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(Quelle: Unsplash.com)

Corona-Impfstoff – „Ein Weihnachtsgeschenk“

Aktuelle Stunde des Bundestages zur Impfstrategie

Die baldige Zulassung eines Corona-Impfstoffes in der EU gibt Anlass zur Zuversicht. Redner der Unionsfraktion kündigten in einer aktuellen Stunde des Bundestags einen zügigen Beginn der Impfungen an. Vorrang haben dabei alte und pflegebedürftige Menschen sowie medizinisches Personal. 

Dass der Impfstoff, den das Mainzer Unternehmen BioNTech in Zusammenarbeit mit Pfizer entwickelt hat, voraussichtlich in wenigen Tagen zugelassen werde, sei „ein wunderbares Weihnachtsgeschenk“, sagte Karin Maag, die gesundheitspolitische Sprecherin der CDU/CSU-Fraktion. Auch Bundesgesundheitsminister Jens Spahn sprach von „Licht am Ende des Tunnels“. Noch nie zuvor in der Menschheitsgeschichte sei ein Impfstoff so schnell entwickelt worden.

Bewusste Entscheidung für ordentliche Zulassung

Gleichwohl hat die europäische Arzneimittelagentur EMA sich mehr Zeit für die Prüfung des Impfstoffes gelassen als die Behörden anderer Länder, etwa Großbritanniens oder der USA. Spahn und Maag verteidigten dieses Vorgehen. Man habe sich bewusst für eine ordentliche Zulassung entschieden und nicht für eine Notzulassung. Nur wenn der Wirkstoff erwiesenermaßen wirksam und verträglich sei, hätten die Menschen Vertrauen in die Impfung. Mit Blick auf Impfgegner und Skeptiker sei dies von großer Bedeutung. 

„Impfen ist ein Segen für die Menschheit“

Der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Georg Nüßlein rief diesen Zweiflern zu: „Impfen ist ein Segen für die Menschheit.“ Das habe die erfolgreiche Bekämpfung von Pocken über Polio bis zu Masern gezeigt. Auch bei der Eindämmung des Coronavirus gehe es darum, Menschenleben zu retten und schwere Krankheitsverläufe zu verhindern. Gleichwohl werde es keine Impfpflicht geben. Im Gegenteil: Da anfangs nicht genügend Impfdosen für alle, die geimpft werden wollen, vorhanden seien, müsse eine Priorisierung erfolgen. 

Priorisierung per Verordnung

Wer zuerst in den Genuss des neuen Impfstoffes kommt, dafür hat die Ständige Impfkommission (STIKO) Empfehlungen abgegeben. Diese Priorisierung wird per Verordnung des Gesundheitsministers festgelegt. Ein eigenes Gesetz ist dafür nach Auffassung der Unionsfraktion nicht nötig, weil die Kriterien für die Rangfolge bereits vor wenigen Wochen mit dem Dritten Bevölkerungsschutzgesetz festgelegt wurden. Wenn man auf ein weiteres Gesetz warten müsste, dann könne man mit den Impfungen erst im Februar starten, gab Karin Maag zu bedenken. 

Impfzentren sind vorbereitet

Die ersten Impfungen sollen aber unmittelbar nach der Zulassung, die für den 21. Dezember erwartet wird, vonstatten gehen. Die Impfzentren und die mobilen Impfteams für Alten- und Pflegeheime haben die Länder bereits auf die Beine gestellt. Spahn erklärte, dass die Verordnung auch Spielraum lasse für eine Anpassung der Impfstrategie, etwa wenn andersartige Impfstoffe auf den Markt kämen oder neue Erkenntnisse über die Verträglichkeit vorlägen. 

Forschung an Medikamenten vorantreiben

Für Impfungen warb auch Bundesforschungsministerin Anja Karliczek. Die neuartige Lungenkrankheit sei keinesfalls mit einer normalen Grippe zu vergleichen, warnte sie: „Impfen gehört zu den größten Errungenschaften der Gesundheitsforschung.“ Neben dem Impfstoff von BioNTech brauche es weitere. Allein in Deutschland forschten mit öffentlicher Förderung die Biotech-Unternehmen Curevac und IDT Biologika. Trotzdem sei mit einem Impfstoff nicht alles gut: Auch Medikamente gegen Covid-19 müssten entwickelt werden, forderte Karliczek.