Pressemitteilung


(Quelle: Fotograf: Laurence Chaperon)
Teilen

„Euthanasie“-Opfer des NS-Regimes nicht vergessen

Erstmals Gedenkstunde im Deutschen Bundestag - Unionsfraktion legt Kranz nieder

Der Deutsche Bundestag gedenkt am morgigen Freitag zum ersten Mal der über 300.000 Opfer der „Euthanasie“-Verbrechen im Nationalsozialismus. Dazu erklärt der Beauftragte für Menschen mit Behinderungen der CDU/CSU-Fraktion im Deutschen Bundestag, Uwe Schummer:

„Heute leben über 13 Millionen Menschen mit Behinderungen in Deutschland. Sie sind Teil unserer Gesellschaft und leben zunehmend selbstbestimmt in unserer Mitte. Teilhabe statt Ausgrenzung ist die Leitlinie der Union für eine demokratische Gesellschaft.

Am 27. Januar 2017 gedenken wir im Bundestag erstmals der über 300.000 Menschen, die wegen einer Behinderung oder einer psychischen Erkrankung vor mehr als 70 Jahren von Nationalsozialisten getötet wurden. Die Schergen des NS-Regimes deportierten gezielt und systematisch Menschen mit Behinderungen in Einrichtungen und ermordeten sie dort. Die verantwortlichen Ärzte verschleierten ihre Verbrechen gegenüber den Angehörigen. Bis heute sind viele der Opfer noch unbekannt. Historiker müssen die Forschung intensivieren, nicht zuletzt um diesen Opfern endlich ein Gesicht zu geben.

In der Berliner Tiergartenstraße 4 wurden die Tötungsaktionen geplant und organisiert. Daher erhielt die Aktion den Decknamen ‚T4‘. Der damalige Behindertenbeauftragte der Bundesregierung, Hubert Hüppe, hat 2011 die Kultur des Erinnerns an die Opfer in der Tiergartenstraße 4 neu belebt und sich für seine angemessene Neugestaltung der Gedenkstätte eingesetzt. An die Stelle einer nahezu unscheinbaren Tafel ist eine moderne Gedenk- und Informationsstätte getreten. Mitglieder der Unionsfraktion werden am Freitag an der Gedenkveranstaltung teilnehmen und einen Kranz für die Opfer niederlegen. Deren Geschichten gemahnen uns, allen Formen von Ausgrenzung und Hass konsequent entgegenzutreten.“

Mehr zu: