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(Quelle: pixabay)

Faktencheck | Corona-Impfung

Fragen & Antworten zum Impfen

Die Impfungen gegen das Coronavirus haben im zweiten Quartal 2021  an Fahrt aufgenommen. Seit Ostern impfen neben den speziellen Zentren auch die Hausärzte. So konnten bis Anfang Mai insgesamt über 30 Millionen Impfdosen verabreicht werden.
 

1Million Impfungen täglich

In der Spitze erhalten pro Tag bis zu eine Million Menschen eine Impfung. Bis zum Ende des Sommers sollen alle, die dies möchten, ein Impfangebot erhalten. Werden die Impfstoffe wie erwartet geliefert, könnte es auch schneller gehen.  

Gegen das Coronavirus (SARS-CoV-2) wurden bislang vier verschiedene Impfstoffe in der Europäischen Union zugelassen – die der Firmen BioNTech/Pfizer, Moderna, AstraZeneca und Johnson & Johnson. Vier weitere Anträge auf Zulassung liegen vor, darunter das Vakzin des Tübinger Herstellers CureVac. Alles Wissenswerte hier im Check.

Faktencheck

  • Wie weit ist Deutschland mit den Impfungen gegen Corona?

    Das Tempo der Impfungen hat sich im zweiten Quartal des Jahres deutlich erhöht. In Deutschland haben bis Ende der ersten Maiwoche ein Drittel der Menschen eine Erstimpfung erhalten. Mehr als acht Millionen wurden vollständig geimpft. 

    Die Mehrheit der ersten beiden Priorisierungsgruppen wurde inzwischen geimpft. So haben laut der Ständigen Impfkommission (Stiko) beispielsweise die Bewohner von Altenheimen zu hundert Prozent die erste Impfung und zu 85 Prozent die zweite Impfung erhalten. Von den über 80-Jährigen wurden 80 Prozent zum ersten Mal und zwei Drittel zum zweiten Mal geimpft.

    Inzwischen können sich bereits Menschen, die der Prioritätsgruppe 3 angehören, impfen lassen. Zu ihnen zählen 61- bis 70-Jährige, medizinisch vorbelastete Menschen, Polizisten und Feuerwehrleute sowie Beschäftigte im Lebensmitteleinzelhandel. Es wird erwartet, dass die Priorisierung im Juni aufgehoben werden kann. Ab Juni sollen neben den Hausärzten, die seit Ostern impfen, auch die Betriebsärzte in die Impfkampagne einbezogen werden.

    Es gilt, dass bis Ende des Sommers jeder, der dies möchte, ein Impfangebot erhalten soll. Es könnte allerdings auch schneller gehen.
     

  • Welche Vorteile gibt es für Geimpfte?

    Ab dem 9. Mai 2021 gibt es erste Erleichterungen für Menschen, die vollständig gegen COVID-19 geimpft oder von einer Erkrankung damit genesen sind.

    • So müssen sie sich nicht mehr auf Corona testen lassen, wenn sie beispielsweise einen Friseur oder ein Geschäft aufsuchen oder in Zoos und Botanischen Gärten bummeln wollen. Außerdem gelten für sie keine Kontakt- und Ausgangsbeschränkungen mehr.
    • Bei privaten Treffen werden sie nicht mitgezählt. Außerdem müssen sie nicht mehr in Quarantäne, etwa wenn sie aus dem Ausland einreisen oder Kontakt mit Infizierten hatten. Dies gilt nicht für Kontakte mit einer Person, die mit einer in Deutschland noch nicht verbreiteten Virusvariante infiziert ist, oder bei Einreisen aus Virusvarianten-Gebieten.

    Die Erleichterungen wurden deshalb möglich, weil laut Robert-Koch-Institut (RKI) nach jetziger Kenntnis von vollständig Geimpften und Genesenen ein äußerst geringes Risiko ausgeht, das Coronavirus zu übertragen. Jedenfalls ist es deutlich geringer als bei Personen, die einen negativen Antigen-Schnelltest vorlegen. Denn die Schnelltests schlagen bei symptomlosen Infizierten nicht immer an. Von vollständig Geimpften geht ab dem 15. Tag nach der zweiten Impfung kein nennenswertes Risiko mehr aus, von Genesenen bis zu einem halben Jahr nach ihrer Erkankung.

    Dass Geimpfte und Genesene Schritt für Schritt ihre Grundrechte zurückerhalten, ist verfassungsrechtlich geboten. Weiterhin zumutbar ist es aber, dass auch geimpfte und genesene Personen die Abstands- und Hygieneregeln einhalten und medizinische Schutzmasken tragen. Alles andere wäre auch kaum kontrollierbar. 
     

  • Wie können Geimpfte ihren Status nachweisen?

    Ihren Status können Geimpfte derzeit mit dem gelben Impfpass dokumentieren oder mit einem anderen Nachweis über eine vollständige Impfung mit einem in der EU zugelassenen Impfstoff. Um eine leichtere Kontrolle zu ermöglichen, arbeitet die Bundesregierung an einem digitalen Impfpass, der einfach zu handhaben sein soll. Künftig sollen Impfzentren und niedergelassene Ärzte eine Corona-Impfung in den digitalen Impfpass eintragen dürfen. 

    Auch die Europäische Union trifft Vorsorge für den Sommer, wenn die Zahl der Menschen, die geimpft sein werden, nochmals deutlich ansteigt. Bis zum Juni will sie ein Impfzertifikat einführen, das Impfungen, aktuelle Negativtests oder überstandene COVID-Erkrankungen dokumentieren kann – sowohl digital als auch in Papierform. Ob mit dem Nachweis Quarantäne- und Testpflichten beim Reisen innerhalb der EU entfallen, muss noch zwischen der EU und den Mitgliedstaaten ausgehandelt werden. Um in den Genuss der Freiheiten zu kommen, muss der Geimpfte jedoch einen in der EU zugelassenen Impfstoff erhalten haben. 
     

  • Wieviel Impfstoff ist vorhanden?

    Nachdem in Deutschland zu Anfang des Jahres 2021 wegen der hohen weltweiten Nachfrage einerseits und Lieferengpässen andererseits nur wenig Impfstoff vorhanden war, stehen im zweiten Quartal deutlich mehr Vakzine zur Verfügung. 

    Bis zum Ende der 17. Kalenderwoche am 2. Mai 2021 wurden über 35,7 Millionen Impfstoffdosen von BioNTech/Pfizer, AstraZeneca, Moderna und Johnson&Johnson an die Bundesländer ausgeliefert. Für das gesamte zweite Quartal haben alleine BioNTech/Pfizer und Moderna Lieferungen im Umfang von 57 Millionen Dosen angekündigt. Die von AstraZeneca und Johnson&Johnson, die ihre Liefermenge noch nicht genau beziffert haben, kommen noch hinzu.

    Insgesamt summieren sich die Prognosen für das zweite Quartal auf fast 70 Millionen. Bis Ende des Jahres sollen über 270 Millionen Impfdosen verfügbar sein – also mehr als das Dreifache der Bevölkerung Deutschlands. Und nicht alle Impfstoffe müssen zweimal gespritzt werden. Beim Vakzin von Johnson&Johnson beispielsweise genügt eine Dosis.

    In die Rechnung für das Gesamtjahr einbezogen sind auch Lieferungen von Herstellern, deren Produkt bislang noch nicht in der EU zugelassen ist, also das des Tübinger Unternehmens CureVac und das des französischen Pharmariesens Sanofi. Für den Impfstoff von CureVac wie für das russische Präparat Sputnik V, ein Vakzin des US-Herstellers Novavax und das Produkt des chinesischen Herstellers Sinovac sind Zulassungen bei der europäischen Arzneimittelbehörde EMA beantragt. 
     

  • Welche Arten von Impfstoffen gibt es?

    Auf dem Markt sind bislang zwei Arten von Impfstoffen: Boten-RNA-Impfstoffe wie die von BioNTech oder Moderna und Vektorimpfstoffe wie die von AstraZeneca oder Johnson&Johnson. Beide Arten versetzen den Körper in die Lage, eine Immunreaktion auf das Cornoavirus zu entwickeln. Beide Arten haben jedoch unterschiedliche Eigenschaften.

    • So können die neuartigen mRNA-Impfstoffe, die nur die genetische Information des Virus, aber nicht das Virus selbst enthalten, vergleichsweise leicht hergestellt und an Mutationen angepasst werden. Allerdings muss das Vakzin von BioNTech bei Temperaturen von minus 70 Grad Celsius gelagert werden. Das macht die Aufbewahrung und den Transport schwierig. Ihre Effektivität wird mit rund 95 Prozent angegeben.
    • Vektorimpfstoffe schleusen den Bauplan des Coronavirus über ein harmloses Trägervirus in den Köper. Sie werden seit zwei Jahrzehnten klinisch erprobt. Ihr Vorteil ist, dass sie bei Kühlschranktemperaturen gelagert werden können und daher leichter handhabbar sind. Ihre Wirksamkeit wird generell mit rund 75 Prozent angegeben, was sehr viel ist. Schwere Krankheitsverläufe verhindern sie in den allermeisten Fällen. Zum Vergleich: Impfstoffe gegen Grippe erreichen einen Wirkungsgrad von 40 bis 60 Prozent.

    Während die meisten zugelassenen Wirkstoffe zweimal verimpft werden müssen, damit die volle Immunität erreicht ist, genügt bei dem Impfstoff von Johnson&Johnson eine Spritze. Die Abstände zwischen den beiden Impfungen der anderen Vakzine variieren zwischen drei Wochen und drei Monaten.

  • Sind alle Impfstoffe gleich gut?

    Grundsätzlich ist die Verträglichkeit bei allen Impfstoffen sehr gut. Nebenwirkungen halten sich in der Regel in sehr geringen Grenzen und entsprechen den nach Impfungen erwartbaren Reaktionen wie kurze grippeartige Symptome oder Kopfschmerzen. Diese Reaktionen sind insofern positiv, als sie anzeigen, dass der Impfstoff das Immunsystem mobilisiert.  

    Allerdings sind beim Vakzin von AstraZeneca im zeitlichen Zusammenhang mit Impfungen bei einer sehr geringen Anzahl von Geimpften Hirnvenen-Thrombosen aufgetreten. Mitte März wurden daher die Impfungen mit AstraZeneca in einigen europäischen Staaten – darunter Deutschland – für eine kurze Zeit vorsorglich ausgesetzt, damit die europäische Arzneimittelagentur EMA die Fälle eingehend prüfen konnte. Die EMA kam zu dem Schluss, dass der Impfstoff weiterhin als wirksam und sicher betrachtet werden kann. Der Nutzen des Impfstoffs überwiege die Risiken bei Weitem, so die Schlussfolgerung. 

    In Deutschland wurden daraufhin die Aufklärung und Warnhinweise für den AstraZeneca-Impfstoff angepasst. So kann entschieden werden, ob im Einzelfall auf einen anderen Impfstoff zurückgegriffen werden sollte. 

    Nach weiteren Fällen von Hirnvenen-Thrombosen – vor allem bei jüngeren Frauen - entschieden Bund und Länder am 30. März 2021, den Impfstoff von AstraZeneca grundsätzlich nur noch an über 60-Jährige zu verimpfen. Am 6. Mai 2021 beschlossen Bund und Länder, die Priorisierung für das Vakzin bundesweit aufzugeben. Das bedeutet, dass sich jeder Impfwillige - unabhängig von seiner Priorisierungsgruppe – nach einem ärztlichen Beratungsgespräch mit AstraZeneca in Arztpraxen impfen lassen kann.  

    Menschen unter 60, die bereits eine Erstimpfung mit AstraZeneca erhalten haben, können entsprechend der Empfehlung der Ständigen Impfkommission (Stiko) zwölf Wochen nach der Erstimpfung eine Zweitimpfung mit einem mRNA-Impfstoff von BioNTech oder Moderna erhalten. 

  • Wie sieht die Impfstrategie aus?

    Da Impfstoffe vorerst nicht flächendeckend zur Verfügung stehen, musste entschieden werden, welche Bevölkerungsgruppen zuerst geimpft werden. Dieses Verfahren wird Priorisierung genannt. 

    Nach der Verordnung des Bundesgesundheitsministeriums, die auf Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (Stiko) beruht, gibt es drei priorisierte Gruppen:

    • Als Erstes bekamen alle Menschen über 80, Bewohner und Personal in Alten- und Pflegeheimen sowie unter anderem medizinisches Personal in Krankenhäusern, Notaufnahmen, in der Betreuung von COVID-19-Patienten und mit engem Kontakt zu vulnerablen Gruppen ein Impfangebot. Inzwischen haben nach Angaben der Stiko die Bewohner von Altenheimen zu 100 Prozent eine erste und zu 85 Prozent eine zweite Impfung erhalten.
    • Als nächstes erhielten alle Bürger über 70 sowie Menschen, bei denen aufgrund von Vorerkrankungen ein sehr hohes oder hohes Risiko für einen schweren oder tödlichen Krankheitsverlauf nach einer Infektion mit SARS-CoV-2 besteht, eine Impfeinladung. Dazu zählen unter anderem Demenz- und akut Krebskranke, Patienten mit Diabetes oder schweren Lungen- und Nierenschäden sowie Organtransplantierte und Menschen mit Down-Syndrom, aber auch das weitere medizinische Personal sowie Polizei- und Ordnungskräfte, die in ihrer täglichen Arbeit einem hohen Risiko ausgesetzt sind. Inzwischen gehören auch Grundschul-, Sonderschul- und Förderschullehrer sowie Betreuer in Kindertagesstätten zur zweiten Gruppe, weil kleine und lerneingeschränkte Kinder den notwendigen Abstand nicht einhalten können. 
    • Zu der dritten Gruppe schließlich zählen Personen über 60, weitere gesundheitliche Risikogruppen sowie Menschen mit erhöhtem beruflichem Ansteckungsrisiko, unter anderem Feuerwehrleute, Beschäftigte im Einzelhandel und im Transportwesen. Diese Gruppe ist seit Anfang Mai aufgerufen, sich impfen zu lassen. So lange allerdings noch nicht alle Impfwilligen der ersten beiden Gruppen eine Spritze erhalten haben, hält die Stiko jedoch an der Priorisierung fest.  

    Im Einzelfall konnten und können Ärzte entscheiden, ob bei besonders gefährdeten Patienten gesundheitliche Gründe bestehen, diese bei der Impfung vorziehen. Außerdem können Menschen aus nachfolgenden Priorisierungsgruppen vorzeitig geimpft werden, wenn die epidemiologische Lage es erfordert, beispielsweise wenn sie in Hotspots mit hohem Verbreitungsgrad des Virus leben. Grundsätzlich soll vorhandener Impfstoff optimal genutzt werden. 

  • Wer bekommt welchen Impfstoff?

    So lange der Impfstoff knapp ist, können die Bürger nicht zwischen den Vakzinen der verschiedenen Hersteller wählen. Gespritzt wird das, was in den Impfzentren der Bundesländer oder beim Hausarzt verfügbar ist. Alle verfügbaren Impfstoffe schützen wirksam vor einem schweren Krankheitsverlauf. Für den Impfstoff von AstraZeneca wurde die Priorisierung am 6. Mai 2021 allerdings aufgehoben. Jeder Impfwillige kann sich damit – unabhängig von seiner Priorisierungsgruppe – spritzen lassen, wenn in einem Arztgespräch festgestellt wird, dass kein erhöhtes Thrombose-Risiko vorliegt.

    Geimpft werden können derzeit nur Erwachsene. Nur der Impfstoff von BioNTech/Pfizer ist für Jugendliche ab 16 Jahren zugelassen, die anderen Impfstoffe jedoch ausschließlich für Personen ab 18 Jahren. Kinder und Jugendliche sollen erst geimpft werden, wenn ausreichende Studien ihre Sicherheit und Wirksamkeit auch für diese Altersgruppe belegen und damit eine Zulassung erfolgt sein wird. 
    Inzwischen hat BioNTech/Pfizer bei der Europäischen Arzneimittelbehörde EMA die Zulassung seines Vakzins für Jugendliche zwischen zwölf und 16 Jahren beantragt. Mit einer Entscheidung wird im Juni gerechnet. 

    Pfizer führt nach eigenen Angaben außerdem eine Studie bezogen auf Kinder zwischen elf Jahren und sechs Monaten durch. Sollte sich der Impfstoff in dieser Altersgruppe bewähren und eine Zulassung erteilt werden, wollen sie mit Impfungen Anfang 2022 beginnen. Auch der US-Hersteller Moderna hat im März nach eigenen Angaben mit verschiedenen klinischen Studien an Kindern im Alter zwischen sechs Monaten und 17 Jahren begonnen. Bis Sommer sollen demnach erste Ergebnisse vorliegen.

  • Wirken die Impfstoffe auch gegen Mutationen?

    Wie in allen anderen EU-Ländern breitet sich auch in Deutschland die hochansteckende „britische Mutante“ B.1.1.7. immer mehr aus. Sie wird so genannt, weil sie in Großbritannien erstmals wissenschaftlich nachgewiesen wurde. Ihr Anteil liegt inzwischen bei über 90 Prozent des Infektionsgeschehens, während das Wildvirus auf dem Rückzug ist. B.1.1.7. ist dafür verantwortlich, dass Deutschland seit März von einer dritten Infektionswelle erfasst wurde, die inzwischen aber langsam abebbt – nicht zuletzt dank des Impffortschritts. Auch die „südafrikanische“ und die „brasilianische“ Mutante wurden nachgewiesen – bislang jedoch in geringem Umfang. 

    Laut Robert-Koch-Institut (RKI) schützen alle Impfstoffe, die aktuell in Deutschland zur Verfügung stehen, nach derzeitigen Erkenntnissen sehr gut vor einer Erkrankung durch die britische Variante. Sie schützen auch vor schweren Erkrankungen durch die anderen Varianten.

    Jüngste Studien aus Israel und Katar zeigen, dass der Wirkstoff von BioNTech/Pfizer zu 95 Prozent vor schweren Erkrankungen oder Tod schützt – auch im Falle der Virusvarianten, die in Großbritannien oder Südafrika identifiziert wurden. 
      

  • Was bedeutet Herdenimmunität?

    Nur eine Impfung kann vor einer Ansteckung mit dem neuartigen Coronavirus schützen. Wenn ein hoher Prozentsatz einer Bevölkerung geimpft ist, kommt die Ausbreitung des Virus zum Erliegen, weil es keinen Wirt mehr findet. Man spricht dann von Herdenimmunität. Der Chef des Robert-Koch-Instituts, Robert Wieler, schätzt, dass die Schwelle im Fall von Corona bei circa 80 Prozent der Bevölkerung liegt. Das heißt, wenn 80 Prozent der Menschen immun gegen COVID-19 sind, dann ist auch der Rest der Bevölkerung geschützt. Herdenimmunität ist deshalb wichtig, weil es Menschen gibt, die sich aus gesundheitlichen Gründen gar nicht impfen lassen können oder für die noch kein Impfstoff zugelassen ist, zum Beispiel Kinder.

    Eine Herdenimmunität könnte theoretisch auch dann erreicht werden, wenn ein Großteil der Menschen COVID-19 durchlitten hat und auf diesem Wege dagegen immun geworden ist. Dies würde jedoch sehr schwere Erkrankungen und Todesfälle mit sich bringen. Nicht nur Ältere und Personen mit Vorerkrankungen tragen ein hohes Risiko für solch massive Erkrankungen, auch unter jungen Menschen kommt es zu schweren Verläufen. Dabei ist zu berücksichtigen, dass es noch kein Medikament gegen das Coronavirus gibt. Auch die langfristigen Folgen einer Corona-Infektion, bezeichnet als Long-COVID, treffen alle Altersgruppen und dürfen nicht außer Acht gelassen werden. Im Falle von COVID-19 ist außerdem noch nicht erwiesen, wie lange der Immuneffekt anhält, und ob Menschen, die die Krankheit hinter sich haben, auch gegen Mutationen immun sind. 

  • Wird es eine Impfpflicht gegen das Coronavirus geben?

    Nein, die Impfung ist freiwillig. Die Bundesregierung spricht von einem Impfangebot. Sie setzt auf Aufklärung über Wirksamkeit und Risiken, um die Impfbereitschaft zu erhöhen. Informationen können den Menschen helfen, eine selbstbestimmte Impfentscheidung zu treffen.

    Angesichts des anhaltenden Lockdowns, aber auch angesichts schwerer Verläufe und langfristiger Folgen von COVID-19-Erkrankungen ist davon auszugehen, dass sich viele Menschen freiwillig impfen lassen, sobald sie an der Reihe sind. Umfragen zufolge liegt die Impfbereitschaft derzeit zwischen 60 und 80 Prozent. 

    Grundsätzlich sind Impfungen in Deutschland nicht vorgeschrieben. Es können aber Vorkehrungen gegen die Ausbreitung einer gefährlichen Krankheit getroffen werden, etwa Quarantäne-Maßnahmen für Infizierte und Menschen, die mit ihnen in Kontakt standen. Das sieht das Infektionsschutzgesetz vor. 

  • Woher kommt das Geld für die Forschung an Impfstoffen?

    Das Geld für Forschung und Entwicklung von Impfstoffen kommt von Staaten, aber auch von privaten Stiftungen wie der Bill-and-Melinda-Gates-Stiftung. 

    Für die Entwicklung eines Impfstoffs gegen SARS-CoV-2 stellt der Bund 145 Millionen Euro bereit. Deutschland fördert nach Angaben des Bundesforschungsministeriums auch die internationale Impfstoff-Initiative CEPI (Coalition for Epidemic Preparedness Innovations) – und zwar seit ihrer Gründung 2017 mit insgesamt 90 Millionen Euro und hat außerdem ein Sonderprogramm zur Erforschung eines Impfstoffes gegen Corona mit einem Volumen von bis zu 750 Millionen Euro aufgelegt. Ziel des Programms ist es, klinische Prüfungen zu fördern, Studienkapazitäten auszubauen und die Produktionskapazitäten für die zu prüfenden Impfstoffkandidaten zu erhöhen. 

    CEPI ist eine öffentlich-private Partnerschaft, in der sowohl staatliche Förderer als auch Stiftungen, Forschungseinrichtungen und Pharma-Unternehmen zusammenarbeiten. Neben Deutschland gehören unter anderem Norwegen, Japan, Kanada und Australien sowie die Bill-and-Melinda-Gates-Stiftung und der Wellcome-Trust zu den Financiers. In die von CEPI initiierten Entwicklungsprojekte ist auch das deutsche biopharmazeutische Unternehmen CureVac eingebunden. 

  • Wie sieht es mit Medikamenten gegen Covid-19 aus?

    Die Forschung nach Medikamenten gegen COVID-19 läuft auf Hochtouren, hat im Moment allerdings noch keine bahnbrechenden Ergebnisse gebracht. Das Bundesforschungsministerium hat im Januar 50 Millionen Euro für die Erforschung bereitgestellt, um die sich Forschende und Unternehmen der gewerblichen Wirtschaft bewerben können. 

    Die Europäische Union kündigte unterdessen eine Strategie an, um schneller Medikamente zur Behandlung von COVID-19 zur Verfügung zu haben. So werde man bis Juni eine Liste von fünf vielversprechenden neuen Medikamenten zusammenstellen, von denen bis Oktober mindestens drei verfügbar sein sollen. Anschließend soll die gemeinsame Beschaffung anlaufen.