Dorf Ehrenamt

Text und Interview


(Quelle: pa/Rainer Oettel/dpa/Zentralbild)
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Besser leben auf dem Land

Unionsfraktion will Bürokratie für Ehrenamtliche abschaffen

Der Bundestag hat den Antrag „Gesellschaftlichen Zusammenhalt stärken – Gutes Leben und Arbeiten auf dem Land gewährleisten“ beschlossen. Darin fordern die Koalitionsfraktionen unter anderem die Befreiung des Ehrenamtes von bürokratischen Vorgaben. Auch für schnelles Internet auf dem Land setzen sie sich ein, um regionale Unternehmen zu stärken und die Digitalisierung der Landwirtschaft voranzutreiben. 

Was zeichnet die ländlichen Regionen aus?

Jede ländliche Region hat das Zeug zum Kraftzentrum - egal, wie unterschiedlich die Menschen und Landschaften sind. Diese Kraft muss aber auch freigesetzt werden können. Dies ist für die CDU/CSU-Bundestagsfraktion zentral. Für uns sind ländliche Regionen kein Anhängsel, keine Museumslandschaften sondern Fundament unseres Landes. Mehr als die Hälfte der Menschen lebt dort. Sie sind die Heimat des Mittelstandes. Nirgendwo gibt es mehr Ehrenamt. Allerdings gibt es auch Schattenseiten wie Abwanderung oder schwache Infrastruktur. Grundsätzlich gilt: Der Erfolg einer Region steht und fällt mit ihrer Wirtschaft. Die Menschen wollen nicht nur schöner wohnen, sondern auch besser leben und gut arbeiten. Dazu brauchen sie zuallererst Ausbildungs- und Arbeitsplätze. Und die Kommunen benötigen Steuereinnahmen.

Landwirtschaft

Wie muss sich der Blick auf die ländlichen Räume ändern? 

Wir brauchen keine Museumsdörfer sondern Vitalorte. Tradition und Moderne schließen sich dabei nicht aus. Zur „Landlust“ gehört die „Wirtschaftswoche“, zu Big Data auch das Dirndl. Dafür braucht es einen klaren Blick: Sachlichkeit statt Ideologie, Pragmatismus statt Verklärung, Herz statt Bürokratie.  Hierfür sind wir die richtigen Rahmenbedingungen erforderlich. Unser Antrag „Gesellschaftlichen Zusammenhalt stärken – Gutes Leben und Arbeiten auf dem Land gewährleisten“ ist Auftrag und Aufforderung an die Bundesregierung zugleich. Wir brauchen keine Sonntagsreden sondern Montagshandeln – auch und gerade für das Ehrenamt. Ohne dies ist auf dem Land kein Staat zu machen. Mehr als alles andere benötigt dies eine Entbürokratisierungsoffensive: Für die Freiwillige Feuerwehr, die Chöre, Sportvereine oder Hospizinitiativen. 

Was ist mit der Herzkammer des Landlebens – der Landwirtschaft?

Landwirtschaft ist heute mehr als Mistgabel und Heuhaufen. Wirtschaftsmotor Nummer eins auf dem Land sind Land- und Forstwirtschaft. In der Brust des modernen Landwirts schlagen längst zwei Herzen: Eines für das Leben mit, von und in der Natur und eines als mittelständischer High-Tech-Unternehmer. Die Bauernregel muss sich mit dem Computer messen, die Milchkanne mit dem Melkroboter. Und die Landwirtschaft hat eine Schlüsselrolle bei der Zukunftsplanung: Eine wachsende Weltbevölkerung bedingt einen guten Umgang mit Ressourcen. Nie war unser Tisch so reichlich und verträglich gedeckt - das soll auch in naher und fernerer Zukunft so bleiben. Politik muss daher der Partner der Landwirte sein, nicht der Spielverderber. Daher setzen wir uns als CDU/CSU-Bundestagsfraktion für die entsprechenden Rahmenbedingungen ein.