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01.12.2011


Damit man den Landarzt nicht nur aus der Vorabendserie kennt

Bundestag verabschiedet Versorgungsstrukturgesetz




Eine flächendeckende medizinische Versorgung für alle Bürger in Deutschland - ganz gleich, ob sie in der Stadt oder auf dem Land wohnen - ist auch künftig sichergestellt. Der Bundestag verabschiedete das sogenannte GKV-Strukturversorgungsgesetz. Damit reagierte die Koalition auf die Tatsache, dass viele Ärzte, die in den kommenden Jahren aus Altersgründen ihre Landpraxis schließen, keinen Nachfolger mehr finden. Das Gesetz sei eine der „grundlegendsten Strukturveränderungen der letzten Jahre“, sagte Jens Spahn, der gesundheitspolitische Sprecher der CDU/CSU-Fraktion.


Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr (FDP) bringt den Geist des Gesetzes auf den Punkt: „Es sorgt dafür, dass der Landarzt gelebte Realität und nicht nur aus der Vorabendserie bekannt ist.“

Spahn sagte, eine flächendeckende medizinische Versorgung könne nicht „mit dem Hammer“ erreicht werden: „Wir arbeiten nicht gegen die Ärzte, sondern mit ihnen.“ Dies sei der entscheidende Unterschied zur Opposition, die mit repressiven Maßnahmen gegenüber den Ärzten deren Frustration steigere.

Durch Wegfall der sogenannten Residenzpflicht können Ärzte nun Praxen an Orten eröffnen, an denen sie nicht selbst wohnen.

Der Patientenbeauftragte der Bundesregierung, Wolfgang Zöller, betonte, dass die Vereinbarkeit von Familie und Gesundheitsberuf mit dem Gesetz verbessert werde.

Spahn wies darauf hin, dass die Debatte um die ärztliche Versorgung im ländlichen Raum ein Vorbote der Diskussion um die Aufrechterhaltung einer funktionierenden medizinischen Infrastruktur im ländlichen Raum allgemein sei, etwa durch Apotheken und Physiotherapeuten. „Diese Fragen bewegen die Menschen", sagte er. Deshalb gehe die Koalition das so zentral an. 

Die Reform enthält ihm zufolge viel Fleißarbeit und viele kleinteilige Regelungen, die den Patienten in den Mittelpunkt stellten. So werde die Zusammenarbeit zwischen verschiedenen medizinischen Berufen gestärkt, etwa mit der Medikationsliste, einer Art Kontoauszug der verordneten Medikamente, die zwischen Arzt und Apotheker ausgetauscht werden kann. Patienten könnten so ohne Angst vor unerwünschten Nebenwirkungen ihre Medikamente einnehmen.

Eine Landärztin unterhält sich bei einem Hausbesuch nach einer Untersuchung mit einer Patientin

Foto: ddp images/dapd/Jens-Ulrich Koch
Eine Landärztin unterhält sich bei einem Hausbesuch nach einer Untersuchung mit einer Patientin


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