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Künstlerinnen sind nach wie vor benachteiligt

Kulturausschuss im Bundestag diskutiert über Geschlechtergerechtigkeit

Der Bundestagsausschuss für Kultur und Medien hat am gestrigen Mittwoch ein Fachgespräch zur Geschlechtergerechtigkeit im Kultur- und Medienbetrieb durchgeführt. Dazu erklären die kultur- und medienpolitische Sprecherin der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Elisabeth Motschmann, und die Vorsitzende der Gruppe der Frauen der Fraktion, Yvonne Magwas:

Elisabeth Motschmann: „Für Frauen herrscht im Kultur- und Medienbereich noch immer keine Gleichberechtigung. Die Ungleichheit im Vergleich zu den Männern ist sogar größer als in anderen Berufsfeldern. Und das, obwohl sich Kultur und Medien doch so gerne fortschrittlich geben. Obwohl mehr Frauen in Kultur und Medien tätig sind, verdienen sie sehr oft weniger als Männer, egal ob festangestellt oder freiberuflich. Führungspositionen stehen ihnen immer noch seltener offen.

Dabei trägt eine bessere Gleichstellung zu größerer kultureller Vielfalt bei. Die Einführung einer Expertinnen-Datenbank könnte zu besserer Sichtbarkeit von Frauen auf den Bühnen, Leinwänden sowie vor und hinter den Kameras beitragen. Wir begrüßen, dass die Kulturstaatsministerin und der Deutsche Bundestag die Vertrauensstelle ‚Themis‘ gegen sexuelle Belästigung und Gewalt für weitere drei Jahre mitfinanzieren werden.“

Yvonne Magwas: „Um die Geschlechtergerechtigkeit in Kunst und Kultur weiter zu verbessern, erarbeitet die Union gemeinsam mit dem Koalitionspartner derzeit einen entsprechenden Antrag. Ein wichtiger Punkt ist, dass bei der Förderung von Künstlerinnen und Künstlern die Vereinbarkeit von Familie und Beruf besser berücksichtigt wird. In einer Branche mit ungewöhnlichen Arbeitszeiten benötigen wir beispielsweise mehr Anreize und Angebote für individuelle Kinderbetreuung.

Auch die Einkommensunterschiede zwischen Künstlerinnen und Künstlern sind nach wie vor groß. Deshalb setzen wir uns dafür ein, dass Honorarempfehlungen in den Förderrichtlinien des Bundes für den Kultur- und Medienbereich berücksichtigt und umgesetzt werden. 

Da die Kulturhoheit in erster Linie bei den Ländern und Kommunen liegt, ist es wichtig, dass Bund und Länder zusammen an einem Strang ziehen. So gilt es beispielsweise, gemeinsam darauf hinzuwirken, dass öffentlich finanzierte Kultureinrichtungen und Rundfunkanstalten geschlechtergerechte Personalpolitik betreiben.“