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(Quelle: Unsplash)

Pols/Mayer: Einmaliges Zentrum gibt Aufarbeitung neuen Impuls

Dokumentationszentrum Flucht, Vertreibung, Versöhnung ist Meilenstein der Erinnerungspolitik

Das neue Dokumentationszentrum zu Flucht und Vertreibung im Berliner Deutschlandhaus wird am kommenden Montag unter Beteiligung der Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel feierlich eröffnet. Dazu erklären der Sprecher der Gruppe der Vertriebenen, Aussiedler und deutschen Minderheiten der CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag, Eckhard Pols, und der Erste Stellvertretende Vorsitzende der Gruppe, der Parlamentarische Staatssekretär im Bundesinnenministerium Stephan Mayer: 

Eckhard Pols: „Das eindrucksvolle und 75 Millionen Euro teure Dokumentationszentrum ist ein Meilenstein der deutschen Erinnerungspolitik. Endlich gibt es für die Heimatvertriebenen und ihre Angehörigen mitten in der Hauptstadt einen würdigen Ort, in dem an ihr millionenfaches Schicksal erinnert und gesamtgesellschaftlich anerkannt wird. 

Das einmalige Zentrum widmet sich nicht nur schwerpunktmäßig der Aufarbeitung der Flüchtlingsschicksale der rund 14 Millionen Deutschen, die nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs aus ihrer Heimat in Ost- oder Südosteuropa vertrieben wurden oder vorher geflohen waren. Das Besondere an dem Konzept des Zentrums ist die Betrachtung der Zwangsmigration aus unterschiedlichen Blickwinkeln, weshalb hier ein Panorama der europäischen Geschichte der Zwangsmigration entsteht.

Hier wird auf dem Boden der wissenschaftlich orientierten Dauerausstellung die Vergangenheit aufgearbeitet werden, hier wird man sich jeglichen Polarisierungen und Relativierungen entgegenstellen, hier wird man die Möglichkeit zum nüchternen Austausch unter Wahrung des gegenseitigen Respekts haben.

Die Dokumentationsstätte gibt der Aufarbeitung dieses letzten Kapitels des Zweiten Weltkrieges einen neuen, entscheidenden Impuls. Wir als Unionsfraktion haben uns jahrelang und gegen vehemente Missbilligung für diesen zentralen Erinnerungsort sowie für den nationalen Gedenktag für die Opfer von Flucht und Vertreibung am 20. Juni eingesetzt – mit sichtbarem Erfolg.“

Stephan Mayer: „Für die CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag ist die Eröffnung des Dokumentationszentrums ein ganz besonderer Moment. Denn hinter uns liegen zwölf Jahre harter Arbeit im Stiftungsrat, in denen wir uns trotz erheblicher Widerstände und heftiger Kontroversen erfolgreich dafür eingesetzt haben, dass der Schwerpunkt der Dauerausstellung auf Flucht, Vertreibung und Integration der Deutschen liegt.

Weil wir immer davon überzeugt waren, dass nur dann diese Einrichtung zur Versöhnung der Deutschen mit sich selbst und, das ist mir als Enkel von Sudetendeutschen wichtig, auch mit unseren östlichen Nachbarn beitragen kann. Ein Verschweigen des Massensterbens und der Vertreibungsverbrechen, wie es die politische Linke laut dem früheren Bundesinnenminister Otto Schily lange getan hat, trägt eben nicht zur Aussöhnung bei. Hierzu dient der von den Kirchen vorgeschlagene ´Raum der Stille´, damit auch Angehörige von Vertriebenen ihrer an unbekanntem Ort verstorbenen Familienmitglieder gedenken können. 

Ein sichtbares Zeichen für alle Heimatvertriebenen ist der erste offizielle Besucher nach dem Festakt: Bundestagspräsident Dr. Wolfang Schäuble, der in der Ausstellung auf ein Zeugnis ‚menschlicher Größe, christlicher Humanität und politischer Weitsicht‘ stoßen wird – die Charta der Heimatvertriebenen, welche er im letzten Jahr als einen der Grundsteine der Demokratie in Deutschland gelobt hat.

Die CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag wird sich weiter entschlossen dafür einsetzen, dass der Stiftungsauftrag auch im Wirkbetrieb des Dokumentationszentrums eins zu eins erfüllt und die dafür notwendige Infrastruktur wie ein dauerhaftes Depot bereitgestellt wird. 

Wir wollen das Berliner Deutschlandhaus als einzigartiges Dokumentations-, Bildungs- und Forschungszentrum etwa durch den Einzug weiterer nach Bundesvertriebenengesetz geförderter Bundeseinrichtungen ausbauen.“