Stegemann

Text und Interview


(Quelle: Tobias Koch)
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Stegemann: „Lebensmittelversorgung ist gesichert“

Albert Stegemann über die Versorgung während der Corona-Epidemie

Die Landwirtschaft und die Ernährungsindustrie sind ein unverzichtbarer Teil der Versorgungsinfrastruktur, die auch während der Corona-Krise weiter funktionieren muss. Im Kurzinterview Albert Stegemann, agrarpolitischer Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion.

Herr Stegemann, wir sehen halbleere Regale in den Supermärkten. Wir sehen Menschen, die hamstern. Müssen wir uns Sorgen um die Lebensmittelversorgung machen?
Albert Stegemann: Es gibt keinen Grund, hektische Käufe vorzunehmen. Die Menschen in Deutschland müssen sich keine Sorgen machen. Unsere Bäuerinnen und Bauern produzieren Grundnahrungsmittel in ausreichender Menge und die deutsche Ernährungsindustrie beliefert die Supermärkte so, dass haushaltsübliche Mengen von jedermann eingekauft werden können. Halbleere Regale werden kontinuierlich und fortwährend aufgefüllt. Kurzum: Vom Landwirt bis zur Verkäuferin geben alle in der Lebensmittelkette 150 Prozent, dass wir in Deutschland zu essen und zu trinken haben.

„Deutschland hat einen hohen Selbstversorgungsgrad“

In Zeiten der Globalisierung kommen nicht nur unsere Tablets und Flachbildschirme aus anderen Kontinenten, sondern auch Kaffee, Obst oder Reis – um ein paar Dinge herauszugreifen. Steht die Lieferkette für Lebensmittel? 
Stegemann: Der Nachschub an Lebensmitteln ist gesichert. Aufgrund der Grenzkontrollen kann es zwar hier und da zu Verzögerungen kommen; das kann aber etwa mit einer „grünen Spur“ für LKW gelöst werden. Unsere bäuerlich-familiengeführte und flächendeckende Landwirtschaft ist systemrelevant und sie produziert alles was wir brauchen. Deutschland hat daher einen sehr hohen Selbstversorgungsgrad. Bei Kartoffeln 148 Prozent, Getreide 107 Prozent, Schweinefleisch 119 Prozent. 

Rechnen Sie mit steigenden Preisen für Lebensmittel, wenn es für die Läden schwieriger wird, an Nachschub zu kommen?
Stegemann: Unter Umständen könnten aufgrund der aktuellen Grenzkontrollen einzelne Gemüse- oder Obstsorten, die nicht bei uns wachsen, kurzfristig teurer werden. Aber noch einmal: Unsere Versorgung mit Lebensmitteln ist gesichert. Und ich ermuntere dazu, jetzt vermehrt regionales Obst und Gemüse zu kaufen. Das dient unserer heimischen Landwirtschaft und dem Klimaschutz.

Kann die Landwirtschaft funktionieren, wenn ihr die ausländischen Saisonarbeitskräfte ausgehen, die pflanzen und ernten?
Stegemann: Wir leben auch in der Landwirtschaft in einer arbeitsteiligen Welt. Gerade bei Obst und Gemüse sind viele Betriebe auf ausländische Arbeitskräfte angewiesen. In der letzten Saison waren rund 300.000 Saisonarbeitskräfte eingesetzt. Hier ist echter Handlungsbedarf, da landwirtschaftliche Produkte wie Spargel oder Erdbeeren nicht einfach später geerntet werden können. Wenn es am Ende an Erntehelfern mangelt, müssen wir davon ausgehen, dass im Sommer einzelne Waren wie Spargel und Erdbeeren nicht in gewohnter Menge und Vielfalt zu Verfügung stehen. Deshalb sind wir in einem engen Kontakt mit dem Bundeslandwirtschaftsministerium, um geeignete Lösungen zu finden.