Zerstörte koptische Kirche (Archivbild)

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(Quelle: picture alliance/dpa)
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Anteilnahme und Solidarität mit koptischen Christen

Bei zwei Sprengstoff-Anschlägen auf koptische Kirchen in Ägypten sind am Palmsonntag mehr als 30 Menschen ums Leben gekommen. Betroffen sind die nordägyptische Stadt Tanta, wo während eines Gottesdienstes ein Sprengsatz explodierte, und die Hafenstadt Alexandria. Dort ereignete sich ebenfalls in einer koptischen Kirche ein Selbstmordattentat. Die Unionsfraktion verurteilt die blutigen Taten.

„Mit diesem schrecklichen Doppel-Anschlag will der islamische Terror nun auch die Vertreibung der Christen aus Ägypten beginnen", erklärte Unionsfraktionschef Volker Kauder nach Bekanntwerden der Attentate. Agenturberichten zufolge bekannte sich die Terrormiliz "Islamischer Staat" (IS) zu den Attentaten. So kurz vor dem höchsten Fest der Christen, so Kauder, seien die Terroranschläge ein besonderes Symbol des Hasses. 

Umso mehr trauert die Unionsfraktion mit den Opfern und Angehörigen der schrecklichen Taten. "Sie bringen unsagbares Leid über die Opfer und ihrer Familien. Ihnen gilt unser Mitgefühl“, sagte Kauder. Den koptischen Christen drückte er Anteilnahme und Solidarität aus.

Schon bei dem ersten Anschlag in Tanta gab es mindestens 25 Tote und 70 Verletzte. Der Sprengsatz wurde während des gut besuchten Gottesdienstes zum Palmsonntag gezündet. Wenige Stunden später sprengte sich den Angaben zufolge dann ein Selbstmordattentäter außerhalb einer Kirche in der ägyptischen Hafenstadt Alexandria in die Luft. Hier seien mindestens 16 Menschen getötet und weitere 41 verletzt worden, teilte die Regierung in Kairo mit. 

Zeitpunkt steigert Schock über die Tat

„Dass sich die Täter den christlichen Palmsonntag, den Beginn der Karwoche, als Zeitpunkt der Tat ausgesucht haben, steigert den Schock über diese feige Tat noch mehr“, sagte Volker Kauder dazu. Er erwarte nun, dass die ägyptische Regierung alles tut, um die koptischen Christen zu schützen.

Anschlag gilt religiöser Vielfalt im Nahen Osten

Diese weiteren Anschläge auf Ägyptens koptische Minderheit innerhalb von sechs Monaten ist auch ein Angriff auf die traditionelle religiöse Vielfalt im Nahen Osten, für deren Fortbestand sich die Unionsfraktion seit langer Zeit einsetzt. „Wir stehen an der Seite aller derer, die unter den Terroristen leiden, und lassen uns so wenig wie die ägyptische Regierung und das ägyptische Volk durch Gewalt einschüchtern“, so Kauder.

Lage der Kopten hatte sich verbessert

Der Unionsfraktionschef reist selbst oft in die Region. Seiner Erfahrung nach habe sich die Lage für die Kopten in Ägypten in den vergangenen Jahren verbessert. So gibt es zum Beispiel mehr koptische Abgeordnete im Parlament als je zuvor und Kopten können ihre Religion weitgehend frei ausüben und leben größtenteils friedlich mit der muslimischen Bevölkerungsmehrheit zusammen.

Dieser Weg des friedlichen Zusammenlebens müsse weiter gegangen werden, erklärte Kauder am Sonntag. Die EU und Deutschland müssten ein hohes Interesse an der Stabilisierung Ägyptens haben.