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Digitalen Wandel gestalten

Bildung und Qualifizierung als Schlüssel zum Erfolg

"Wie können die Beschäftigten fit für den digitalen Wandel in der Arbeitswelt gemacht werden?". Diese Frage stand im Mittelpunkt des Arbeitnehmerkongresses "Weiterbildung im digitalen Zeitalter" der CDU/CSU-Bundestagsfraktion mit Bundeskanzlerin Angela Merkel.

Die Bundeskanzlerin stellte eingangs ihrer Rede heraus, welche Herausforderungen und Chancen die Digitalisierung bringen wird. Sie betonte die Notwendigkeit, den Wandel in der Arbeitswelt aktiv zu gestalten und sprach sich dafür aus, dabei besonders auch auf die Sozialpartner zu setzen. Der Vorsitzende der Arbeitnehmergruppe der Unionsfraktion, Peter Weiß, unterstrich, dass Bildung und Qualifizierung die Schlüssel für den Erfolg des Wirtschafts- und Arbeitsstandortes Deutschland im digitalen Zeitalter sein werden.

Stärkung der berufsqualifizierenden Bildungssysteme

Mit Blick auf den demografischen Wandel beschrieb die Bundeskanzlerin die Herausforderung, das Fachkräftepotential so zu entwickeln, dass es möglichst zu den Fachkräftebedarfen der Unternehmen passt. Sie warb in diesem Zusammenhang für eine Stärkung der Facharbeiterausbildung als der zweiten wichtigen Säule der Berufsbildung sowie eine stärkere Durchlässigkeit zwischen den unterschiedlichen Berufsbildungssystemen in Deutschland.

Neben der Notwendigkeit einer besseren Ausstattung von Berufsschulen betonte sie dabei die Bedeutung der pädagogischen Weiterbildung für die Lehrkräfte an berufsbildenden Schulen in Fragen der Digitalisierung. Forderungen nach einer stärkeren Qualifizierung von Arbeitslosen stellte sie den Ruf nach einer präventiven beruflichen Weiterbildung gegenüber. Besser sei es, bereits anzusetzen, bevor die Beschäftigung verlorengegangen sei, so Merkel.

Betriebsnähe als Erfolgsfaktor

In eine ähnliche Kerbe schlug auch Peter Weiß. Durch eine lebensbegleitende Weiterbildungspolitik müssten Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer innovativ und präventiv auf die Veränderungen der Digitalisierung vorbereiten werden. Zu kurz greifende Scheinlösungen, die schlimmstenfalls als Brücke zur Frühverrentung wirken würden, seien rückwärtsgewandt. Weiß stellte fest, dass Betriebsnähe und das Engagement der Arbeitgeber wichtige Erfolgskriterien für die Weiterbildung von Beschäftigten sind. „Wenn wir erst dann ansetzen, wenn das Kind bereits in den Brunnen gefallen ist, ist es zu spät“, so Weiß.

Präventive und passgenaue Lösungen

In der Diskussion mit hochrangigen Experten aus Wissenschaft und Politik sowie Vertretern der Sozialpartner fand dieser präventive Ansatz bei der beruflichen Fort- und Weiterbildung weitgehende Zustimmung. Seitens der Experten wurde der hohe gesellschaftliche Stellenwert der beruflichen Fort- und Weiterbildung die Gesellschaft betont. Erfolgreiche Anpassungsprozesse auf dem Arbeitsmarkt seien mit Chancen zur beruflichen Umorientierung eng verknüpft.

Neben einer besseren baulichen Ausstattung der Schulen und der Stärkung der der Lehre seien Beratung, Geld und die Anerkennungsfähigkeit von beruflichen Abschlüssen zentrale Anforderungen, um den digitalen Wandel erfolgreich zu bestreiten. Als besondere Zielgruppe der gesellschaftlichen Anstrengungen wurden Geringqualifizierte, Alleinerziehende und Facharbeiter identifiziert.

Wollen wir den digitalen Wandel erfolgreich gestalten, benötigen wir individuelle und passgenaue Antworten, um einer Arbeitslosigkeit von Beschäftigen präventiv vorzubeugen, so das Fazit der Veranstaltung.