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(Quelle: picture alliance / dpa)
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Schulen ans Netz

Bundestag debattiert über digitale Bildung und Medienkompetenz

Was können wir tun, um unsere Kinder fit für die digitale Gesellschaft zu machen? Die Unionsfraktion fordert eine bessere IT-Ausbildung, und zwar für Schüler und Lehrer.

Digitale Grundausbildung

„Wir müssen allen Kindern und Jugendlichen eine vernünftige digitale Grundausbildung zukommen lassen“, verlangt Sven Volmering von der CDU/CSU-Arbeitsgruppe für Forschung und Bildung. Tablets, Laptops, Smartphones – auf „digitale Endgeräte“ mag heute kaum noch einer verzichten. Auch die Wirtschaft ist längst in der digitalen Zukunft angekommen, Stichwort: Industrie 4.0. An den Schulen aber stehen digitale Bildung und Medienkompetenz eher selten auf dem Lehrplan. „Wir müssen die Lebensrealität des 21. Jahrhunderts in die Schulen holen“, meint Sven Volmering. Die Koalition hat im Bundestag einen Antrag verabschiedet. Darin spricht sie sich für den Einsatz digitaler Medien an Schulen, für eine entsprechende Fortbildung der Lehrer und für den Anschluss von Schulen an Breitbandnetze aus.

Mehr IT-Ausbildung für Lehrer

„Ich finde es einen Skandal, dass heute immer noch Lehrer ausgebildet werden und das sie nicht lernen, wie man mit IT umgeht“, stellt der Vorsitzende der Arbeitsgruppe Digitale Agenda, Thomas Jarzombek, fest. Gezielte Aus- und Fortbildung der Lehrkräfte sei dringend notwendig. Thomas Jarzombek ist der Meinung, dass Neue Medien effektiv beim digitalen Lernen sein können und findet z.B. Lernvideos für Schüler eine gute Sache. „In Deutschland hat man den Eindruck, Lernen muss immer trocken sein, Schmerzen bereiten, weh tun. Das darf auf keinen Fall Spaß machen, sonst ist das Spielerei.“ Der sichere Umgang mit IT habe auch Auswirkungen auf den Wirtschaftsstandort Deutschland und könne die „Lust zum Gründen“ insbesondere für Jungunternehmer steigern.

Bessere Medienkompetenz schaffen

Deutsche Schüler belegen einer internationalen Studie zufolge beim Wissen über den Umgang mit digitalen Medien lediglich einen der mittleren Plätze. Diese Tatsache steht jedoch im Widerspruch zum Anspruch Deutschlands, eine fortschrittliche Bildungsnation zu sein. „Ohne eine stärkere Verankerung digitaler Medien in allen Lernprozessen, droht im internationalen Vergleich Mittelfeldgeplänkel und auf Sicht der Abstieg“, bemerkt Sven Volmering. Auch das Lernen von Medienkompetenz sei wichtig, gerade im Hinblick auf den sicheren und verantwortungsvollen Umgang mit Medien und Programmen. Denn der sei nicht nur entscheidend für den Datenschutz sondern verbessere auch die Chancen auf dem Arbeitsmarkt.

„Pakt für Digitale Bildung“

Die Wissenschaftskompetenz soll dadurch verbessert werden, dass Programme und Wettbewerbe in den MINT-Fächern – Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik – ausgeschrieben oder gefördert werden. Nicht zuletzt sollen speziell Mädchen und junge Frauen für diese Berufsfelder begeistert werden. Einrichtungen der beruflichen Bildung, die von der öffentlichen Hand getragen werden, sollen ausreichend technische Infrastruktur zur Verfügung gestellt bekommen. Und: Um die Aktivitäten von Staat, Wirtschaft und Gesellschaft zu bündeln, soll ein „Pakt für Digitale Bildung“ eingerichtet werden.