."

Social Freezing sei schließlich keine Garantie für die Erfüllung eines späten Kinderwunsches. Für das Zustandekommen einer Schwangerschaft sei schließlich mehr als die Qualität von Eizellen notwendig.

Auch die Beschaffenheit der Gebärmutter, der Hormonhaushalt und die sonstige Gesundheit der Frau sind von entscheidender Bedeutung. Das körperliche Altern der Frau kann mit Social Freezing nicht aufgehalten, die Belastungen einer künstlich herbeigeführten, späten Schwangerschaft nicht verhindert werden.

Zudem ist es bislang völlig offen, ob Eizellen, die über einen Zeitraum von zehn bis 20 Jahren eingefroren werden, Schaden nehmen. Die Eizellen werden für viel Geld eingefroren und sind beim Auftauen nach 15 Jahren kaputt oder in einem Zustand, der Risiken für das sich daraus entwickelnde Kind bedeutet. Schließlich hilft Social Freezing auch nicht bei der Spermienqualität eines Mannes.

Das Leben sei nicht durchgängig planbar, sagt Weinberg. Und bei Social Freezing, so fürchtet er,  wird es für die betroffenen Frauen leider häufig darauf hinauslaufen, dass aufgeschoben aufgehoben heißt.