Michael Brand, menschenrechtspolitischer Sprecher der CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag

Pressemitteilung


(Quelle: Fotograf: Tobias Koch)
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Solidarität mit Menschen in Not am Weltflüchtlingstag

Flüchtlingszahlen weltweit weiter steigend – 70,8 Millionen Menschen betroffen

Die Zahl der Flüchtlinge weltweit hat erneut einen Höchststand erreicht, wie das UN-Flüchtlingshilfswerk UNHCR am heutigen Weltflüchtlingstag bekanntgab. Dazu erklärt der Vorsitzende der Arbeitsgruppe Menschenrechte und humanitäre Hilfe der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Michael Brand:

„Um weitere 2,3 Millionen ist im zurückliegenden Jahr die Zahl derer, die auf der Flucht vor verheerenden Konflikten, vor Kriegen und Verfolgung, vor Armut und den Folgen von Klimakatastrophen sind, gestiegen. Über 70 Millionen Flüchtlinge und Vertriebene mussten nach Angaben des UNHCR ihre Heimat verlassen. Ihre Zahl hat sich innerhalb der zurückliegenden zehn Jahr verdoppelt. Dabei geht es immer um Menschen - um das Schicksal des Einzelnen, niemals nur um Zahlen allein.

Niemand verlässt seine Heimat und riskiert sein Leben auf gefährlichen Fluchtwegen ohne zwingenden Grund. 80 Prozent der Flüchtlinge bleiben in einem an ihr Heimatland angrenzenden Staat. 41,4 Millionen sind Binnenvertriebene im eigenen Land, sie bilden die deutliche Mehrheit.

Aus keinem Land der Welt sind derzeit mehr Menschen geflüchtet als aus Syrien, wo nun bereits seit acht Jahren ein verheerender Krieg tobt. Insgesamt 13 Millionen Syrer, davon 6,2 Millionen im eigenen Land, sind auf der Flucht. In Äthiopien wächst die Zahl der Binnenvertriebenen aufgrund der miserablen Sicherheitslage, wie auch in Nigeria. 1,5 Millionen Menschen flohen aus Venezuela in die Nachbarländer Kolumbien und Peru vor Hunger und Armut aufgrund der politischen und wirtschaftlichen Krise im eigenen Land.

Fluchtursachen müssen ehrlicher analysiert und konsequenter bekämpft werden. Die Chancen sind groß, tatsächlich etwas bewirken zu können, wenn die Ursachen von Armut, Hunger, Perspektivlosigkeit und Flucht gezielt bekämpft werden. Dafür bedarf es weiterhin größter Anstrengungen der internationalen Staatengemeinschaft.

Im Jahr 2018 stiegen die regulären Ausgaben für die deutsche humanitäre Hilfe um 294 Millionen Euro auf rund 1,5 Milliarden Euro. Für 2019 stehen erneut 1,58 Milliarden Euro zur Verfügung. Für humanitäre Hilfe in Syrien und entwicklungsorientierte Maßnahmen in den Nachbarländern sagte die Bundesregierung im April 2019 1,44 Milliarden Euro auf der Brüsseler Geberkonferenz zu. Damit kommt Deutschland als zweitgrößter internationaler Geber seiner humanitären Verpflichtung nach und sorgt für mehr Stabilität in der Region.

Menschen in Not brauchen sofort Hilfe zum Überleben, langfristig jedoch Perspektiven in ihren Heimatländern. Deshalb haben die Maßnahmen zur Bewältigung der Flüchtlingskrise höchste Priorität für die deutsche Entwicklungspolitik. Die seit 2014 im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung gegründete Sonderinitiative ‚Fluchtursachen bekämpfen – Flüchtlinge reintegrieren‘ nimmt sich den aktuellen Herausforderungen gezielt an.

Vorrangig bleibt trotz allem, die Bemühungen der internationalen Gemeinschaft zur Lösung der weltweiten Konflikte zu intensivieren.“