Donald Trump am 25. Mai 2017 in Brüssel

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(Quelle: picture alliance/ROPI)
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Trump tut sich mit antideutschen Äußerungen keinen Gefallen

Bei einem Treffen mit EU-Spitzenvertretern soll sich US-Präsident Donald Trump deutlich negativ über den deutschen Exportüberschuss geäußert haben. Damit tut er sich keinen Gefallen, meint Unions-Wirtschaftsexperte Michael Fuchs.

„Mit solchen Äußerungen – dass Deutschland aufgrund seiner hohen Exporte in die USA sehr, sehr böse sei – tut sich Trump gar keinen Gefallen“, kommentiert Fuchs die Äußerungen in Berlin. Mittlerweile geht man zwar von einem Übersetzungsfehler aus, doch die Stoßrichtung Trumps ist eindeutig. So gab es neben dem zitierten Satz auch noch weitere Bemerkungen, die auf einen Verkaufsstopp deutscher Autos in den USA abzielten.

USA würden sich mit Importstopp selbst schaden

Damit würden sich die USA jedoch selbst schaden. Denn die Amerikaner, so ist Fraktionsvize Fuchs überzeugt, würden schmerzhaft an wirtschaftlichem Wachstum und Wohlstand verlieren, wenn sie sich aus der weltweiten Arbeitsteilung und dem weltweiten Handel verabschieden würden.

Überschuss ist Ergebnis von Angebot und Nachfrage

Ein Sprecher der Bundesregierung sagte dazu, der deutsche Überschuss sei weder gut noch böse. Er sei vielmehr das Ergebnis des Zusammenspiels von Angebot und Nachfrage auf den Weltmärkten.

„Wenn etwa deutsche Automobilfirmen weltweit nachgefragte Produkte herstellen, dann müssen sich US-Produzenten in diesen Bereichen eben mehr anstrengen. Wettbewerb fördert Innovation und Wachstum“, ergänzt Michael Fuchs.

Handelsbeschränkungen bringen nur Verlierer hervor

Das Aufbauen wechselseitiger Handelsbeschränkungen brächte nur Verlierer hervor. Fuchs warnt zudem vor einem Domino-Effekt. Denn auf US-Importbeschränkungen würden andere Länder der Welt unweigerlich mit eigenen Handelsbarrieren antworten.

Fuchs hofft nun, dass die transatlantische Partnerschaft auch unter Präsident Trump rasch wieder mit Leben gefüllt wird.