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Gesundheitspolitik im Wandel: Vorsorge gewinnt an Bedeutung

Fraktionskongress zur Prävention in Deutschland – Zwischen Eigenverantwortung und gesellschaftlicher Aufgabe

Das deutsche Gesundheitssystem steht vor großen Herausforderungen. Die Lebenserwartung der Menschen steigt. Gleichzeitig nehmen chronische Krankheiten und sogenannte Volkskrankheiten stetig zu. Ein Teil dieser Krankheiten ist vermeidbar. Aus diesen Gründen ist Prävention ein zentraler Baustein für ein gesundes Leben in einer modernen Gesellschaft. Sie ist ein wichtiger Beitrag für ein funktionierendes Gesundheitssystem in unserem Land.

Auf dem Kongress „Prävention in Deutschland – Zwischen Eigenverantwortung und gesellschaftlicher Aufgabe“ diskutierten die Gesundheitspolitiker der Fraktion gemeinsam mit Experten am vergangenen Montag, wie Prävention und betriebliche Gesundheitsförderung in Deutschland besser gestaltet und organisiert werden können. Anlass waren die Beratungen der Fraktion zur nationalen Präventionsstrategie und das fachübergreifend erarbeitete Papier „Glückliches Deutschland: Gesundheitsbewusstsein und Vorbeugung“.

 

Prävention als selbstständige Säule im Gesundheitswesen

Prävention liegt nach Auffassung der Unionsfraktion in der Eigenverantwortung des Einzelnen und ist gesellschaftliche Aufgabe zugleich. Die Fraktion spricht sich für einen Wandel im Gesundheitswesen aus – weg von einer reinen Krankheitsversorgung, hin zu einer Gesundheitsvorsorge. „Prävention muss eine selbstständige Säule im Gesundheitswesen sein“, forderte der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Johannes Singhammer auf dem Kongress. Nach Meinung des gesundheitspolitischen Sprechers der Fraktion, Jens Spahn, sollte der Bundestag Präventionsziele definieren und ihre Umsetzung koordinieren. Im Übrigen könne Prävention nur dann erfolgreich sein, wenn auch die Qualität der Präventionsmaßnahmen garantiert werde, sagte Spahn. Maßnahmen, die nur dem Marketing dienten, seien wertlos.

 

„Gesunde Mitarbeiter bedeuten gesunde Unternehmen“

Angesichts der steigenden Lebenserwartung, des heraufgesetzten Renteneintrittsalters und des sich abzeichnenden Fachkräftemangels bestand Einigkeit unter den Podiumsteilnehmern, dass der Erhalt der Beschäftigungsfähigkeit der Menschen im Mittelpunkt der betrieblichen Gesundheitsförderung stehen müsse. Die ehemalige Bundestagspräsidentin Rita Süssmuth betonte: Gesunde Mitarbeiter bedeuteten gesunde Unternehmen. Voraussetzung für die betriebliche Gesundheitsförderung sei, dass kleineren und mittelständischen Unternehmen attraktive Instrumente zur Verfügung stünden, die keinen bürokratischen Aufwand bedeuteten. Dabei gelte ein besonderes Augenmerk der psychischen Gesundheit und den Ursachen für Burnout, sagte Süssmuth.

Mit dem Kongress gibt die CDU/CSU-Bundestagsfraktion einen Impuls für eine gesellschaftliche Debatte über Prävention. Vorsorge soll nicht nur in der Gesundheitspolitik verankert werden, auch das Bewusstsein der Menschen für den Umgang mit ihrer Gesundheit soll geschärft werden. Angebote zur Prävention sollen allen zugänglich gemacht werden. In der zweiten Jahreshälfte wird die im Koalitionsvertrag verankerte nationale Präventionsstrategie konkretisiert. Das Diskussionspapier und die Ergebnisse des Kongresses werden in die Beratungen eingebracht.