Nadine Schön

Text und Interview


(Quelle: Salvadore Brand)
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Schön: Familien- und Erwerbsarbeit partnerschaftlich teilen

Nadine Schön im Interview zur Gleichstellungsstrategie

Die Bundesregierung hat eine nationale Strategie zur Gleichstellung von Frauen und Männern beschlossen. Die Stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Nadine Schön, erklärt hier im Interview, worum es geht.

Frau Schön, was beinhaltet die Gleichstellungsstrategie der Bundesregierung?

Nadine Schön: „Die ressortübergreifende Gleichstellungsstrategie ist ein Vorhaben aus dem Koalitionsvertrag von CDU/CSU und SPD. Sie bündelt Maßnahmen der einzelnen Bundesressort und trägt so dazu bei, Regelungen besser aufeinander abzustimmen. Ziel ist, dass Frauen und Männer ihren Lebensentwurf verwirklichen können, dass es ihnen ermöglicht wird, Familien- und Erwerbsarbeit partnerschaftlich und gleichberechtigt zu teilen.“

Welche Instrumente brauchen wir, um eine Gleichstellung zu erreichen?

Nadine Schön: „Wir brauchen eine Vielzahl ganz unterschiedlicher Instrumente. Das zeigt auch die Gleichstellungsstrategie: Das beginnt beim Ausbau der Betreuungsplätze in Kitas und Grundschulen, um eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu erreichen. Dazu gehört auch die Förderung der Inanspruchnahme haushaltsnaher Dienstleistungen. Es geht um die bessere Bezahlung von sozialen Berufen, in denen überwiegend Frauen beschäftigt sind, die Werbung für MINT-Berufe bei Mädchen und Frauen, die Unterstützung von Gründerinnen und Unternehmerinnen, die Möglichkeit, Führungspositionen auch in Teilzeit ausüben zu können, die Weiterentwicklung des Elterngeldes für mehr Partnerschaftlichkeit. Aber auch die stärkere Beteiligung von Frauen in der Politik.“

Corona hat viele gesellschaftliche Dynamiken verändert oder beschleunigt. Ist das hier ebenfalls so?

Nadine Schön: „Es wurde von vielen Seiten vermutet, dass die Corona-Krise durch Lockdown, Homeoffice und die Schließung von Schulen und Kitas die Sorgearbeit einseitig zulasten der Mütter verschiebt. Aber eine neue Studie des Allensbach-Instituts für Demoskopie im Auftrag des Bundesfamilienministeriums kommt zu anderen Ergebnissen: Bei der Frage nach der familiären Aufgabenverteilung in der Krise gaben 59 Prozent der Paar-Eltern an, dass sich ihr eigener Anteil an der Betreuung der Kinder im Verhältnis zum Partner gar nicht geändert habe. Ein weiteres Fünftel gab zwar an, dass die Aufgabenverteilung ungleicher geworden sei, aber ebenfalls ein Fünftel gibt an, dass sie eine weniger ungleiche Aufgabenverteilung erlebt hätten. Für einen ‚Rückfall‘ in alte Rollenmuster spricht das nicht. Und das ist ermutigend.“