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25 Jahre Friedliche Revolution in der ehemaligen DDR

Fall der Mauer am 9. November 1989

Vor 25 Jahren haben die Menschen in Ostdeutschland die friedliche Revolution eingeleitet, die schließlich am 9. November 1989 zum Fall der Berliner Mauer führte. Mit Mut und Leidenschaft haben die Menschen in Ostdeutschland für Freiheit, Demokratie und ein besseres Leben gekämpft. Viele haben ihre persönliche Freiheit und ihre Unversehrtheit geopfert, um dem DDR-Regime dabei entgegenzutreten.

Der Widerstand gegen die kommunistische Diktatur in der DDR erreichte Ihren Höhepunkt im Wendejahr 1989. In Bürgerrechtsbewegungen wie dem Demokratischen Aufbruch, dem Neuen Forum und Demokratie Jetzt traten breite Bevölkerungsgruppen für umfassende Freiheitsrechte und Reformen in der ehemaligen DDR ein. Der Beginn der Montagsdemonstrationen am 4. September 1989 in Leipzig und darauf folgend in weiteren Städten (u. a. Dresden, Halle, Magdeburg, Rostock, Chemnitz) war der Anfang vom Ende des SED-Regimes. Mit dem Ruf „Wir sind das Volk“ hat sich die Demokratie durchgesetzt. In den folgenden Wochen führten die Proteste schließlich am 9. November 1989 zum Fall der Berliner Mauer.

Nach dem Fall der Berlinder Mauer ist der Wunsch nach der Einheit bei den Menschen erheblich gewachsen, so dass aus dem Ruf „Wir sind das Volk“ zunehmend „Wir sind ein Volk“ wurde. Auf die Friedliche Revolution folgte die Deutsche Einheit und der Aufbau Ost.

 


Jüterboger Straße in Dahme, 1990

 

Was hat der Aufbau Ost geleistet?

Der Aufbau Ost ist eine gesamtdeutsche Leistung. In den vergangenen 24 Jahren hat er maßgeblich zur Angleichung der Lebensverhältnisse in Ost und West beigetragen. Die Modernisierung der verkehrlichen und städtischen Infrastruktur  zeigt anschaulich, dass sich vieles für die Menschen vor Ort verbessert hat. Aus einigen Regionen in Ostdeutschland sind in der Tat „Blühende Landschaften“ entstanden. Anschaulich wird dies durch die Bildvergleiche besonders deutlich. Anhand der Fotovergleiche ist  anschaulich klar, dass die Wende von 1989/1990 nicht nur wirtschaftlich eine Erfolgstory war und ist, sondern auch einen großen ökologischen Gewinn mit sich brachte. Die Planwirtschaft der SED-Führung war umweltzerstörerisch. Die rauchenden Schlote der Kokereien und Kraftwerke standen nicht für ökonomisches Wachstum, sondern waren ein Zeichen für den Raubbau an der Umwelt und Infrastruktur der Städte. Mit der Einführung der Sozialen Marktwirtschaft ist es auch in Ostdeutschland gelungen, ökonomisches Wachstum, verbunden mit einem sozialen Ausgleich und dem Umweltschutz in Einklang zu bringen. Sauberes Wasser in Seen und Flüssen, eine verbesserte Luftqualität in den Städten, effizientere Energiesysteme, innovative Antriebssysteme sowie umweltfreundliche Prozesse in der Fertigung von Produkten sind nur einige Beispiele, die dank der Innovationskraft der Menschen in Ostdeutschland möglich wurde.

Die Realität zeigt heute sogar eine relative Entkopplung unseres Wirtschaftswachstums vom Energieverbrauch. Das heißt, dass das Brutto-inlandsprodukt mit einer höheren Rate wächst als der Primärenergie-verbrauch. Zu all diesen unbestreitbaren positiven ökonomischen und ökologischen Entwicklungen haben der Aufbau Ost und die Einführung der Sozialen Marktwirtschaft beigetragen.


Jakobiviertel in Mühlhausen, 1989

Unbestritten ist, dass der Aufbau Ost noch nicht abgeschlossen ist. Es ist viel erreicht worden, aber längst noch nicht alles geschafft. In Zukunft wird es darum gehen, dass die nach wie vor strukturell bedingten Unterschiede weiter abgebaut werden. Mit dem Mut und dem Geist von 1989/1990 und der Erfahrung in den vergangenen 24 Jahren Deutsche Einheit wird die vollständige Angleichung der Lebensverhältnisse auch gelingen.

 

Zeitleiste Herbst 1989

  • 08. August 1989: Schließung der Ständigen Vertretung in Ost-Berlin. Mehrere Hundert Menschen befinden sich zu dem Zeitpunkt in der Vertretung. Die DDR sagt ihnen die Ausreise zu, wenn sie die Besetzung beenden und das Gebäude verlassen.
  • 19. August 1989: Paneuropäisches Frühstück von Sobrón (Ungarn)
  • 04. September 1989: Beginn der Montagsdemonstrationen in Leipzig und weiteren ostdeutschen Städten
  • 10. September 1989: Die ungarische Regierung öffnet die Grenze zu Österreich. In den nächsten vier Tagen verlassen 14.000 Menschen Ungarn in Richtung Bundesrepublik
  • 30. September 1989: Bundesaußenminister Hans-Dietrich Genscher verkündet vom Balkon der bundesdeutschen Botschaft in Prag die erste Ausreiseerlaubnis für etwa 6.000 DDR-Flüchtlinge.
  • 03. Oktober 1989: Aufhebung des pass- und visafreien Verkehrs in der Tschechoslowakei durch die DDR-Regierung.
  • 07. Oktober 1989: Mehrere Proteste zum 40. Jahrestag der DDR, u. a. in Plauen, an der sich mehr als 10.000 Menschen beteiligen
  • 09. Oktober 1989: Montagsdemonstration in Leipzig. Die Menschen demonstrieren gegen die politischen Verhältnisse und rufen: „Wir sind das Volk.“
  • 18. Oktober 1989: Rücktritt von Erich Honecker. Egon Krenz wird neuer Generalsekretär.
  • 24. Oktober 1989: Egon Krenz wird von der Volkskammer zum Vorsitzenden des Staatsrates und des Nationalen Verteidigungsrates gewählt. Am Abend demonstrieren Tausende Menschen dagegen.
  • 04. November 1989: Auf dem Alexanderplatz in Berlin findet die bislang größte Demonstration gegen das SED-Regime in der Geschichte der DDR statt. Hunderttausende fordern demokratische Rechte.
  • 07. November 1989: Rücktritt des Ministerrates unter der Führung von Willi Stoph.
  • 08. November 1989: Rücktritt des Politbüros des Zentralkomitess der SED.
  • 09. November 1989: Fall der Berliner Mauer