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Verbraucher erwarten deutschsprachige Erklärungen

Initiative zum sprachlichen Verbraucherschutz vorgestellt

Anlässlich der Vorstellung der Initiative zum sprachlichen Verbraucherschutz erklären die menschenrechtspolitische Sprecherin, Erika Steinbach MdB, der wirtschaftspolitische Sprecher, Laurenz Meyer MdB, und die Verbraucherschutzbeauftragte der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Julia Klöckner MdB, sowie die Vorsitzende der Enquete-Kommission des Deutschen Bundestages "Kultur in Deutschland", Gitta Connemann MdB:

Leitbild der Unions-Verbraucherpolitik ist der informierte, mündige Bürger. Verständliche Sprache ist die Voraussetzung für eigenverantwortliches Entscheiden. fremdsprachliche Ausdrücke und Begriffe im Schulunterricht, in der Arbeitswelt, in der Wissenschaft und in der Öffentlichkeit nehmen stetig zu. Vor allem die englische Sprache beeinflusst in vielfältiger Weise immer mehr die deutsche Sprache, das Bild deutscher Städte und die Medienlandschaft. Jedoch ist nach eigenen Angaben etwa ein Drittel der in Deutschland lebenden Bevölkerung nicht des Englischen mächtig. Dies sind vor allem ältere Menschen, deren schulische Bildung das Erlernen von Fremdsprachen noch nicht vorsah sowie Menschen mit Migrationshintergrund, die knapp 19 Prozent der deutschen Bevölkerung ausmachen. Von ihnen wird zu Recht erwartet, dass sie aus Integrationsgründen die deutsche Sprache erlernen. Im Sprachenalltag stoßen diese Personengruppen immer häufiger an ihre Grenzen und werden sprachlich ausgegrenzt.
 
Bei Produktbeschriftungen, Gebrauchsanleitungen, in Flughäfen und Bahnhöfen ist Deutsch mittlerweile Randsprache geworden. Es ist sinnvoll, Flug- und Fahrthinweise auf einem internationalen Verkehrsdrehkreuz zusätzlich auch in englischer Sprache anzubringen. Unverständlich und unzumutbar wird es für viele jedoch dadurch, dass inzwischen ausschließlich in Englisch beschriftet oder beworben wird.
 
Wir benötigen deshalb einen erweiterten Verbraucherschutz, der sich auch auf das Verständnis von Sprache bezieht. Es muss im Alltag wieder selbstverständlich werden, dass man sich als Verbraucher in Deutschland mit dem Beherrschen ausschließlich der deutschen Sprache zurechtfindet. Deshalb fordert die CDU/CSU-Bundestagsfraktion:
 
Gesetzestexte, Verlautbarungen und Werbekampagnen der Bundesregierung und des Bundestages, sowie die Kommunikation mit den Bürgerinnen und Bürgern sollen in verständlicher deutscher Sprache abgefasst sein.
 
Die Bundesregierung muss als Anteilseigner, Genehmigungsbehörde oder Investor eine durchgehende - nicht notwendigerweise ausschließliche - Verwendung der deutschen Sprache, etwa in Beschilderungen, Leitsystemen usw. gewährleisten. Dies betrifft u. a. auch die Beschriftung in öffentlichen Gebäuden, Bahnhöfen sowie Flughäfen. Neben der oft verwendeten englischen Sprache soll die deutsche Sprache in verständlicher Weise zwingend genutzt werden.
 
Die Spitzenverbände der deutschen Wirtschaft sollen sich dafür einsetzen, dass Gebrauchs- oder Betriebsanleitungen, Bedienelemente sowie die Garantievoraussetzungen eines Produkts auch in deutscher Sprache zu finden sind. Dies soll auch für alle schriftlichen Dokumente wie Rechnungen, Verträge, Formulare, etc. gelten.