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(Quelle: picture alliance / dpa)
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24 Jahre Deutsche Einheit: Aufbau Ost ist eine Erfolgsgeschichte für ganz Deutschland

Ökonomen der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) sprechen zu Recht von einem „ostdeutschen Wirtschaftswunder“

Der Jahresbericht der Bundesregierung zum Stand der Deutschen Einheit zeigt eindrucksvoll, dass der Aufbau Ost eine Erfolgsgeschichte ist: Nur 25 Jahre nach dem Fall der Mauer hat die ostdeutsche Wirtschaft nach Westdeutschland und Japan den höchsten Industrieanteil unter den G7-Staaten.

Lag das Bruttoinlandsprodukt pro Kopf im Jahr 1991 bei lediglich 33 Prozent, so verdoppelte es sich bis zum Jahr 2013 und liegt heute bei rund 66 Prozent des westdeutschen Niveaus. Die Verdoppelung des Realwachstums kann mit Fug und Recht auch als „ostdeutsches Wirtschafts-wunder“ bezeichnet werden. Die Ökonomen der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) belegen dies eindrucksvoll mit aktuellen Zahlen. Danach liegt das reale verfügbare Einkommen pro Kopf bei rund 90 Prozent des westdeutschen Vergleichswertes. Im  Vergleich zu den osteuropäischen Staaten liegt Ostdeutschland bezüglich der Wirtschaftsleistung sogar an der Spitze. Von den jungen Demokratien, die 1990 sozusagen neu geboren wurden, ist die ostdeutsche mit Abstand die wachstumsstärkste, die erfolgreichste und die stabilste.

Wachstumserfolg durch Bildungs- und Forschungspolitik 

Die Grundlage für diesen wirtschaftlich messbaren Erfolg liegt in der Bildungs- und Forschungspolitik. Den vorwiegende unionsgeführten ostdeutschen Landesregierungen ist es in den vergangenen 24 Jahren gelungen, in Ostdeutschland eine international konkurrenzfähige Wissenschafts- und Forschungslandschaft zu entwickeln. Beweise dafür sind die Erfolgsstories ostdeutscher Hochschulen in der Exzellenzinitiative von Bund und Ländern. Damit diese Performance weitergeführt werden kann, wird der Bund die  Länder in dieser Legislaturperiode bei Kitas, Schulen und Hochschulen mit sechs Milliarden Euro unterstützen.

Demografische Entwicklung im Fokus

Die Demografische Entwicklung ist eine der wichtigsten Herausforderungen, denen sich Deutschland stellen muss. Ein wichtiges Instrument für den erfolgreichen Umgang mit der alternden Bevölkerungsentwicklung sind tragfähige öffentliche Haushalte. Die ostdeutschen Bundesländer haben in der Finanzpolitik Verantwortung bewiesen. Im vergangenen Jahr 2013 konnten alle ostdeutschen Länder durchweg ihre Haushalte mit einem Überschuss abschließen: Sachsen (rund 820 Mio. Euro), Brandenburg (rund 700 Mio. Euro), Berlin (rund 480 Mio. Euro), Thüringen (rund 340 Mio. Euro), Mecklenburg-Vorpommern (rund 320 Mio. Euro) und Sachsen-Anhalt (rund 250 Mio. Euro).

Für den Aufbau Ost geht es in der Zukunft darum, den nach wie vor bestehenden – vor allem historisch bedingten und dem strukturellen Unterschied geschuldeten -  Nachteile des Ostens gegenüber den alten Bundesländern abzubauen: Die „ Kleinteiligkeit“ der ostdeutschen Wirtschaftsstruktur sowie dem Mangel an wertschöpfungsintensiven Konzernzentralen . Erschwerend kommt eine wesentlich geringere unternehmensgetragene Forschungsstruktur hinzu.  Daher haben Programme wie „Zwanzig20 – Partnerschaft für Innovation“  weiterhin Priorität, weil sie die strukturellen Unterschiede zwischen Ost und West abbauen.

Der Wirtschaftsstandort Ostdeutschland lebt auch vom Ausbau der digitalen Infrastruktur. Der von der Bundesregierung beschlossene Breitbandausbau ist für die Weiterentwicklung der strukturschwachen Gebiete Ostdeutschlands unerläßlich für eine erfolgreicher Weiterentwicklung des Aufbau Ost.

Ziel einer unionsgeführten Politik bleibt es, die Lebensverhältnisse in Ost und West anzugleichen und die noch vorhandenen Differenzen abzubauen.