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(Quelle: picture alliance / dpa)
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Wichtiger Schritt im Kampf gegen den IS-Terror

Ankara erlaubt US-Kampfflugzeugen Nutzung türkischer Militärstützpunkte

Bereits seit Wochen tobt der Kampf um die an der Grenze zur Türkei gelegene syrische Stadt Kobane. Kämpfern der islamistischen Terrormiliz „Islamischer Staat“ gelang es bis in die Stadt vorzudringen, kurdische Verteidiger leisten dort erbitterten Widerstand. Die Türkei verhielt sich in dem Konflikt bisher zurückhaltend, jetzt geht ihr Staatspräsident Erdogan einen Schritt auf die internationale Koalition gegen „IS“ zu.

Angaben aus dem US-Verteidigungsministerium zufolge erlaubt die Türkei den USA und ihren Verbündeten nun, ihre Stützpunkte für Angriffe auf IS-Stellungen zu nutzen. Zudem dürfen in türkischen Militäreinrichtungen Vertreter der gemäßigten syrischen Opposition untergebracht und ausgebildet werden.

Diese Ankündigungen seien ein wichtiger Schritt im Kampf gegen den Terror der ‚IS‘-Milizen, sagte der CDU-Außenpolitiker Andreas Schockenhoff am Montag in Berlin. Er machte jedoch auch deutlich, dass Erdogans Aussagen nicht darüber hinwegtäuschen dürften, dass Ankara weiterhin die falschen Prioritäten setzt: „Die Schwächung der kurdischen PKK scheint der Türkei wichtiger zu sein als der Kampf gegen die ‚IS‘-Terroristen.“

Da die Frage nach der Notwendigkeit des Einsatzes von Bodentruppen immer relevanter werde, müsse die Türkei zulassen, dass sich Kurden in Kobane und im Norden Syriens gegen ‚IS‘-Terroristen verteidigen könnten, erklärte Schockenhoff. Seiner Ansicht nach verfolge Ankara eine ambivalente Politik gegenüber der Terrormiliz: „In Regionen, die von ‚IS‘ schon kontrolliert werden, hat die Türkei einen regen Grenzaustausch zugelassen und einen Rückzugsraum für ‚IS‘-Dschihadisten geduldet. Neue Kämpfer, die sich der Miliz anschließen wollen, können über die Türkei weiter in Richtung Syrien einreisen“.

Schockenhoff unterstrich, dass Ankara zudem einschreiten müsse, wenn ‚IS‘-Dschihadisten türkisches Territorium als Rückzugsraum nutzten.Zudem müssten endlich die Grenzen zu Syrien dichtgemacht werden, „damit Dschihadisten, die sich den ‚IS‘-Terroristen anschließen wollen, nicht mehr über die Türkei nach Syrien und dann weiter nach Irak einreisen können.“