Volker Kauder im Gespräch mit Flüchtlingshelfern im Libanon

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"Libanon ist Vorbild für das Zusammenleben der Religionen"

Volker Kauder sieht Chance zur Verbesserung der Lage der Flüchtlinge

Auf seiner Orientreise hat Volker Kauder, Vorsitzender der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, den Libanon besucht. Dort traf er zahlreiche Spitzenpolitiker – darunter Ministerpräsident Tammam Salem und Parlamentspräsident Nabih Berry. Zudem begegnete er dem geistlichen Oberhaupt der Maroniten, Kardinal Beshara Rai. Bei seinem Besuch in einem Flüchtlingslager konnte er sich hautnah über die Lebensbedingungen und Perspektiven der Menschen erkundigen.

„Deutschland muss der Entwicklung im Libanon in Zukunft noch mehr Beachtung schenken“, so lautet das Fazit von Volker Kauder, der das Land während einer Auslandsreise besucht hat. Deutschland und Europa sollten ein elementares Interesse daran haben, dass der Libanon weiter stabil bleibt, betont der Unions-Fraktionschef. Das Land, das insgesamt nur etwa vier Millionen Einwohner zählt, hat über eine Million beim UNHCR registrierte Flüchtlinge aufgenommen.

Libanon und Jordanien sind Vorbilder

„Trotz aller Probleme in der Vergangenheit und auch in der Gegenwart ist der Libanon ein Beispiel eines Staates, in dem die Angehörigen der verschiedenen Religionen friedlich zusammenleben“, hebt Kauder die enormen Leistungen des kleinen Landes hervor, das als unmittelbarer Nachbar besonders vom Krieg in Syrien betroffen ist. „Der Libanon ist ähnlich wie Jordanien ein Vorbild, das die internationale Gemeinschaft noch stärker würdigen sollte.“, so Kauder.

Chance, die Lage der Flüchtlinge zu verbessern

„Nach den Beschlüssen der Londoner Geberkonferenz besteht nun die Chance, dass sich die Lage der Flüchtlinge im Land verbessern kann“, hofft Kauder auf schnelle und nachhaltige Impulse. Dass die Situation in den provisorischen Unterkünften derzeit noch sehr bedrückend ist, konnte Kauder bei seinem Besuch eines Flüchtlingslagers hautnah erfahren. „Immerhin ist nach Gesprächen mit Vertretern des UN-Flüchtlingshilfswerks UNHCR nun zumindest die Grundversorgung der Flüchtlinge mit Nahrung und Trinkwasser gesichert. Offen scheint, ob genügend Gelder zur Verfügung stehen, die medizinische Versorgung zu verbessern“, schildert Kauder seine Eindrücke nach Gesprächen mit den Flüchtlingshelfern. Er empfiehlt, den Menschen jetzt weitere Perspektiven zu eröffnen: „Außerdem wäre es zu begrüßen, dass die Flüchtlinge einen besseren Zugang zum Arbeitsmarkt bekämen, um sich besser selbst versorgen zu können“.

Mit Hochdruck an Friedenslösung arbeiten

Bei seinen Begegnungen mit Flüchtlingen wurde besonders deutlich, dass nur ein Frieden in Syrien die Situation aller betroffenen Menschen und der Aufnahmeländer grundlegend verbessern kann. „Mit meinen politischen Gesprächspartnern in Beirut war ich mir einig, dass nun mit Hochdruck an einer Friedenslösung für Syrien gearbeitet werden muss. Europa und die USA müssen ihr Engagement noch verstärken und ihren Einfluss auf die regionalen Mächte und Beteiligten des Bürgerkriegs verstärken“, sagt Kauder und hebt hervor, dass in seinen Gesprächen immer wieder auf die Atomverhandlungen mit dem Iran hingewiesen wurde, die die USA, aber auch Europa letztlich mit großem Einsatz zum Erfolg führen konnten.

Klare politische Verhältnisse

„Auch im Libanon selbst sollten sich die politischen Verhältnisse möglichst rasch ordnen“, betont Kauder die Notwendigkeit stabiler politischer Verhältnisse. Nach zwei Jahren der Vakanz müsse endlich ein Präsident gewählt werden. Kauder sieht dabei auch die politischen Parteien der Christen gefordert. „Eventuell muss es aber auch Hilfe von außen geben, um einen geeigneten Kandidaten zu finden, der von der Mehrheit des Parlaments akzeptiert wird“, so Kauder.

Tief beeindruckt von den Projekten des Malteser-Ordens

Auf seiner Reise besuchte Volker Kauder in der libanesischen Hauptstadt Beirut auch ein Heim für Schwerbehinderte. In ihm leistet eine Gruppe von jungen Menschen aus Deutschland und Frankreich für 10 Monate einen Dienst an ihren Mitmenschen. Sie werden vom Malteser-Orden ausgewählt und großartig unterstützt. Die Arbeit mit den Behinderten gibt den Helfern, die sich Krawane nennen, viel zurück, wie sie dem Unions-Fraktionsvorsitzenden mit Freude berichteten. Außerdem sei ihre Arbeit ein Zeichen gelebter christlicher Werte – und das in einer Region, in der es Christen derzeit besonders schwer haben. "Das Engagement der jungen Leute und des Ordens haben mich tief beeindruckt. Es ist ein Beispiel dafür, wie Christen auch weit entfernt von der Heimat anderen helfen – ohne nach der Religion zu fragen, sondern einfach, weil es Menschen sind. Die jungen Leute und der Orden sind Botschafter christlicher Werte.", so Kauder.

Letzte Station seiner Orientreise

Der Libanon war die letzte Station einer Auslandsreise. Zuvor war Volker Kauder in Ägypten, wo er unter anderem mit Staatspräsident Abdel Fattah al-Sisi über die Lage im Orient gesprochen hatte.