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Format: 2014-04-20
Format: 2014-04-20

Vierter Bericht über die Umsetzung des Bologna-Prozesses in Deutschland

178. Sitzung30 Minuten
Die wichtigsten Inhalte des Berichtes über die Umsetzung des Bologna-Prozesses in Deutschland sind:
 
Die Bologna-Reformen haben einen erheblichen Strukturwandel ausgelöst, der die deutschen Hochschulen in die Lage versetzt, mehr Studierende in durchschnittlich kürzerer Zeit auszubilden. Dies wird dazu beitragen, dass unser Land die neuen Herausforderungen bewältigen kann: den wachsenden Fachkräftebedarf, die fortschreitende Internationalisierung und die steigende Bildungsbeteiligung der Bevölkerung in Deutschland.
 
Nie zuvor haben in Deutschland mehr Menschen ein Studium aufgenommen (2011: 515.833 Studienanfängerinnen/-anfänger). Auch in den kommenden Jahren rechnet die Bundesregierung mit einem weiteren Anstieg der Studierendenzahl. Gründe hierfür sind neben den doppelten Abiturjahrgängen die hohe Studierneigung der Abiturientinnen und Abiturienten, die steigende Bildungsbeteiligung, die erfolgte Öffnung des Hochschulzugangs für beruflich Qualifizierte sowie die wachsende Nachfrage durch Studierende aus dem Ausland. Mit dem Hochschulpakt 2020 haben Bund und Länder die Voraussetzungen für die Aufnahme der Studierenden durch Einrichtung zusätzlicher Studienmöglichkeiten geschaffen (knapp 5 Milliarden Euro Bundesmittel für 2011-2015). Der Qualitätspakt Lehre dient zusätzlich der Optimierung des Lehrangebots und der Verbesserung bei Betreuung und Beratung an 186 Hochschulen in allen sechzehn Bundesländern (rund 2 Milliarden Euro Bundesmittel bis 2020).
 
Immer mehr Hochschulen in Deutschland sind für den internationalen Wettbewerb gerüstet; die Umstellung auf die gestuften Studiengänge macht gute Fortschritte: Die Bachelor- und Masterstudiengänge machen mittlerweile bereits 85% des gesamten Studienangebots aus. Im Wintersemester 2010/2011 waren nach Angaben des Statistischen Bundesamtes über 1,3 Millionen Studierende in Bachelor- und Masterstudiengängen eingeschrieben, das entspricht einem Anteil von 60 Prozent aller Studierenden, Im Vergleich zum Wintersemester 2008/2009 (Anteil 43 %) ist diese Zahl weiter stark gestiegen.
 
Bachelorabsolventinnen und -absolventen sind selten arbeitslos oder unterhalb ihres Qualifikationsniveaus beschäftigt. Ein Großteil der Bachelorabsolventinnen und -absolventen schließt eine weitere akademische Qualifizierung - in der Regel ein Masterstudium - an. Neun von zehn Studierenden erhielten dabei einen Studienplatz sowohl an der Wunschhochschule als auch im Wunschfach. Die Länder haben durch Erhebungen festgestellt, dass rechnerisch für jeden interessierten Bachelor heute ein Masterstudienplatz zur Verfügung steht,
 
Die Bedeutung der Auslandsmobilität nimmt stetig zu. Schätzungen zufolge ging heute etwa jedem dritten Hochschulabschluss ein studienbezogener Auslandsaufenthalt voraus; bei mehr als einem Viertel betrug dieser Aufenthalt mindestens drei Monate. Damit nähern wir uns der Erreichung des Ziels, dass mindestens 50% der Absolventinnen und Absolventen für ein studienbezogenes Praktikum oder einen Sprachkurs im Ausland waren und mindestens 20% ein oder mehrere Semester ihres Studiums im Ausland verbracht haben.
 
Im Hinblick auf die soziale Dimension des Bologna-Prozesses zeigt der Bericht, dass Maßnahmen zur Erleichterung des Übergangs zwischen beruflicher Bildung und Hochschulen ergriffen bzw. ausgebaut wurden (Wettbewerb: „Aufstieg durch Bildung: offene Hochschulen", Aufstiegsstipendium). Auch die individuelle Studienfinanzierung konnte weiter verbessert werden, beispielsweise durch strukturelle Änderungen im BAföG bei gleichzeitiger Erhöhung der Fördersätze und Freibeträge. Mit Einführung des Deutschlandstipendiums ist im Jahr 2011 ein völlig neues Finanzierungsinstrument hinzugekommen.
 
Der Bericht wurde vom Bund und der Kultusministerkonferenz (KMK) unter Mitwirkung der Hochschulrektorenkonferenz (HRK), des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD), des Akkreditierungsrates, des freien Zusammenschlusses von studentlnnenschaften (fzs) und den Sozialpartnern erstellt.