Pressemitteilung


(Quelle: Cemile Giousouf)
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Islamitische Fanatiker schaden Muslimen

Im Kurzinterview: Cemile Giousouf, Integrationsbeauftragte der CDU/CSU-Bundestagsfraktion

Verherrlicht der Islam Gewalt?

Nein, der Islam verherrlicht keine Gewalt. Wer den Koran jedoch undifferenziert liest, kann Stellen gewalthaltig auslegen. Es handelt sich dabei um historische Darstellungen von Kriegszuständen. Zu Recht betonen Religionsgelehrte daher die Bedeutung des Kontextes und warnen davor, Verse aus dem Zusammenhang herauszureißen und eins zu eins auf die Gegenwart zu übertragen. Dies gilt im Übrigen auch für die Bibel und die Thora.

Islamistische und extremistische Gruppen nutzen die Identitätskonflikte und die häufig mangelnde religiöse Bildung von jungen Muslimen gezielt aus, um ihre intoleranten Lehren mit Versatzstücken des Koran zu verbreiten. Die Grundbotschaft des Islam ist friedvoll und ermöglichte den Aufbau großer Kulturen.

Die meisten Opfer des islamistischen Extremismus sind im Übrigen Muslime. Wir demokratischen Muslime fürchten diese Fanatiker ebenso  wie unsere nichtmuslimischen Freunde.

Sind Islam und Demokratie miteinander vereinbar?

Genau das wollen die islamistischen Gruppen bestreiten - und genau in diese Falle dürfen wir nicht gehen. Islamische Werte und gelebte Demokratie schließen sich keineswegs aus. So denkt im Übrigen auch die ganz überwiegende Mehrheit der in Deutschland lebenden Muslime. Nach den aktuellen Zahlen des Religionsmonitors 2013 der Bertelsmann-Stiftung bejahen 80% (!) die Demokratie als "gute Regierungsform". Die extremistische Ablehnung von Demokratie ist unter Muslimen eine absolute Minderheitenposition.

Ist Deutschland für Muslime Heimat?

Ja, eine Vielzahl von Studien zeigt, dass die Identifikation von Muslimen mit Deutschland mit bleibender Aufenthaltsdauer immer weiter ansteigt und in der zweiten und dritten Generation Deutschland als "Heimat" gilt. Auch diesen Prozess wollen die Radikalen stören, indem sie die Menschen gegeneinander aufbringen und entwurzeln, um sie dann für ihre Ideen zu gewinnen.

Der Hass der Extremisten ist gegen jeden gerichtet, der ihre krankhaften Ideologien nicht teilt. Deswegen ist die beste Antwort auf den Terror, jetzt zusammen zu unseren gemeinsamen Werten Demokratie und Freiheit zu stehen. Religiösen Fanatikern darf es nicht gelingen, mit ihren unreflektierten Parolen einer Spaltung der Gesellschaft Vorschub zu leisten.