Rede


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Abschiedsrede

Letzte Bundestagsrede

Gestatten Sie mir hier ein paar Worte in eigener Sache und nicht zum eigentlichen Gesetzentwurf der Bundesregierung: Das Wahlvolk und ich haben entschieden, dass ich zukünftig ins Europäischen Parlament wechseln werde. Das hat leider zur Folge, dass ich am Tag der konstituierenden Sitzung des Europäischen Parlamentes, dem 14. Juli 2009, aus dem Deutschen Bundestag ausscheiden muss.

Neue Perspektiven zu erschließen ist eine schöne Sache. Gleichwohl überkommt einen schon ein wenig Wehmut nach den zahlreichen Jahren in Berlin. Zukünftig werde ich nun also im Europaparlament arbeiten. Ich tue dies mit einem lachenden und einem weinenden Auge; weinend, weil ich nach den Jahren meiner Arbeit im Deutschen Bundestag viel Freude an meiner Arbeit gefunden habe, gute Kolleginnen und Kollegen kennen gelernt habe und durchaus zusammen mit anderen etwas bewegen und verändern konnte. Dafür sage ich hier ausdrücklich Danke.

Ich hätte diese Arbeit gern fortgesetzt, aber nun ergibt sich für mich ein neuer Lebensabschnitt, dem ich sehr optimistisch entgegensehe. Meine Erfahrungen und Kenntnisse, die ich aus der Zusammenarbeit hier gewonnen habe, werden mir dabei sehr hilfreich sein. Ich bin sicher, dass für die deutsche Landwirtschaft auch in Brüssel und Strassburg viel zu bewegen sein wird. Bitte unterstützen Sie mich dabei. Gerade weil ich im Europaparlament hauptsächlich die gemeinsame Agrarpolitik mitgestalten werde, verspreche ich Ihnen, dass wir noch voneinander hören werden. In diesem Sinne habe ich nicht vor, mich großartig zu ändern.

Ein besonderer Dank geht an die Abgeordneten des Ausschusses für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz. Das Schöne an einem Fachausschuss ist ja bekanntlich der fachlich orientierte Streit. Ich habe jedenfalls immer versucht, die Argumente des anderen zu verstehen und, soweit es ging, auch aufzugreifen. Gerade in meiner Funktion als Tierschutzbeauftragter der CDU/CSU-Bundestagsfraktion haben wir mit dieser Arbeitsphilosophie für den Tierschutz viel erreichen können. Gerade in diesem Bereich ist man natürlich nie fertig und es bleibt immer etwas zu tun. Aber ich finde, unsere Bilanz kann sich sehen lassen. Ärgerlich bin ich immer dann geworden, wenn ideologisch – anstatt sachlich und fachlich – diskutiert und argumentiert wurde. Ich denke aber, dass es uns im Rückblick gelungen ist, meistens einen Ton in der Auseinandersetzung zu finden, der erträglich und nicht verletzend war.

Die vielfältigen Themen, wichtig für unser Land und unsere Menschen, werden von uns allen auch in Zukunft viel Kraft, Mut und Ausdauer erfordern. Das, beruflichen Erfolg, Gesundheit und Gottes Segen wünsche ich uns ausdrücklich.