
Berlinale verliert ohne Publikum ihr Markenzeichen
Berlinale muss konkurrenzfähig bleiben und wieder zu einem Festival der Menschen werden
Am Sonntag endet die 72. Berlinale, die trotz Coronapandemie als Präsenzveranstaltung stattgefunden hat. Dazu erklärt die kultur- und medienpolitische Sprecherin der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Dr. Christiane Schenderlein:
„Es war die richtige Entscheidung, dass die Berlinale allen Coronaauflagen zum Trotz als Präsenzveranstaltung stattgefunden hat. Unser Dank gilt Allen vor und hinter der Bühne, die dies ermöglicht haben. Die Berlinale kann aber nur konkurrenzfähig bleiben, wenn sie ihr Markenzeichen wiedergewinnt: das weltweit größte Publikumsfestival zu sein.
Gerade unter Coronabedingungen hätte es der Berlinale gutgetan, mehr Menschen durch hybride Formate in die internationale Filmwelt mitzunehmen. So hätten Filmfans in ganz Deutschland die Möglichkeit gehabt, nicht nur die Eröffnungsgala, sondern auch einen Wettbewerbsfilm anzuschauen. Leider konnte auch die Resonanz an den Ticketkassen nicht das erhoffte Niveau erreichen. Dies gilt es nun zu bilanzieren.
Die Bedeutung der Berlinale geht weit über Berlin hinaus und ist richtungsweisend für die Zukunft des Filmstandortes Deutschland. Die Silbernen Bären für die beste Hauptrolle durch Meltem Kaptan sowie die Drehbuchautorin Laila Stieler sind mehr als ein Lichtblick und belegen die Bedeutung der Filmförderung.
Gleichzeitig sind wir in Sorge um die Kinolandschaft. Wir erwarten von der Bundesregierung, dass der Rote Teppich nicht nur in Berlin, sondern auch vor den vielen Kinos in ganz Deutschland ausgelegt werden kann. Mit der Fortsetzung des Zukunftsprogramms Kino wäre dafür ein wichtiger Schritt getan.“

