weggeworfene Lebensmittel

Pressemitteilung


(Quelle: picture alliance/chromeorange | Creative Commons-Lizenz CC BY-ND-4.0)
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Jedes weggeworfene Lebensmittel ist eines zu viel

Lebensmittelverschwendung geht alle an

Am morgigen Mittwoch, den 20. Februar 2019, stellt Bundesernährungsministerin Julia Klöckner die Nationale Strategie zur Reduzierung der Lebensmittelverschwendung im Bundeskabinett vor. Dazu erklären die stellvertretende Vorsitzende der CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag, Gitta Connemann, sowie der Vorsitzende der Arbeitsgruppe Ernährung und Landwirtschaft, Albert Stegemann:

Gitta Connemann: „Lebensmittelverschwendung geht uns alle an. Jeder kann etwas ändern. Wer Lebensmittel wegwirft, verschwendet Nahrung, Geld und Energie. Den Preis dafür zahlen auch andere. Die Strategie ist ein weiterer Meilenstein auf dem Weg gegen die Verschwendung und für die Wertschätzung von Lebensmitteln. Erste Erfolge sind sichtbar. Landeten vor wenigen Jahren noch über 80 Kilogramm Lebensmittel pro Kopf im Mülleimer, sind es jetzt 55 Kilogramm. Die Mengen sind kleiner geworden – auch dank der Kampagne "Zu gut für die Tonne".

Das alles ist gut, aber noch nicht gut genug. Denn es schlagen immer noch 11 Millionen Tonnen Lebensmittelabfall von Industrie, Handel, Großverbrauchern und Privathaushalten in Deutschland zu Buche - und das jährlich.

Studien zeigen: Je jünger die Konsumenten, desto mehr wird weggeworfen. Aufklärung ist das Zauberwort. Ernährung gehört endlich in alle Lehrpläne. Wer weiß, woher Lebensmittel kommen, mit wieviel Energie sie verarbeitet werden, wie lange sie tatsächlich genießbar sind, schmeißt weniger in die Tonne. Das muss unser gemeinsames Ziel sein. Denn Lebensmittel sind zu gut für die Tonne. Das zeigen Landfrauen täglich Kindern und Jugendlichen mit ‚Ernährungsführerschein‘ und die ‚SchmExperten‘. Sie vermitteln Kochkompetenz und damit praktisch Wertschätzung für Lebensmittel - ehrenamtlich.“

Albert Stegemann: „Wir brauchen ein gesellschaftliches Umdenken, hin zu mehr Wertschätzung gegenüber Lebensmitteln als Lebensgrundlage. Zugleich brauchen wir ein Umdenken hin zu mehr Wertschätzung gegenüber den Bauernfamilien, die für uns jeden Tag hochwertige, sichere und gesunde Lebensmittel erzeugen. Wertschätzung für Lebensmittel und Akzeptanz für die Landwirtschaft bedingen einander. Deshalb begrüßen wir als Unionsfraktion, dass wir jetzt eine wissenschaftlich fundierte und politisch umfassende Strategie haben, um gemeinsam mit allen relevanten Akteuren Maßnahmen zur Vermeidung von Lebensmittelverschwendung zu entwickeln. Dabei werden wir die Belange der kleinen und mittleren Unternehmen wahren.

Wir setzen vor allem auf Innovation und Digitalisierung. Dazu gehören Apps wie die ‚Beste-Reste-App‘, die Kochideen bietet, wie sich aus übriggebliebenen Lebensmitteln viele leckere Gerichte zubereiten lassen. Dazu gehören digitale Angebote, um die Weitergabe und das Teilen von Lebensmitteln in der Nachbarschaft oder an gemeinnützige Organisationen zu erleichtern. Und dazu gehören intelligente Verpackungen, die durch Farben anzeigen, wie lange ein Produkt noch haltbar ist. Die Entwicklung von solchen intelligenten Verpackungen, die das Mindesthaltbarkeitsdatum ergänzen können, fördern wir mit 3,5 Millionen Euro. Damit wollen wir Verbrauchern eine bessere Orientierung bieten, damit unnötige Lebensmittelabfälle gar nicht erst entstehen.“

Hintergrund:

Die Nationale Strategie zur Reduzierung der Lebensmittelverschwendung stellt mögliche Ursachen der Lebensmittelverschwendung dar und zeigt die Herausforderungen sowie die Handlungsfelder auf, die sich für die Reduzierung der Lebensmittelverschwendung entlang der Lebensmittelversorgungskette ergeben. Die Strategie macht deutlich, dass die Reduzierung der Lebensmittelverschwendung eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe ist, bei deren Lösung alle Akteure der Zivilgesellschaft, Wirtschaft und Forschung in den nationalen Prozess zur Entwicklung von Maßnahmen und Zielmarken gegen Lebensmittelverschwendung einbezogen werden müssen. Die Strategie fokussiert sich auf die Vermeidung von Abfällen, die nach der Ernte bzw. Schlachtung anfallen.