Text und Interview


(Quelle: Lars Heinicke)
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Gienger: Wichtiger Schritt zur Normalität

Eberhard Gienger zur Wiederaufnahme der Fußball-Bundesliga

Ab dem 16. Mai muss das Runde wieder ins Eckige – die 1. und 2. Fußball-Bundesliga nehmen den Spielbetrieb auf. Dazu haben wir Eberhard Gienger, den sportpolitischen Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, im Kurz-Interview.

Pandemie-bedingt gibt es nur „Geisterspiele“ – und zwar unter strengen Auflagen. So hat der gastgebende Club darauf zu achten, dass zeitgleich maximal etwa 300 Personen auf dem gesamten Gelände anwesend sind. Fans sind auf dem gesamten Gelände nicht erlaubt.

Herr Gienger, was genau schreiben die Hygienemaßnahmen der Deutschen Fußball Liga (DFL) vor?

Gienger: Im und um das Stadion gibt es für die Spieler, den Betreuerstab und die Fernsehteams viele ablauforganisatorische Vorkehrungen und hygienische Regeln. So soll es bei den Spielern kein gemeinsames Einlaufen, kein Handschlag bei der Platzwahl oder auch keine Umarmungen beim Jubel geben. Hier sind nur ein kurzer Ellenbogen- oder Fußkontakt erlaubt. Sicherlich wird dies ein ungewohntes Bild vom Profifußball. Die weitergehenden Schutzmaßnahmen sind vorübergehend notwendig, sollen uns aber nicht die Freude am Fußball nehmen. Die beschlossenen Lockerungen im Breiten- und Profisport sind zusammen genommen wichtige Schritte, um vorsichtig zu einer gewissen Normalität zurückzukehren. 

Welche Konsequenzen müssen bei Verstößen gezogen werden?

Gienger: Eines muss von Anfang an unumstößlich feststehen: Die Gesundheit der Bevölkerung, wie auch der beteiligten Trainer, Betreuer und Fußballer selbst, geht absolut vor. Wir dürfen das weitere Umfeld der Spieler keinem Risiko aussetzen, das gilt in besonderem Maße für Senioren und Menschen mit Vorerkrankungen. Das bedeutet, dass die Hygiene-Vorschriften ausnahmslos und konsequent durchgesetzt werden müssen. 

Erhoffen Sie sich von der Bundesliga-Wiederaufnahme Erkenntnisse für den Breitensport? 

Gienger: Nicht nur für den Breiten- oder den Freizeitsport! Wir werden versuchen, von den Profis für viele gesellschaftliche Bereiche zu lernen: Das potenzielle Anwendungsspektrum der DFL-Hygieneregeln reicht vom Kulturbereich über Schulen bis zum Tourismus. Denn wir können hier genau überprüfen, wo es beim Aufeinandertreffen bewegungsintensiver Gruppen noch Schwachstellen gibt oder wo gegebenenfalls nachjustiert werden muss. Bereits jetzt findet das DFL-Hygienekonzept in vielen Bereichen große Beachtung. Ich zweifle nicht daran, dass wir hier eine Menge lernen können, und das sind erste Schritt hin zu mehr Lockerungen und Normalität.