Thema des Tages


(Quelle: Foto: MdB-Büro Volmering)
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Medienkompetenz fördern

Sven Volmering über Probleme, Ursachen und Lösungsvorschläge

Der Deutsche Bundestag hat über die Digitale Bildung an Schulen debattiert."Wir müssen die Lebensrealität des 21. Jahrhunderts in die Schulen holen", sagt Sven Volmering, Berichterstatter der Arbeitsgruppe Bildung. Dazu drei Fragen - drei Antworten.

 

Wo sehen Sie beim Thema Medienkompetenz die größten Probleme?

Sven Volmering: Die Probleme beim Thema Medienkompetenz liegen auf drei Ebenen: Erstens sehe ich ein Problem bei der Nutzungskompetenz. Viele Nutzer wissen nicht, wie sie digitale Medien und Programme sinnvoll nutzen können.

„Digital natives“

Zweitens möchte ich die Bewertungs- und Funktionskompetenz ansprechen, hier liegt das Problem auf der einen Seite in einem zu leichtfertigen Umgang mit digitalen Medien und Programmen, insbesondere im Hinblick auf den Schutz persönlicher Daten. Es wird oft vergessen, dass eine „kostenlose“ Nutzung einer App oder einer Social-Media-Seite eben nicht immer „kostenlos“ ist, in nicht wenigen Fällen kostet sie uns die Preisgabe und das Sammeln personenbezogener Daten zu Werbezwecken. Auf der anderen Seite wissen viele nicht, wie solche Medien und Programme eigentlich funktionieren.

Informationsquellen

Drittens ist die Informationskompetenzproblematik zu nennen: Das Finden und die kritische Bewertung von digitalen Informationsquellen ist für einen nicht unerheblichen Teil der Kinder und Jugendlichen (aber auch der Erwachsenen) ein Problem.

 

Was sind die Ursachen?

Volmering: Kinder und Jugendliche wachsen heute selbstverständlich in der digitalen Gesellschaft auf, die Grenzen zwischen realer und virtueller Welt verschwimmen zunehmend – nicht zuletzt, da das Smartphone zum alltäglichen Begleiter geworden ist. Dieses „natürliche“ Aufwachsen der „digital natives“ kann meines Erachtens ein Grund dafür sein, dass ein zu sorgloser Umgang mit den digitalen Technologien vorherrscht. Eine weitere Ursache könnte darin begründet sein, dass Eltern als erste Ansprechpartner und Verantwortliche nicht immer in der Lage sind, ihren Kindern – die immer früher mit diesen Medien in Kontakt kommen – einen verantwortungsbewussten Umgang mit den technischen Errungenschaften zu vermitteln.

Neue Medien in Bildungsprozess einbeziehen

Weiterhin müssen wir uns aber auch eingestehen, dass die Nutzung und das Wissen über digitale Medien und Programme im institutionellen Bildungsprozess aus verschiedenen Gründen noch ausbaufähig sind. Medienkompetenz spielt zwar in der Schulbildung zumeist eine Rolle, nicht selten fokussiert sich die Vermittlung aber auf die „klassischen“ Medien wie Zeitung oder Rundfunk/Fernsehen.

 

Was müssen wir in den nächsten Jahren dagegen tun?

Volmering: Mit dem Antrag der CDU/CSU-Bundestagsfraktion „Durch Stärkung der Digitalen Bildung Medienkompetenz fördern und digitale Spaltung überwinden“ setzen wir uns unter anderem folgende Ziele:

Medienkompetenz fördern

Wir wollen die Initiativen „Ein Netz für Kinder“ und die „Nationalen Initiative Printmedien“ unterstützen und weiterentwickeln, um in Zusammenarbeit von Politik, Wirtschaft und Institutionen die digitale Medienkompetenzvermittlung von Kindern und Jugendlichen zu fördern. Wir wollen einen „Pakt für Digitale Bildung“ ins Leben rufen, der die unterschiedlichen Aktivitäten von Staat, Wirtschaft und Gesellschaft bündelt, digitale Infrastruktur und Ausstattungen unter Berücksichtigung des „bring your own device“-Modells finanziell fördert, didaktisch sinnvolle Projekte sowie Lernende, die sich aus finanziellen Gründen kein digitales Endgerät anschaffen können, unterstützt.

Auf die Lehrerbildung achten

Bei Bundesländern setzen wir uns dafür ein, dass sie die technischen Voraussetzungen für eine sichere digitale Lernumgebung an Bildungseinrichtungen schaffen, die Nutzung digitaler Medien und die entsprechende Medienkompetenzvermittlung in der Aus- und Weiterbildung des Lehrpersonals anbieten.