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(Quelle: CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Steven Rösler)
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Offensive für digitale Bildung

Experten diskutieren auf Fraktionskongress Herausforderungen von Bildung 2.0

Die Digitalisierung der Lebenswelt hat weitreichende Veränderungen in der Wirtschaft und im Alltag der Menschen mit sich gebracht. Kinder wachsen heute ganz selbstverständlich mit Computern, Tablets und Smartphones auf. Beschäftigte brauchen digitale Kompetenzen am Arbeitsplatz. Welche Herausforderungen dadurch auf das Bildungswesen zukommen, welche Anpassungen im Unterricht nötig sind und wie Deutschland ein innovativer Standort bleiben kann – dies diskutierten Politiker, Wissenschaftler und Medienexperten auf einem Kongress der CDU/CSU-Fraktion in Berlin.

Der Kongress mit dem Titel „Bildung 2.0 – Digitale Bildung neu denken“ war der vierte in der Reihe der Wirtschaftsgespräche, in denen die Unionsfraktion sich den drängenden Fragen der Zeit stellt.  „Deutschland braucht eine Offensive für digitale Bildung“, sagte die stellvertretende Fraktionsvorsitzende Nadine Schön, die den Kongress eröffnete. Schulen, Hochschulen und Forschungsinstitute, Unternehmen und Politik müssten einen „Pakt für digitale Bildung“ schließen. Schon jetzt fehlten gut ausgebildete Fachkräfte mit IT-Kompetenzen auf dem Arbeitsmarkt. Der Berichterstatter Sven Volmering sprach sich für den fächerübergreifenden Einsatz digitaler Bildungsmedien im Schulalltag aus. 

„Kreativität darf nicht unter die Räder kommen“

Der Fraktionsvorsitzende Volker Kauder sagte, es könne nicht sein, dass Deutschland im internationalen Vergleich bei der digitalen Bildung nur im Mittelfeld rangiere. Auch bekümmere es ihn, dass Deutschland und Europa in der Internetwirtschaft miserabel aufgestellt seien und keine adäquate Alternative etwa zu dem amerikanischen Suchmaschinenbetreiber Google hätten. Gleichzeitig warnte Kauder davor, dass Schülern nur die Technik im Umgang mit neuen Medien beigebracht werde, das Verständnis für die Inhalte dahinter jedoch zurückbleibe. Die Kreativität und Innovationskraft Deutschlands dürfe bei der Digitalisierung der Bildung „nicht unter die Räder kommen“, sagte er.
 
 Die „International Computer and Information Literacy Study“ (ICISL), die Professorin Birgit Eickelmann von der Universität Paderborn vorstellte, hatte ergeben, dass deutsche Schüler bei der digitalen Kompetenz im internationalen Vergleich nur im Mittelfeld lagen. Besonders schlecht hätten hierzulande Schüler aus sozial schwachen Schichten und aus Migrantenfamilien abgeschnitten. Mädchen verfügten über eine höhere Kompetenz als Jungen – nicht nur in Deutschland, sondern weltweit. Das zeige, dass es hier nicht allein um Technik gehe, sondern um einen kompetenten Umgang mit Informationen, sagte Eickelmann. Kritisch hob sie die mangelhafte Ausstattung der Schulen mit Computern und den schlechten Netzzugang hervor, mit der auch Lehrer oft unzufrieden seien.

„Generation frustriert“

Von der „Generation frustriert“ mit Blick auf die digitale Bildung sprach der CEO der Education Group von Bertelsmann,  Kay Krafft. Weder die Hochschulen noch die Graduierten noch die Unternehmen seien zufrieden mit den Fähigkeiten der Arbeitsplatzbewerber.  Die Privatwirtschaft investiere Milliarden in die Weiterbildung von Hochschulabsolventen, die unzureichend auf den Arbeitsmarkt vorbereitet seien. Hier komme dem E-Learning eine hohe Bedeutung zu, sagte Krafft. E-Learning lasse sich gut auf die aktuellen Bedürfnisse des Arbeitsgebers und die individuellen Voraussetzungen des Lernenden zuschneiden. Weil jeder nur das lernen müsse, was er nicht kann, was er aber in der konkreten Situation brauche, biete es auch Kostenvorteile. 
Mit Blick auf die Schulen und Hochschulen sprachen sich mehrere Podiumsteilnehmer für eine Standardisierung der Lerninhalte und der Ausbildung der Pädagogen aus. Es dürfe nicht „Glückssache“ sein, ob ein Schüler eine gute digitale Ausbildung erhalten. 
 
Zum Twitter-Interview mit Sven Volmering, zuständiger Berichterstatter der AG Bildung in der CDU/CSU-Bundestagsfraktion:

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