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(Quelle: picture alliance / dpa)
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Genitalverstümmelung ein Ende setzen

Null Toleranz! Menschenrechtsverletzung entschlossen bekämpfen

Weltweit sind rund 200 Millionen Mädchen und Frauen in ca. 30 Ländern von Genitalverstümmelung betroffen. Der Internationale Tag gegen Genitalverstümmelung am 6. Februar sei eine dringende Aufforderung, dieser schweren Art der Menschrechtsverletzung ein Ende zu setzen, sagt Michael Brand, Vorsitzender der Arbeitsgruppe Menschenrechte und humanitäre Hilfe der CDU/CSU-Bundestagsfraktion.

Alle elf Sekunden wird auf unserer Erdkugel ein Mädchen an ihren Genitalien verstümmelt. Nach Berichten des Kinderhilfswerks der Vereinten Nationen UNICEF sind bereits rund 200 Millionen Frauen und Mädchen weltweit Opfer von Genitalverstümmelung geworden. Jährlich wächst die Zahl der Betroffenen um weitere drei Millionen. Nach Schätzungen der Weltgesundheitsorganisation sterben 25 Prozent der Mädchen und Frauen während des Eingriffs oder an dessen Folgen.

Verstoß gegen das Recht auf körperliche Unversehrtheit

„Wir müssen alles tun, um Mädchen und Frauen besser vor solchen menschenverachtenden Eingriffen zu schützen“, betont Brand. Das Ritual sei ein Verstoß gegen das Recht auf körperliche Unversehrtheit. Seine Forderung: „Deutschland muss sich weiter gemeinsam mit seinen Partnern in der Europäischen Union entschlossen dafür einsetzen, dass diese grausame Praxis endlich beendet wird.“ Aufklärung und Prävention hätten dabei einen hohen Stellenwert, denn Gesetze allein reichten oft nicht aus.

Eine grausame Praxis

Den Opfern werden die äußeren Genitalien teilweise oder ganz entfernt. Sie leiden oft lebenslang an psychischen Folgen und chronischen Schmerzen. Die Hälfte der Opfer lebt nach Aussagen von UNICEF in Ägypten, Äthiopien und Indonesien. Das Land mit der höchsten Rate ist Somalia. Dort sind 98 Prozent aller Frauen zwischen 15 und 49 Jahren betroffen.

Erschreckende Zahlen

Aber Genitalverstümmelung sei auch in Europa und Nordamerika ein Problem, macht Brand klar. So ließen Zuwanderer aus Ländern, in denen Genitalverstümmelung grausame ‚Tradition‘ sei, oftmals während eines Urlaubs in der Heimat ihre Töchter beschneiden. Der Menschenrechtspolitiker nennt Zahlen: „EU-weit ist von 500.000 Opfern auszugehen, in Deutschland sind etwa 30.000 Frauen betroffen, bis zu 5.000 weitere sollen nach Angaben des Netzwerks ‚Integra‘ bedroht sein“. Dabei ist die Genitalverstümmelung an Mädchen und Frauen in Deutschland seit 2013 durch einen eigenen Straftatbestand ausdrücklich verboten.

Wichtiger Gesetzentwurf der Bundesregierung

„Wir begrüßen den aktuellen Gesetzentwurf der Bundesregierung zur Änderung des Passgesetzes ausdrücklich“, erklärt Brand. Danach könnten Personen künftig der Reisepass entzogen werden, sollten sie mit einem Mädchen ins Ausland reisen wollen, um es dort der Genitalverstümmelung auszusetzen. Zudem unterstütze das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung in vielen Ländern Initiativen mit dem Ziel, umfängliche Aufklärung über die körperlichen und seelischen Folgen der Genitalverstümmelung zu leisten. Sie dürfe von den Familien dort nicht mehr als soziale Norm gesehen werden.

Schwerwiegende Menschenrechtsverletzung weiterhin bekämpfen

Brand betont: „Den engagierten Nichtregierungsorganisation, Vereinen und Aktivisten gegen Genitalverstümmelung gilt unser besonderer Dank für ihre wichtige Arbeit. Die weltweit steigenden Opferzahlen bleiben uns eine Mahnung, diese schwerwiegende Menschenrechtsverletzung weiterhin entschlossen zu bekämpfen.“