Thema des Tages


Teilen

"Made in Germany" erhalten

Innovationskraft stärken, wettbewerbsfähig bleiben

Internationale Studien zeigen: Die deutsche Wirtschaft gilt weltweit als wettbewerbsfähig und innovativ. Innovationsfähigkeit ist der Schlüssel für Deutschlands wirtschaftliche Stärke und die hohe Wettbewerbsfähigkeit. Was aber braucht es, damit das auch in Zukunft so bleibt? Das diskutierte die Unionsfraktion jetzt gemeinsam mit führenden Experten in Berlin.

Dabei wurde klar: Wenn Deutschland weiter seine gute Position am Weltmarkt erhalten will, muss das Land  immer neue Wege gehen. „Innovation ist niemals Stillstand“, sagte der stellvertretende Fraktionsvorsitzende Michael Kretschmer zur Eröffnung des Innovationskongresses. Außerdem machte er deutlich, dass Offenheit für Innovationen oft auch von deren Ziel abhänge. So seien die Menschen gerade dann besonders offen für Innovationen, wenn sie einen unmittelbaren Nutzen von ihnen haben. Dies zeige sich etwa an der Akzeptanz für Biotechnologie, wenn es um neue Medikamente für häufige Krankheiten gehe.

Offenheit für Neues in alternder Gesellschaft ist unabdingbar

Auch Unionsfraktionschef Volker Kauder machte klar: Deutschland muss beim Thema Innovationsfähigkeit international Akzente setzen, ohne das geht es nicht. Gerade als C- Partei stehe die Union für Innovation, Forschung und Neues: „Weil wir wissen, dass der Mensch darauf angelegt ist, seine Umwelt zu entdecken und zu erforschen. Das ist geradezu BIO!“  Ähnlich dem Entdeckersinn kleiner Kinder müsse die gesamte Gesellschaft ständig offen für Neues sein, mahnte er. „Eine ältere Gesellschaft kann genau so jung und dynamisch sein, wenn wir uns die Freude am Neuen erhalten und das auch den Jungen vermitteln“.

Mit moralischen Herausforderungen auseinandersetzen

Ohne Innovation also kein Wachstum und kein Fortschritt. Doch selbstverständlich wolle man weiter an der Spitze stehen. Dafür, so machte der Fraktionsvorsitzende deutlich, müsse man sich jedoch auch mit moralischen Herausforderungen der Forschung auseinandersetzen. Ein Beispiel sei die Gentechnik: „Ängste und Sorgen können hier nur überwunden werden, indem uns die Forschung sagt, wo die Risiken liegen und uns transparent darüber aufklärt“.

Innovationsfreude bedingt Vertrauen

Mit Blick auf die aktuelle Diskussion um Manipulationen in der Automobilindustrie wies Volker Kauder auf einen zentralen Punkt bei der Akzeptanz neuer Entwicklungen hin: „Wir wollen, dass mit offenen Karten gespielt wird. Zur Innovationsfreude eines Landes gehört zuerst Vertrauen“, sagte er. Nur dann könne man auch guten Gewissens für Neuerungen werben; nur dann könne man die Menschen mitnehmen.

Bildung als Voraussetzung für Innovation

Am Anfang jeder guten Innovation steht gute Bildung. Sie ist Grundvoraussetzung für deutsche Innovationsprodukte. Darauf wies neben Volker Kauder auch Bundesbildungsministerin Johanna Wanka in ihrer Rede hin.

Zwar stehe man, so die Ministerin, im internationalen Vergleich momentan gut da. Doch: „Das schlimmste, was einem passieren kann, ist Selbstzufriedenheit“.

Deutschland muss Spitze bleiben

Die Bundesbildungsministerin verwies dabei auf fünf zentrale Punkte, die Deutschland auch künftig an der Spitze halten sollen:

Zunächst brauche es Ideen für neue Wertschöpfungsketten, diese würden maßgeblich angetrieben von einer fundierten Grundlagenforschung. Auch hier sei man in Deutschland - z.B. mit Fraunhofer, der Max-Planck-Gesellschaft und der ganzen Bandbreite der Universitäten -  gut aufgestellt. Doch von zentraler Bedeutung sei, dass die Verwertung der oft guten Forschungsergebnisse auch in Deutschland stattfindet. Dies werde schon seit einiger Zeit mit Inkubatoren – etwa dem Life Science Inkubator in Bonn – gefördert.

Als weitere Voraussetzungen für nachhaltige Innovationsfähigkeit nannte Wanka zudem genügend finanzielle Mittel zur Förderung sowie eine breitere Innovationsbasis der Wirtschaft. Gerade beim Mittelstand gebe es hier noch Nachholbedarf, da oft die Vorteile der Digitalisierung noch nicht in vollem Maße genutzt würden. Hier gelte es noch, mit guten Vorbildern und Beispielen zu überzeugen.

Dies alles funktioniere, so die Bildungsministerin weiter, natürlich nicht ohne die entsprechende Ausbildung von Fachkräften. Dies sei „ eine große staatliche Aufgabe“.  Zudem sei Vielfalt ein wichtiger Schlüssel: „Wenn wir um Innovationen ringen brauchen wir beides: Eine gute universitäre Ausbildung und gute handwerkliche und berufliche Ausbildung“, so Wanka.  

Daneben brauche es die Offenheit der Gesellschaft für neue technische Entwicklungen, aber auch für Forschungsbereiche. In diesem Zusammenhang warnte Wanka vor einer „ideologischen Bremse“. Zu oft müssten wichtige Industriezweige aus Deutschland abwandern, weil die Akzeptanz in der Gesellschaft fehle. Hier forderte sie, mehr Mut zu beweisen.

Innovationskultur schaffen

„Deutschlands Gesellschaft braucht eine Innovationskultur“, sagt Mareijn E. Dekkers, Präsident des Verbandes der Chemischen Industrie VCI. Denn Innovationen seien nicht nur faszinierend, Innovationen können das Leben eines jeden Menschen leichter machen. Dekkers wünscht sich mehr Kooperation mit Hochschulen und Universitäten, ähnlich den USA. Allein in seiner Branche kommt jedes siebte Patent aus Deutschland. Kein anderes Land kann diese Zahl vorweisen. Bereits jetzt werden in der Chemie- und Pharmabranche 20 Prozent der Umsätze mit Produkten erzielt, deren Entwicklung weniger als fünf Jahre zurück liegt. 2030 sollen es 30 Prozent sein. 

 


Michael Kretschmer ist Fraktionsvize und für die Bereiche Bildung und Forschung zuständig. Folgen Sie ihm auf Twitter!