
Einsamkeit trifft alle Generationen
Marcus Weinberg kommentiert Befragung zu Jugend und Corona
61 Prozent der jungen Menschen in Deutschland geben u. a. an, sich in der Corona-Pandemie teilweise oder dauerhaft einsam zu fühlen. Das geht aus Befragungen zu "Jugend und Corona" hervor, die von den Universitäten Hildesheim und Frankfurt/Main durchgeführt wurden und in Kooperation mit der Bertelsmann Stiftung vertiefend ausgewertet worden sind. Dazu können Sie den jugendpolitischen Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Marcus Weinberg, gerne wie folgt zitieren:
„Einsamkeit ist ein zentrales Thema unserer Zeit, die von Digitalisierung, globalem Wandel und der Veränderung familiärer und sozialer Lebenssituationen geprägt wird. Seit einem Jahr verschärfen die Corona-Kontaktbeschränkungen die Einsamkeit vieler Menschen noch einmal. Dass Einsamkeit und deren weitreichenden Folgen nicht nur ein Problem der älteren Generation ist, zeigt einmal mehr die Studie der Universitäten Frankfurt am Main und Hildesheim. Einsamkeit ist inzwischen ein Phänomen, das alle Generationen betrifft. Sorge macht mir vor allem, dass unter Jugendlichen die Einsamkeit besonders schnell zunimmt. Im digitalen Raum werden der soziale Kontakt und die soziale Interaktion ersetzt. Das hat individuelle gesundheitliche Folgen: Einsamkeit macht krank. Hinzu kommt: Die gesundheitlichen Folgen und die daraus entstehenden Kosten sind inzwischen ein volkswirtschaftlicher Faktor. Einsamkeit kann auch den demokratischen und gesellschaftlichen Zusammenhalt gefährden, denn nicht selten führt sie zu Radikalisierungen.
Als Christdemokraten wollen wir den nach Freiheit strebenden geistig-moralischen Menschen, der nicht vereinzelt in einer ungebundenen Gesellschaft, sondern in einer Gemeinschaft lebt, in der er Verantwortung für sich und andere übernimmt. Deshalb fordern wir eine nationale Strategie gegen Einsamkeit. Die Ursachen von Einsamkeit sind nicht nur privat. Zu einer solchen Strategie sollte unter anderem die Bestellung eines Einsamkeitsbeauftragten bei der Bundesregierung gehören. Der Einsamkeitsbeauftragte wäre der zentrale Ansprechpartner und Koordinator für die Umsetzung der Strategie über die Ressorts und Ebenen hinweg. Außerdem braucht es einen nationalen Aktionsplan Einsamkeit. Der Aktionsplan soll konkrete Ziele definieren und Maßnahmen strukturieren. Wir müssen außerdem die Faktoren, Gründe und Wirkungen der Einsamkeit noch vertiefter erforschen, welche Maßnahmen erfolgreich zur Prävention dienen und welche Einsamkeit gezielt bekämpfen.“


