Gitta Connemann ist stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag

Pressemitteilung


(Quelle: Britta Cornelius)
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Landwirte und Erzeuger verdienen Fairness bei den Lebensmittelpreisen

Vertreter von Einzelhandel und Verbänden diskutieren im Kanzleramt über Lebensmittelpreise

Zum Lebensmittelgipfel am 3. Februar 2020 im Bundeskanzleramt erklärt die Stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Gitta Connemann:

„In Deutschland gibt es jeden Tag eine Riesenauswahl an sicheren, hochwertigen und bezahlbaren Lebensmitteln - noch. Denn es gibt zur Zeit einen großen Verlierer der Preiskämpfe im Lebensmitteleinzelhandel. Der Landwirt. Er soll Spitzenprodukte zur Tiefstpreisen erzeugen. Seine Produkte werden verramscht oder als Lockmittel genutzt. Heute sind 2 kg Hähnchenschenkel für 3.99 Euro, 10 Kilogramm Kartoffeln für 4.44 Euro im Angebot. Davon kann kein Betrieb in Deutschland leben. Niemand darf sich wundern, wenn hier Betriebe aufgeben und die Ware aus dem Ausland kommt. Am Ende zahlt dann der deutsche Verbraucher die Zeche. 

Allerdings werden Solidaritätsappelle allein nicht helfen. Hier zeigen sich einmal mehr die Auswirkungen der Marktkonzentration im deutschen Lebensmitteleinzelhandel. Inzwischen halten die großen Vier mehr als 85 % des Marktes. Sie diktieren einseitig die Konditionen - von Standards bis Preisen. Das ist für die Landwirte ein Kampf wie David gegen Goliath. 

Natürlich darf der Staat keine Preise vorgeben. Aber er muss für mehr Fairness bei solchen ungleichen Lieferbeziehungen sorgen. Das brauchen Erzeuger und Produzenten. Eine Chance dafür bietet die nationale Umsetzung der Richtlinie zu unlauteren Handelspraktiken im Lebensmittelbereich (UTP-Richtlinie). 

Damit kann und muss etwas getan werden gegen unfaire Praktiken. Da sind der Fantasie mancher Ketten zur Zeit keine Grenzen gesetzt. Erzeuger müssen sich Liefertermine kaufen, an Jubiläumsaktionen mit „Spenden“ beteiligen, bis zu drei Monaten auf ihr Geld warten, kurzfristige Stornierungen ertragen. Wer nicht „spurt“, fliegt aus dem Sortiment. Das ist unanständig. 

Deshalb ist es gut, dass die Union in der Bundesregierung dieses Thema auf die Tagesordnung gesetzt hat. Und zwar auf einen Spitzenplatz gleich im Bundeskanzleramt. 

Wir wissen: gesunde Lebensmittel müssen ihren Preis haben. Bezahlbar und auskömmlich sind keine Gegensätze. Was einen Wert hat, landet nämlich nicht im Müll. Das spart am Ende Geld und Ressourcen. Damit gewinnen auch Verbraucher und Umwelt. Von Fairness profitieren am Ende also nicht nur Landwirte und Erzeuger, sondern wir alle.“