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Universitätsklinik in der ehemaligen DDR in den 1970er Jahren (Foto: picture alliance/dpa-Zentralbild)
Pressemitteilung |
(Quelle: picture alliance/dpa-Zentralbild)
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Wir fordern lückenlose Aufklärung über Medikamententests

Klinische Studien an Patienten in der DDR ohne deren Wissen

Pharmaunternehmen aus Westdeutschland testeten in den 1980er Jahren offenbar Medikamente in DDR-Kliniken. Mehr als 50.000 Patienten sollen oft unwissentlich als Testpersonen missbraucht worden sein. Dazu erklärt der gesundheitspolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Jens Spahn:

„Es ist eigentlich unvorstellbar, dass Pharmaunternehmen aus Westdeutschland ihre Medikamente in klinischen Studien an Patienten in der DDR ohne deren Wissen getestet haben sollen. Sollten sich die Berichte bewahrheiten, wäre das ein großer Skandal. Die Unternehmen müssen nun zügig im eigenen Interesse aktiv und uneingeschränkt an der Aufarbeitung dieser Vorgänge mitwirken.

Es steht der Vorwurf im Raum, dass die betroffenen Patienten systematisch nicht darüber informiert und aufgeklärt wurden, dass sie an klinischen Studien teilnehmen. Unklar ist zudem, ob die behandelnden Ärzte überhaupt von den Vorgängen wussten, da die Entschädigungen als Devisen an den Krankenhäusern vorbei in die Staatskassen der DDR flossen. Im Übrigen steht damit auch die Frage im Raum, ob der Unrechtsstaat DDR bewusst seine unwissenden Bürger für Menschenversuche verkauft hat, um an ausländische Devisen zu gelangen.

Nun geht es zuvörderst um eine lückenlose Aufklärung der damaligen Vorkommnisse. In einem zweiten Schritt ist dann zu klären, wie etwaigen Opfern, die nachweislich und unwissend geschädigt wurden, geholfen werden kann und ob ein Anspruch auf Schadensersatz durch beteiligte Pharmaunternehmen besteht.“

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