Albert Stegemann ist agrarpolitischen Sprecher der CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag

Text und Interview


(Quelle: Tobias Koch)
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Gute Milch braucht gesunde Kühe

Kurzinterview mit dem Landwirt und Bundestagsabgeordneten Albert Stegemann

In über 30 Ländern wird am 1. Juni der "Internationale Tag der Milch" begangen. Auch in Deutschland zeigen Verbände, Molkereien, landwirtschaftliche Betriebe und Unternehmen, was alles in der Milch und in Milcherzeugnissen steckt. Drei Fragen rund um die Milch, drei Antworten dazu von Albert Stegemann. 

Kühe
Quelle: picture alliance/dpa

Herr Stegemann, trinken Sie frische Milch?

Ja, Milch gehört zu meinem Alltag. Sie ist ja auch für viele Verbraucherinnen und Verbraucher fester Bestandteil einer ausgewogenen Ernährung. Nicht zuletzt, weil sie ist eine hochwertige Calciumquelle ist. Die Deutschen konsumieren Pro Kopf 90 Kilogramm Frischmilcherzeugnisse im Jahr. Mein liebstes Milchprodukt ist übrigens Buttermilch.

Schaden die vielen Kühe dem Klima? 

Uns muss klar sein: Lebensmittel können nicht ohne Emissionen erzeugt werden. Aber die Emissionen lassen sich z.B. durch eine verbesserte Fütterung reduzieren. Kühe leisten aber auch einen Beitrag zur Biodiversität und viel für unsere Kulturlandschaft auf den Weideflächen. Grünland könnte der Mensch beispielsweise selbst nicht für seine Ernährung nutzen; die Kühe machen aus Gras aber hochwertige Milch.

Aber in der Tat, wer klimafreundlich essen und trinken möchte, sollte insbesondere auf regionale und saisonale Produkte achten. Kunden können etwa auf Milchprodukte mit dem „Regionalfenster“ achten. Das ist ein Label, das Transparenz über die Herkunft von Lebensmitteln schafft. Darüber hinaus können wir alle viel für das Klima leisten, indem wir bedachtsamer einkaufen und dadurch weniger Lebensmittel wegwerfen. Fast 13 Millionen Tonnen Lebensmittel landen in Deutschland jedes Jahr im Abfall. Ein Joghurt oder eine Butter kann ich durchaus auch noch nach Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums essen. Einfach mal dran riechen oder probieren.

 

Bedeutet günstige Milch, dass die Kühe schlechter gehalten werden?

Nein, denn gesunde Kühe sind das Erfolgsrezept jedes landwirtschaftlichen Betriebs. Moderne Technik kann gleichzeitig das Wohl der Tiere verbessern. Ich denke da zum Beispiel an moderne Boxenlaufställe, Melkroboter, die die Kuh genau nach Bedarf melken, oder digitale Sensorik zur Überwachung der Gesundheit jeder einzelnen Kuh. Wir als CDU/CSU-Bundestagsfraktion wollen, dass Milchbauern mit berechenbaren Preisen arbeiten können, auch damit sie Investitionen in moderne Technik tätigen können, die dem Tierwohl zu Gute kommen. Die Milchbauern müssen von ihrer harten täglichen Arbeit leben können. Wichtig sind in diesem Kontext starke Erzeugerorganisationen, die zusammen und geeint über Preise und Mengen verhandeln.